Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

Erschienen in: HeilberufeScience 3/2016

01.08.2016

Vorstellungen von Migrantinnen über eigene Pflege im Alter

Kontext von Rückkehr oder Bleiben älterer türkischer/türkisch-stämmiger Migrantinnen in Deutschland

verfasst von: Andrea Kronenthaler, Hanna Hiltner, Dorothee Müller, Irina Winkler, Manfred Eissler, Martin Groß

Erschienen in: HeilberufeScience | Ausgabe 3/2016

Einloggen, um Zugang zu erhalten

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Mehrzahl der Migrantinnen, die als Gastarbeiterinnen aus der Türkei nach Deutschland kamen, wird in naher Zukunft einen bedeutenden Anteil der Pflegebedürftigen darstellen.

Fragestellung/Ziel

Die Studie soll Aufschluss über subjektive Vorstellungen der Migrantinnen von Pflege der eigenen Person im Alter geben, Einflüsse auf die (Nicht-)Inanspruchnahme des Gesundheitssystems darstellen und eine verbesserte Orientierung an den Bedürfnissen der Migrantinnen ermöglichen.

Methode

Dreizehn türkische bzw. türkisch-stämmige Migrantinnen wurden mithilfe von problemzentrierten Interview zu ihren Pflegevorstellungen im Alter befragt. Die Auswertung erfolgte inhaltsanalytisch nach Mayring.

Ergebnisse

Die meisten Migrantinnen weisen einen starken Bezug sowohl zur Türkei als auch zu Deutschland auf. Viele haben positive Erfahrungen mit dem deutschen Gesundheitssystem und schätzen v. a. die gute allgemeinmedizinische Versorgung. Generell besteht der Wunsch, das vertraute Umfeld zu erhalten und zu Hause gepflegt zu werden, ohne den Angehörigen zur Last zu fallen. Ambulante Pflegedienste werden meist einem Pflegeheim vorgezogen.

Diskussion

Für die interviewten Migrantinnen ist Hauptkriterium guter Gesundheits- und Pflegeversorgung, dass auf ihre spezifischen Bedürfnisse eingegangen wird und trotzdem eine Gleichbehandlung besteht. Interkulturelle Handlungskompetenz und die Vermittlung von Hintergrundwissen könnten den Umgang miteinander v. a. vonseiten des Personals erleichtern. Kulturelle Besonderheiten dürfen aber nicht über die personenbezogene individuelle Pflege gestellt werden.
Fußnoten
1
Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“ [5].
 
2
Domenig verwendet den Transkulturalitätsbegriff nach W. Welsch, wobei eine Durchdringung und Verflechtung von Kulturen zentraler Gedanke ist.
 
Literatur
1.
Zurück zum Zitat Becker G, Wölk S. Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe. 2002, AWO Bremen, Referat Altenhilfe und Migration. Becker G, Wölk S. Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe. 2002, AWO Bremen, Referat Altenhilfe und Migration.
2.
Zurück zum Zitat Bolten J. Was heißt „Interkulturelle Kompetenz?“Perspektiven für die internationale Personalentwicklung. In: Künzer V, Berninghausen J, Herausgeber. Wirtschaft als Herausforderung. Frankfurt a. M.: Erfurt; 2007. S. 21–42. Bolten J. Was heißt „Interkulturelle Kompetenz?“Perspektiven für die internationale Personalentwicklung. In: Künzer V, Berninghausen J, Herausgeber. Wirtschaft als Herausforderung. Frankfurt a. M.: Erfurt; 2007. S. 21–42.
3.
Zurück zum Zitat Borde T. Patientinnenorientierung im Kontext der soziokulturellen Vielfalt im Krankenhaus. In: Fakultät VIII – Wirtschaft und Management. Berlin: Technische Universität Berlin; 2002. Borde T. Patientinnenorientierung im Kontext der soziokulturellen Vielfalt im Krankenhaus. In: Fakultät VIII – Wirtschaft und Management. Berlin: Technische Universität Berlin; 2002.
4.
Zurück zum Zitat Camphina-Bacote J. The process of cultural competence in the delivery of healthcare services: a model of care. J Transcult Nurs. 2002;13(3):181–4. CrossRef Camphina-Bacote J. The process of cultural competence in the delivery of healthcare services: a model of care. J Transcult Nurs. 2002;13(3):181–4. CrossRef
5.
Zurück zum Zitat Destatis, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Ausländische Bevölkerung Ergebnisse des Ausländerzentralregisters. 2013. 2014: Wiesbaden. Destatis, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Ausländische Bevölkerung Ergebnisse des Ausländerzentralregisters. 2013. 2014: Wiesbaden.
6.
Zurück zum Zitat Domenig D. Das Konzept der transkulturellen Kompetenz. In: Domenig D, Herausgeber. Transkulturelle Kompetenz. Lehrbuch für Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufe. Bern: Hans Huber; 2007. S. 165–89. Domenig D. Das Konzept der transkulturellen Kompetenz. In: Domenig D, Herausgeber. Transkulturelle Kompetenz. Lehrbuch für Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufe. Bern: Hans Huber; 2007. S. 165–89.
7.
Zurück zum Zitat Domenig D. Einführung in die transkulturelle Pflege. In: Domenig D, Herausgeber. Professionelle transkulturelle Pflege. Handbuch für Lehre und Praxis in Pflege und Geburtshilfe. Bern: Hans Huber; 2001. Domenig D. Einführung in die transkulturelle Pflege. In: Domenig D, Herausgeber. Professionelle transkulturelle Pflege. Handbuch für Lehre und Praxis in Pflege und Geburtshilfe. Bern: Hans Huber; 2001.
8.
Zurück zum Zitat Domenig D, Altorfer A. Transkulturelle Kompetenz: Lehrbuch für Pflege-, Gesundheits-und Sozialberufe. Bern: Hans Huber; 2007. Domenig D, Altorfer A. Transkulturelle Kompetenz: Lehrbuch für Pflege-, Gesundheits-und Sozialberufe. Bern: Hans Huber; 2007.
9.
Zurück zum Zitat Gerlach H, et al. Ich möchte als Migrant auch nicht anders behandelt werden. Z Allgemeinmed. 2012;88(8):77–85. Gerlach H, et al. Ich möchte als Migrant auch nicht anders behandelt werden. Z Allgemeinmed. 2012;88(8):77–85.
10.
Zurück zum Zitat Ilkilic I. Muslimische Patienten und medizinethische Konfliktfelder in der allgemeinen Krankenversorgung. In: Peintinger M, Herausgeber. Interkulturell kompetent. Ein Handbuch für Ärztinnen und Ärzte. Wien: facultas.wuv; 2011. S. 355–369. Ilkilic I. Muslimische Patienten und medizinethische Konfliktfelder in der allgemeinen Krankenversorgung. In: Peintinger M, Herausgeber. Interkulturell kompetent. Ein Handbuch für Ärztinnen und Ärzte. Wien: facultas.wuv; 2011. S. 355–369.
11.
Zurück zum Zitat Kadusziewicz H, Bachmann C. Krankheit bei alten Menschen. In: Kochen MM, Herausgeber. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG; 2006. Kadusziewicz H, Bachmann C. Krankheit bei alten Menschen. In: Kochen MM, Herausgeber. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG; 2006.
12.
Zurück zum Zitat Klindtworth K, Schneider N, Bleidorn J. Wie erleben Patienten mit unheilbaren, fortgeschrittenen Erkankungen ihre häusliche Versorgung? Z Allg Med. 2013;89(4):159–64. Klindtworth K, Schneider N, Bleidorn J. Wie erleben Patienten mit unheilbaren, fortgeschrittenen Erkankungen ihre häusliche Versorgung? Z Allg Med. 2013;89(4):159–64.
13.
Zurück zum Zitat Klingenberg A, Bahrs O, Szecsenyi J. Wie beurteilen Patienten Hausärzte und ihre Praxen? Z Ärztliche Fortbildung Qualitätssicherung (ZaeFQ) 1999;93:437–45. Klingenberg A, Bahrs O, Szecsenyi J. Wie beurteilen Patienten Hausärzte und ihre Praxen? Z Ärztliche Fortbildung Qualitätssicherung (ZaeFQ) 1999;93:437–45.
14.
Zurück zum Zitat Kohls M, Herausgeber. Pflegebedürftigkeit und Nachfrage nach Pflegeleistungen von Migrantinnen und Migranten im demographischen Wandel. Forschungsbericht 12 ed. 2012, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 21. Kohls M, Herausgeber. Pflegebedürftigkeit und Nachfrage nach Pflegeleistungen von Migrantinnen und Migranten im demographischen Wandel. Forschungsbericht 12 ed. 2012, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 21.
15.
Zurück zum Zitat Kronenthaler A. Die Geschichte vom Stuhl und den Milliarden. In: Bührmann AD et al, Herausgeber. Management ohne Grenzen. Wiesbaden: Springer Gabler; 2013. Kronenthaler A. Die Geschichte vom Stuhl und den Milliarden. In: Bührmann AD et al, Herausgeber. Management ohne Grenzen. Wiesbaden: Springer Gabler; 2013.
16.
Zurück zum Zitat Kronenthaler A. Zur Entwicklung interkultureller Handlungskompetenz. Landau: Verlag Empirische Pädagogik; 2008. Kronenthaler A. Zur Entwicklung interkultureller Handlungskompetenz. Landau: Verlag Empirische Pädagogik; 2008.
17.
Zurück zum Zitat Kronenthaler A, Hiltner H, Eissler M. Assoziationen zu muslimischen Patienten in der Hausarztpraxis – Eine Befragung deutscher Allgemeinmediziner. Gesundheitswesen. 2014;76(07):434–9. CrossRefPubMed Kronenthaler A, Hiltner H, Eissler M. Assoziationen zu muslimischen Patienten in der Hausarztpraxis – Eine Befragung deutscher Allgemeinmediziner. Gesundheitswesen. 2014;76(07):434–9. CrossRefPubMed
18.
Zurück zum Zitat Kronenthaler A, et al. Der muslimische Patient. HeilberufeScience. 2014;5(2):63–6. CrossRef Kronenthaler A, et al. Der muslimische Patient. HeilberufeScience. 2014;5(2):63–6. CrossRef
19.
Zurück zum Zitat Kücük F. Die Situation pflegender Familienangehöriger von an Demenz erkrankten türkischen MigrantInnen in Berlin: eine qualitative Studie zur Versorgung im häuslichen Umfeld. Pflegewissenschaft. 2010;12(6):334–41. Kücük F. Die Situation pflegender Familienangehöriger von an Demenz erkrankten türkischen MigrantInnen in Berlin: eine qualitative Studie zur Versorgung im häuslichen Umfeld. Pflegewissenschaft. 2010;12(6):334–41.
20.
Zurück zum Zitat Loh A, et al. Entwicklung und Evaluation eines Fortbildungsprogramms zur Partizipativen Entscheidungsfindung für die hausärztliche Versorgung depressiver Patienten. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2004;47(10):977–84. CrossRefPubMed Loh A, et al. Entwicklung und Evaluation eines Fortbildungsprogramms zur Partizipativen Entscheidungsfindung für die hausärztliche Versorgung depressiver Patienten. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2004;47(10):977–84. CrossRefPubMed
21.
Zurück zum Zitat Mayring P. Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Beltz; 2010. Mayring P. Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Beltz; 2010.
22.
Zurück zum Zitat Scheibelhofer E. Das Problemzentrierte Interview. Sozialwissenschaften Berufspraxis. 2004;27(1):75–90. Scheibelhofer E. Das Problemzentrierte Interview. Sozialwissenschaften Berufspraxis. 2004;27(1):75–90.
23.
Zurück zum Zitat Shaghaghi A, Bhopal RS, Sheikh A. Approaches to recruiting ‘Hard-To-Reach’ populations into research: a review of the literature. Health Promot Perspectives. 2011;1(2):1–09. Shaghaghi A, Bhopal RS, Sheikh A. Approaches to recruiting ‘Hard-To-Reach’ populations into research: a review of the literature. Health Promot Perspectives. 2011;1(2):1–09.
24.
Zurück zum Zitat Strumpen S. Altern in fortwährender Migration bei älteren Türkeistämmigen, in Viele Welten des Alterns. 2012, Springer. S. 411–433. Strumpen S. Altern in fortwährender Migration bei älteren Türkeistämmigen, in Viele Welten des Alterns. 2012, Springer. S. 411–433.
25.
Zurück zum Zitat Topsever P, Schwantes U, Herrmann M. Ausländische Patienten. In: Kochen MM, Herausgeber. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Georg Thieme Verlag KG: Stuttgart; 2006. Topsever P, Schwantes U, Herrmann M. Ausländische Patienten. In: Kochen MM, Herausgeber. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Georg Thieme Verlag KG: Stuttgart; 2006.
26.
Zurück zum Zitat Ulusoy N, Gräßel E. Türkische Migranten in Deutschland. Z Gerontol Geriatrie 2010(5):330–8. Ulusoy N, Gräßel E. Türkische Migranten in Deutschland. Z Gerontol Geriatrie 2010(5):330–8.
27.
Zurück zum Zitat Wingenfeld K. Studien zur Nutzerperspektive in der Pflege, in Veröffentlichungsreihe des Instituts für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld. 2003, Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW): Bielefeld. Wingenfeld K. Studien zur Nutzerperspektive in der Pflege, in Veröffentlichungsreihe des Instituts für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld. 2003, Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW): Bielefeld.
28.
Zurück zum Zitat Witzel A. Verfahren der qualitativen Sozialforschung. In: Strobel R, Herausgeber. Wahre Geschichten?: Zu Theorie und Praxis qualitativer Interviews; Beiträge zum Workshop Paraphrasieren, Koderieren, Interpretieren. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft; 1982. Witzel A. Verfahren der qualitativen Sozialforschung. In: Strobel R, Herausgeber. Wahre Geschichten?: Zu Theorie und Praxis qualitativer Interviews; Beiträge zum Workshop Paraphrasieren, Koderieren, Interpretieren. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft; 1982.
29.
Zurück zum Zitat Yilmaz-Aslan Y, et al. Gesundheitsversorgung älterer Menschen mit türkischem Migrantionshintergrund: Qualitative Befragung von Gesundheitsmediatoren. Z Gerontol Geriatr. 2013;46(4):346–52. CrossRefPubMed Yilmaz-Aslan Y, et al. Gesundheitsversorgung älterer Menschen mit türkischem Migrantionshintergrund: Qualitative Befragung von Gesundheitsmediatoren. Z Gerontol Geriatr. 2013;46(4):346–52. CrossRefPubMed
Metadaten
Titel
Vorstellungen von Migrantinnen über eigene Pflege im Alter
Kontext von Rückkehr oder Bleiben älterer türkischer/türkisch-stämmiger Migrantinnen in Deutschland
verfasst von
Andrea Kronenthaler
Hanna Hiltner
Dorothee Müller
Irina Winkler
Manfred Eissler
Martin Groß
Publikationsdatum
01.08.2016
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
HeilberufeScience / Ausgabe 3/2016
Elektronische ISSN: 2190-2100
DOI
https://doi.org/10.1007/s16024-016-0268-5

Weitere Artikel der Ausgabe 3/2016

HeilberufeScience 3/2016 Zur Ausgabe