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12.02.2021 | Unfallchirurgie | Nachrichten

Versorgung älterer Sturzpatienten ausgezeichnet

Die Unfallchirurgische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurde von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als „AltersTraumaZentrum DGU®“ zertifiziert. Unfallchirurgen, Altersmediziner, Pflegekräfte und Therapeuten arbeiten eng zusammen, um auf die Bedürfnisse älterer Sturzpatienten einzugehen.

Hüftgelenksnahe Frakturen und Brüche der Wirbelkörper, des Beckens, des Oberarms und des Handgelenks sind die häufigsten knöchernen Verletzungen im höheren Lebensalter. Ältere Menschen haben schlechtere Voraussetzungen für eine komplikationsfreie Behandlung als junge. „Fast alle haben nicht nur einen Knochenbruch, sie bringen auch ernste Vorerkrankungen wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus oder Niereninsuffizienz mit und nehmen viele Medikamente“, erklärt Dr. Lambert Herold, Oberarzt in der Klinik für Unfallchirurgie. „Diese Patientengruppe braucht eine ihrem Alter angepasste strukturierte Versorgung.“

Sturzpatienten an der MHH © Ilka Kosmalski/MHHKrankenpflegerin Janina Seeger, Dr. Manfred Gogol und Dr. Lambert Herold (von links) bei der Visite am Bett einer älteren Patientin.

Fach- und berufsübergreifendes Team

Hier setzt die Alterstraumatologie an, die in den vergangenen zwei Jahren von einem interprofessionellen und interdisziplinären Team in der Klinik für Unfallchirurgie etabliert wurde. Dabei geht es vor allem um drei Fragen: Wie lassen sich Komplikationen während des stationären Aufenthalts vermeiden? Wie kann die Selbstständigkeit erhalten bleiben? Wie kann die Sterblichkeitsrate gesenkt werden? Die Alterstraumatologie antwortet darauf mit fach- und berufsübergreifender Kooperation von Unfallchirurgie und Geriatrie. Unverzichtbar sei auch das herausragende Engagement der Pflegekräfte und der Therapeuten aus Physio- und Ergotherapie sowie des Case-Managements und Ärzten aus der Allgemeinmedizin, der Gerontopsychiatrie und der Inneren Medizin.

Ganzheitlich behandeln

Durch gemeinsame Visiten und Fallbesprechungen können ganzheitliche Behandlungskonzepte verfolgt werden, die auch die Vor- und Begleiterkrankungen der älteren Patienten einbeziehen. Komplikationsmöglichkeiten können so früher erkannt und vermieden werden. „Die strukturierte interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit senkt die Sterbe- und Komplikationsraten deutlich“, sagt Dr. Manfred Gogol, Oberarzt Geriatrie in der Unfallchirurgischen Klinik. Auch der Erhalt der Selbstständigkeit scheint mit diesem Konzept besser gewährleistet zu sein. (ub)

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