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Telemedizin beim neurologischen Kindernotfall

Neurologische Notfälle im Rettungsdienst bei Kindern – welche Möglichkeiten bietet der Telenotarzt?

  • Open Access
  • 02.03.2026
  • Originalien

Zusammenfassung

Hintergrund

Bewertung des Potenzials für telemedizinische Konsultationen und Feststellung der Notwendigkeit der Vor-Ort-Anwesenheit eines spezialisierten pädiatrischen Notarztes für die Behandlung neuropädiatrischer Notfälle.

Material und Methoden

Retrospektive Auswertung von Routineeinsatzdaten des Kindernotarztdiensts (KND) in München im Zeitraum von 01/2017 bis 12/2020. Alle neurologischen Einsätze mit verfügbaren Protokollen für Patienten im Alter bis zu 18 Jahren wurden ausgewertet. Als Marker für die notwendige Vor-Ort-Anwesenheit eines Kindernotarztes wurde für die Analyse die Anlage eines Gefäßzugangs mit anschließender Medikamentengabe oder die Notwendigkeit eines Atemwegsmanagements definiert.

Ergebnisse

Während des Studienzeitraums erfolgten insgesamt 1315 neurologische Einsätze des KND. Gründe für die meisten neurologischen Einsätze (95,9 %) waren epileptische Anfälle. 9,7 % der Patienten erhielten intravenös Medikamente. In 2,1 % der Fälle war eine Maskenbeatmung oder Intubation notwendig. Kombiniert war daher in 10 % der Fälle die Vor-Ort-Anwesenheit des KND notwendig, wenn davon auszugehen ist, dass die intravenöse Gabe von Medikamenten und das Atemwegsmanagement durch den Kindernotarzt erfolgen sollten. Bei Patienten zwischen ≥ 3 und < 6 Jahren war die Vor-Ort-Anwesenheit eines (Kinder‑)Notarztes signifikant häufiger notwendig (19,1 %, p > 0,001). Bei infektassoziierten Anfällen war die Vor-Ort-Anwesenheit eines Kindernotarztes weniger häufig notwendig.

Diskussion

Neuropädiatrische Notfälle zeigen großes Potenzial für telemedizinische Versorgung/Konsultationen in bis zu 90 % der Fälle. In lediglich 10 % aller neurologischen Notfälle waren am Einsatzort invasive Maßnahmen (intravenöser Zugang und/oder Atemwegsmanagement) erforderlich. Die Etablierung einer telemedizinischen Versorgung durch einen „Telekindernotarzt“ reduziert lange Anfahrts‑/Wartezeiten und erweitert das Einzugsgebiet sowie den Zugang zu qualifizierter pädiatrischer Expertise für eine größere Anzahl von Patienten.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Kurze Hinführung zum Thema

Die Ressourcenknappheit ist eine führende Limitation und Herausforderung vieler Gesundheitssysteme. Dies betrifft in Deutschland vor allem den Personalbereich. Für die optimale Versorgung von Kindernotfällen sollten die Behandlungsteams eine spezielle pädiatrische, vor allem aber zeitgleich auch notfallmedizinische Expertise haben. Um diese Expertise einer größeren Anzahl an Patienten zukommen zu lassen, untersucht die vorliegende Arbeit, welche Krankheitsbilder auch unter telemedizinischer Expertise adäquat behandelt werden könnten, und generiert eine erste Bedarfsabschätzung für den Einsatz des „Telekindernotarztes“ [1, 2].

Hintergrund

Neben respiratorischen Notfällen stellen neurologische Notfälle eine der häufigen präklinischen Einsatzindikationen bei Kindern dar. In dieser Gruppe stellen vor allem epileptische Anfälle einen großen Anteil dar [1]. Bei Kindern kommt es häufig zu infektassoziierten Krampfanfällen, die sich tonisch-klonisch, meist generalisiert zeigen. Aber auch erste epileptische Anfälle auf dem Boden einer bestehenden, dann zu diagnostizierenden Epilepsie, Epilepsiesyndrome oder zerebrale Anfälle als Ursache einer zugrunde liegenden Grunderkrankung kommen vor. Im vorliegenden Text wird der epileptische Anfall als Überbegriff für alle diese Entitäten verwendet. Ein infektassoziierter Anfall wird im Volksmund und Alltag häufig als Fieberkrampf bezeichnet. Bisher gibt es kaum wissenschaftliche Daten zu präklinischen kindernotärztlichen Einsätzen, d. h. Einsätzen, bei denen spezialisierte Kindernotärzte (= Notärzte, die ausschließlich [24 h und 7 Tage die Woche] mit einem eigenen Einsatzfahrzeug) für die Versorgung kritisch kranker Kinder vor Ort sind. Dies liegt vor allem an den wenigen verfügbaren derartigen Kindernotarztsystemen national und international. In vielen Regionen werden sogenannte „medical intervention cars“, aber auch optional abholbare, nicht speziell in der Notfallmedizin qualifizierte Pädiater*innen und auch indikationsfremd eingesetzte Neugeborenennotarztdienste als verfügbare „Kindernotarztsysteme“ angeboten. In Deutschland gibt es in der Metropolregion München, die neben dem Stadtgebiet auch die angrenzenden Landkreise versorgt, eine durchgängige Verfügbarkeit von Kindernotärzten. Kindernotfälle machen nur etwa 4–10 % aller Einsätze im Regelrettungsdienst aus und sind somit eher seltene Ereignisse, die aus verschiedenen Faktoren eine hohe Belastung für das Rettungsdienstpersonal darstellen [24]. Die meisten prähospitalen pädiatrischen Notfälle folgen dem Motto: „Häufig ist ‚nichts‘, aber wenn, dann ist es ‚schlimm‘“ (aus Both et al., [5]). Eine mangelnde Routine in der gewichtsadaptierten Medikamentengabe sowie das Nichtanwenden von kognitiven Hilfsmitteln kann häufig zu relevanten Medikamentenfehldosierungen führen [6, 7]. Die Anwesenheit von pädiatrisch erfahrenen Notfallmedizinern kann die Einsätze durch fortgeschrittene praktische Fähigkeiten im Atemwegsmanagement, ein hohes Maß an klinischer Erfahrung und die korrekte Einschätzung der Erkrankungsschwere erleichtern [8, 9]. Auch in Deutschland gewinnt die Telemedizin in der präklinischen Versorgungslandschaft immer mehr an Stellenwert. In der Notfallversorgung von Erwachsenen konnte bereits gezeigt werden, dass für bestimmte Krankheitsbilder eine telemedizinische Versorgung der Vor-Ort-Versorgung durch einen Notarzt äquivalent ist [12]. Mehrere Studien konnten zeigen, dass Telemedizin die ärztliche Bindungszeit (= Zeit, die ein Arzt durch den Einsatz gebunden ist) halbiert, die Anzahl der Einsätze mit anwesendem Notarzt reduziert, die Dokumentationsqualität erhöht, das therapiefreie Intervall verkürzt und in der medizinischen Qualität der Versorgung mindestens gleichwertig ist [1315]. Während in der Regelnotfallversorgung von Erwachsenen die telemedizinische Behandlung von Patienten rasch zunimmt, sind diese fortschrittlichen Möglichkeiten in der präklinischen Kindernotfallmedizin bei fehlendem „proof of concept“ bisher noch nicht etabliert. In der Literatur existieren bisher keine relevanten Studien, die ähnliche Studienfragen mit Bezug auf rein pädiatrische präklinische Einsätze konklusiv beantworten.

Ziel der Arbeit

Einschätzung des Potenzials für das telemedizinische Hinzuziehen eines spezialisierten Kindernotarztes. Feststellung der Notwendigkeit der Vor-Ort-Anwesenheit des Kindernotarztdiensts (KND) zur Versorgung neurologischer Kindernotfälle.

Studiendesign und Untersuchungsmethoden

Retrospektive Auswertung der Routineeinsatzdaten des KND in der Metropolregion München von Januar 2017 bis Dezember 2020. Untersucht wurden alle neurologischen Einsätze (definiert als Einsätze, die eine neurologische Einsatzdiagnose wie z. B. epileptischer Anfall, Status epilepticus oder „Fieberkrampf“ erhalten haben) mit vorliegenden Protokollen bei Patienten im Alter von 0 bis 18 Jahren; die Daten wurden in SPSS und Microsoft Excel analysiert. Abb. 1 zeigt die Entstehung der Studienkohorte. Da die Einsatzprotokolle dezentral von den jeweiligen Kindernotärzten gesammelt werden, waren für die Erfassung (aufgrund von Umzügen der Kollegen, Berentung etc.) nur ca. 60 % Protokolle verfügbar. Schädel-Hirn-Traumata wurden als traumatologische Einsätze gewertet. Die Anlage eines Gefäßzugangs mit Medikamentengabe (exklusive der Gabe von Vollelektrolytlösung oder Ringer-Lösung o. Ä. ohne Diagnose Dehydratation o. Ä.) oder die Notwendigkeit eines Atemwegsmanagements, welches über die Sauerstoffapplikation oder Inhalation hinausging (z. B. Maske-Beutel-Beatmung, supraglottischer Atemweg, endotracheale Intubation, Beatmung über Tracheostoma), wurde als Marker der notwendigen Vor-Ort-Anwesenheit des Kindernotarztdiensts definiert. Trafen einer der beiden Marker oder beide Marker bei einem Patienten zu, galt die Vor-Ort-Anwesenheit des KND für diesen Einsatz als erforderlich.
Abb. 1
Entstehung der Studienkohorte
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Bei epileptischen Anfällen (definiert als meist tonisch-klonischer Krampfanfall, infektassoziiert, als Krampfanfall unklarer Ätiologie oder bei bekannter Epilepsie) wurde in einer weiteren, restriktiveren Analyse die Notarztanwesenheit erst ab Zweitlinientherapie (Substanzklassenwechsel, definiert als Wechsel von Benzodiazepinen zu einer anderen Wirkstoffgruppe, z. B. Levetiracetam) angenommen.

Ergebnisse

Anzahl der Kindernotarztdienste zwischen 2017 und 2020

Im Studienzeitraum (01/2017–12/2020) wurden 1315 neurologische Einsätze des KND ausgewertet (Abb. 1). Davon waren 97,6 % (n = 1284) Primäralarmierungen. In 7,9 % (n = 104) der Einsätze erfolgte lediglich eine Vor-Ort-Behandlung ohne Transport und 5,6 % (n = 74) wurden direkt auf eine Intensivstation transportiert. Die Mehrheit der Einsätze (95,9 %, n = 1265) waren epileptische, meist infektassoziierte Anfälle oder Status epileptici.
In 226 Fällen (17,2 %) wurde ein Gefäßzugang etabliert, wobei 56,6 % (n = 128) der Patienten mit Zugang anfallssuppressive Medikamente (ASM) erhielten (9,7 % aller Patienten). In 43,4 % (n = 98) der Fälle wurde trotz Zugang kein Medikament intravenös oder intraossär verabreicht. Zwei Patienten erhielten einen intraossären Zugang. Bei insgesamt 51 Einsätzen (4,0 %) aller 1265 epileptischen Anfälle war die Gabe von zwei oder mehr anfallssuppressiven Medikamenten erforderlich. Midazolam und Diazepam wurden mit 50,9 % und 37,2 % am häufigsten eingesetzt. Nur 1,3 % (n = 16) der Patienten erhielten Levetiracetam. In 18 (1,4 %) Fällen war eine Narkoseeinleitung zur Durchbrechung des epileptischen Anfalls notwendig (siehe Tab. 1).
Tab. 1
Applizierte anfallssuppressive Medikamente
 
Midazolam
Diazepam
Phenobarbital
Levetiracetam
Clonazepam
Lorazepam
Phenytoin
Gesamt [n]
235
172
18
16
16
4
1
Anteil an allen applizierten anfallssuppressiven Medikamenten [%]
50,9 %
37,2 %
3,9 %
3,5 %
3,5 %
0,9 %
0,2 %
Von allen Patienten mit epileptischen Anfällen
18,6 %
13,6 %
1,4 %
1,3 %
1,3 %
0,3 %
0,1 %
In 11 % (n = 144) waren Sauerstoffgabe und/oder Inhalation notwendig. Erweiterte Atemwegsmaßnahmen (z. B. Beutel-Masken-Beatmung, Larynxmaske, Intubation) waren in 2,1 % (n = 27) notwendig, womit in 97,9 % der Fälle kein erweitertes Atemwegsmanagement erforderlich war (siehe Tab. 2). Zusammen mit der Indikation zur Vor-Ort-Anwesenheit aus der intravenösen Medikamentengabe ergeben sich somit 132 Fälle (10,0 %), bei denen davon ausgegangen werden kann, dass die Vor-Ort-Anwesenheit des KND notwendig war. Siehe Abb. 2.
Tab. 2
Maßnahmen für KND-vor-Ort-Anwesenheit
Maßnahmen für KND-vor-Ort-Anwesenheit
n (Patienten)
[%]
A/B-Maßnahme
171
13,0*
Sauerstoffapplikation
135
78,9**
Sauerstoffapplikation und Inhalation
3
1,8**
Inhalation
6
3,5**
Beutel-Masken-Beatmung
7
4,1**
Beatmung über vorliegendes Tracheostoma
1
0,6**
SGA
1
0,6**
Intubation
18
10,5**
Gefäßzugänge
226
17,2*
i.v.-Zugang
224
99,1**
i.o.-Zugang
2
0,9**
Davon mit Medikamentengabe
128
56,6***
i.v.-Medikation + erweitertes Atemwegsmanagement****
23
1,7 %
*aller 1315 Einsätze
**% der Subgruppe
***% aller Patienten mit Gefäßzugängen
****Berechnung der Vor-Ort-Anwesenheit des KND von 10 % (n = 132 Patienten): Beutel-Masken-Beatmung + Beatmung über vorliegendes Tracheostoma + SGA + Intubation (n = 27) + Gefäßzugänge mit Medikamentengabe (n = 128) = 155, hiervon müssen jene Patienten abgezogen werden, die sowohl i.v.-Medikation als auch ein erweitertes Atemwegsmanagement erhielten (n = 23) → 132 Patienten
Abb. 2
Anzahl der Patienten mit Indikationen für KND-vor-Ort-Anwesenheit (n = 132)
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Im Rahmen der Stufentherapie des epileptischen Anfalls wird ein Gefäßzugang erst für die Gabe von Levetiracetam oder anderen intravenösen anfallssuppressiven Medikamenten benötigt, da primär Midazolam über eine große Anzahl alternativer Applikationswege gegeben werden kann. Ex post würde sich die Anzahl der Patienten mit notwendiger i.v./i.o.-Medikamentengabe bei restriktiverer Indikationsstellung, auf 62 (4,7 %) reduzieren. Zusammen mit der Indikation zur Vor-Ort-Anwesenheit des KND zur erweiterten Atemwegssicherung (2,1 %, n = 27) ergibt sich eine kombinierte Vor-Ort-Anwesenheits-Rate von 5,0 % (n = 66). Bei anderen neurologischen Notfällen blieb die Vor-Ort-Anwesenheit unverändert. In 18 Fällen wurde der Patient auf eine Intensivstation transportiert ohne Notwendigkeit einer i.v.-Medikation oder eines erweiterten Atemwegsmanagements (ohne die Studienkriterien für eine Vor-Ort-Anwesenheit des KND zu erfüllen).

Vor-Ort-Anwesenheit des KND stratifiziert nach Alter

In der Altersgruppe (nach dem „modified Munich Age Classification System“, kurz mMACS) „Early childhood“ (≥ 3 Jahre–< 6 Jahre) war die Vor-Ort-Anwesenheit eines Kindernotarztes signifikant häufiger erforderlich (19,1 %, p < 0,001). Der KND wurde 31-mal nachgefordert, wobei nur in 8 Fällen (25,8 %) invasive/manuelle Maßnahmen nötig waren. Mit restriktiverer Indikationsstellung (ab Therapie der 2. Linie) wären es 5 Fälle (16,1 %) gewesen. Siehe Abb. 3 [16, 17].
Abb. 3
KND-Anwesenheit nach mMACS-Altersgruppen
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Einsätze des KND bei „Fieberkrämpfen“

Bei Einsätzen mit der Diagnose „Fieberkrampf“ war die Vor-Ort-Anwesenheit des KND in 3,6 % (28/778) der Fälle notwendig. Mit restriktiverer Indikationsstellung (ab Therapie der 2. Linie) nur in 8 Fällen (1,0 %). Ein erweitertes Atemwegsmanagement (Beutel-Masken-Beatmung, Larynxmaske, Intubation, Beatmung über Tracheostoma) war in 4 Fällen (0,5 %) erforderlich.
In Monaten mit weniger infektassoziierten Anfällen (August bis November) konnte die Notwendigkeit einer höheren Vor-Ort-Anwesenheit (von bis zu 19,4 %) festgestellt werden. Während der Infektsaison (von Dezember bis März) stiegen die Einsatzzahlen für neuropädiatrische Notfälle, und hier vor allem die infektassoziierten Krampfanfälle, deutlich an. Siehe Abb. 4.
Abb. 4
Saisonale Trends
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Die dokumentierte Vigilanz (bei Eintreffen des Notarztes) mittels AVPU zeigt einen klaren Zusammenhang mit den durchgeführten Maßnahmen und der notwendigen Vor-Ort-Anwesenheit des KND (siehe Abb. 5).
Abb. 5
Notwendige Interventionen nach dokumentiertem AVPU-Schema
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Anfahrtszeiten der Einsätze und Vor-Ort-Anwesenheiten des KND

Die durchschnittliche Anfahrtszeit, definiert als Zeitraum von Alarm bis Eintreffen beim Patienten, betrug 11 min (Median 10 min, Minimum 0 min, Maximum 52 min). In 2,6 % der Einsätze wurde der KND per Rettungshubschrauber (RTH) zum Einsatzort gebracht.
Für Einsätze, bei denen laut Studienkriterien keine Vor-Ort-Anwesenheit des KND erforderlich gewesen wäre, ergibt sich im Studienzeitraum eine Fahrzeit von mindestens 23.660 min (11.830 min Anfahrt + mindestens 11.830 min Rückfahrt). Dies entspricht etwa 394 h oder 16 Tagen. Diese Zeit (4 ganze Tage im Jahr) könnte durch telemedizinische Konsultationen eingespart werden.

Diskussion

Diese retrospektive Analyse von neurologischen Kindernotarzteinsätzen in der Metropolregion München identifiziert ein großes Potenzial für telemedizinische Konsultationen über den Ballungsraum München hinaus. Gerade in Zeiten der Ressourcenknappheit und immenser Personalengpässe in der Pädiatrie ist es besonders wichtig, verbleibende Ressourcen effektiv und sinnvoll einzusetzen. Eine Ressourcenersparnis und Versorgungsgerechtigkeit für ein größeres, nationales Einsatzgebiet ergäbe sich durch die Möglichkeit, den „Tele-KND“ flächendeckend im gesamten Einzugsbereich eines Telenotarztbereichs, also auch außerhalb des Ballungsgebiets München einzusetzen.
Eine überwiegende Anzahl aller neurologischen Einsätze des KND sind infektassoziierte epileptische Anfälle, die zum Zeitpunkt des ersteintreffenden Rettungsmittels häufig schon sistiert sind. Diese Einsätze erfordern in der Regel keinen Notarzt mit pädiatrisch-notfallmedizinischer Expertise mehr vor Ort. Mit einer umfangreicheren Schulung des Rettungsdienstpersonals, insbesondere der RTW-Besatzungen, kann zukünftig ein breiteres Spektrum an Einsätzen unter telemedizinischer Konsultation abgearbeitet werden. Bezüglich der häufig aufkommenden Fragen der Hospitalisierungspflichtigkeit reicht die telemedizinische Konsultation eines Pädiaters zumeist aus. Bei schlechter Umsetzung könnte die fehlende Vor-Ort-Verfügbarkeit eines pädiatrischen Notfallmediziners allerdings auch zur vermehrten Vorstellung der Kinder in einer Kindernotaufnahme führen.
Potenziell könnten (nach den oben angegebenen Kriterien) 96,5 % aller infektassoziierten Anfälle mit unterstützender telemedizinischer Konsultation effektiv und sicher behandelt werden. Bei Patienten mit einer Temperatur > 38,0 °C betrug die notwendige Vor-Ort-Anwesenheit des KND 7,5 %. In der Kombination der Symptome epileptischer Anfall und Temperatur ≤ 38 °C können 70 % aller notwendigen Vor-Ort-Anwesenheiten bei epileptischen Anfällen richtig eingeschätzt werden, bei der Verwendung der restriktiveren Vor-Ort-Indikation (erst ab Zweitlinientherapie) sogar 78 % aller notwendigen Einsätze.
Die verschiedenen Applikationsmöglichkeiten der Benzodiazepine, insbesondere von Midazolam, tragen dazu bei, dass die erste und zweite Medikamentengabe zur Durchbrechung eines epileptischen Anfalls auch ohne vorhandenen intravenösen Zugang durchgeführt werden kann. Bei älteren Kindern gelingt dem erfahrenen Anwender ohne spezielle pädiatrische Expertise die Anlage eines intravenösen Zugangs.
Eine besondere Herausforderung bei der Etablierung eines telemedizinischen Versorgungskonzepts stellt die Wahl der – überhaupt infrage kommenden – telemedizinisch abzuarbeitenden Einsätze dar. Diese ist bei der Alarmierungsdiagnose „epileptischer Anfall“ oft besonders schwierig, da die Vigilanz der Patienten selbst bei vermeintlich unkomplizierten, infektassoziierten Anfällen zum Zeitpunkt des Notrufs häufig noch stark eingeschränkt ist und telemedizinisch eventuell schwer zu beurteilen ist, ob der Patient auch nach augenscheinlichem Sistieren des epileptischen Anfalls noch krampft, dies muss im Verlauf Inhalt weiterer Machbarkeitsstudien der Telemedizin sein.
Das Risiko des Nichtentsendens eines spezialisierten Kindernotarztes an den Ort des Notfallgeschehens (bezogen auf den Ballungsraum München) bzw. eines Notarztes (bezogen auf eine möglicherweise flächendeckende Anwendung des „Tele-KND“) muss daher in einer gut belegten Risiko-Nutzen-Abschätzung evaluiert werden. Einschränkend kommt hinzu, dass, sollte der Kindernotarzt bzw. der Notarzt doch vor Ort benötigt werden, es durch Nachalarmierung zu einer zusätzlichen Verzögerung des Eintreffens am Einsatzort kommt im Vergleich zur primären Alarmierung des (Kinder‑)Notarztes. In der dadurch entstandenen Verzögerung werden in Notfallsituationen möglicherweise wegweisende Therapieentscheidungen und kritische Prozeduren (Narkose und Atemwegsmanagement) nicht durchgeführt, die eigentlich unmittelbar notwendig wären. Eine spezialisierte pädiatrische telemedizinische Konsultation kann dies unmittelbar durch Unterstützung des Rettungsdienstteams vor Ort (auch ohne fest etabliertes Kindernotarztsystem) verhindern.
Der dokumentierte AVPU-Score scheint in unseren Daten einen Zusammenhang mit der möglichen Vor-Ort-Notwendigkeit des Kindernotarztdiensts zu haben, kann aber während eines epileptischen Anfalls für den initialen Notruf nicht als Entscheidungskriterium herangezogen werden, da zu diesem Zeitpunkt ein Sistieren des epileptischen Anfalls natürlich nicht sicher angenommen werden kann. Hier könnte eine telemedizinische Konsultation eines Tele-(Kinder‑)Notarztes bereits zum Zeitpunkt der Alarmierung dazu beitragen, dass für ansprechbare oder verbal adäquat reagierende Kinder nach stattgehabtem epileptischem Anfall kein notärztlich besetztes Rettungsmittel disponiert werden müsste. Durch den Wegfall von Fahrtzeiten bei Einsätzen ohne notwendige Vor-Ort-Maßnahmen steht der Kindernotarzt im Ballungsraum München in der zusätzlich gewonnenen Zeit für andere und damit „zahlenmäßig mehr“ Notfälle zur Verfügung, bei denen seine Anwesenheit benötigt wird.
Aus unserer Analyse geht hervor, dass eine kindernotärztliche Expertise in einigen Fällen auch telemedizinisch anwendbar ist. Daher wäre ein weiteres mögliches Einsatzgebiet für spezialisierte Kindernotärzte die schichtweise Besetzung eines Telekindernotarztes, um auch für ein erweitertes Einsatzgebiet, beispielsweise angebunden an bereits existierende Telenotarztstandorte (in Bayern z. B. Straubing), beratend zur Seite stehen zu können. Für Notärzte, in deren Arbeitsumfeld kein Kindernotarzt zur Verfügung steht, kann die Handlungssicherheit im Kindernotfall durch eine telemedizinische Unterstützung von erfahrenen Kindernotfallmedizinern sicher deutlich erhöht werden.

Limitationen

Für die analysierten Daten gibt es mehrere relevante Einschränkungen. Es handelt sich um eine retrospektive Auswertung von Routineeinsatzdaten aus Notarztprotokollen. Die Daten wurden nicht in Bezug auf die Studienfrage erhoben, die primäre Datenerfassung erfolgte somit nicht, um das primäre Studienziel zu erfassen (Erfassung der Anzahl der Notfalleinsätze und Einsatzspektrum). Insgesamt 40,7 % der Protokolle aller Einsätze im Studienzeitraum standen nicht zur Auswertung zur Verfügung, wodurch eine systematische Verzerrung der Ergebnisse nicht ausgeschlossen werden kann. Mit insgesamt 1315 Einsatzprotokollen wurde allerdings eine aussagekräftige Menge an Einsätzen analysiert. Die Verwendung von intravenöser Medikamentengabe und Atemwegsmanagement als Indikatoren für die notwendige Vor-Ort-Anwesenheit eines Kindernotarztes ist womöglich nicht granulär genug und berücksichtigt mögliche andere wichtige Faktoren (wie etwa pädiatrische Expertise und Erfahrung im Umgang mit Eltern in Ausnahmesituationen, eine akkuratere Einschätzung des Kindes, Erkennen von epileptischen Anfällen etc.) nicht. Es existiert keine Evidenz für die Verwendung der Parameter „i.v.-Medikation“ und „Atemwegsmanagement“ als Indikatoren einer notwendigen Vor-Ort-Anwesenheit eines Notarztes. Womöglich liegt daher die sinnvolle Rate an möglichen telemedizinischen Konsultationen niedriger; wie viel niedriger sie liegt, sollte in prospektiven Folgestudien objektivierbar quantifiziert werden. Durch fehlende eigene bzw. individuelle Informationen vom „Erwachsenen“-Notarzt vor Ort erfolgt retrospektiv eine einseitige Einschätzung der Indikation zur Anwesenheit des Kindernotarztes, es wurde nicht berücksichtigt, ob die Fähigkeiten und Expertise des „Erwachsenen“-Notarztes oder auch des Notfallsanitäters für die erfolgreiche Durchführung der Einsätze ausgereicht hätten, weil diese durch die retrospektive Analyse nicht befragt werden konnten. Die Einsätze des KND wurden vermutlich durch die globale COVID-19-Pandemie beeinflusst [18].

Schlussfolgerung

Epileptische Anfälle sind die häufigsten neurologischen Notfälle im Säuglings- und Kindesalter im präklinischen Setting. Bei 90 % aller neurologischen Einsätze des KND waren keine invasiven Maßnahmen am Einsatzort notwendig, sodass sie möglicherweise durch eine telemedizinische Konsultation genauso sicher und effektiv hätten behandelt werden können. Aktuell gibt es keine sichere Differenzierung mit ausreichender Trennschärfe zum Zeitpunkt der Alarmierung und validierte Screeningparameter fehlen. Eine mögliche Variante wäre, Kriterien festzulegen, bei denen ein Telekindernotarzt alarmiert wird, wie z. B. „Notarztindikation“ + „Kind < 10 Jahren“ + „Einsatzort durch KND nur in > XY Minuten erreichbar“ + „Abwesenheit von Tracer-Meldebild wie z. B. Reanimation“ = Tele-KND. Der Einsatz der seltenen Ressource Telekindernotarzt verringert die Notwendigkeit langer Anfahrts‑/Wartezeiten, erweitert dessen Einzugs‑/Wirkungsgebiet und erhöht den Zugang zu qualifizierter pädiatrischer Expertenhilfe für eine größere Anzahl an Patienten. Zur Etablierung eines telemedizinischen Konzepts sind daher die Erstellung fester Kriterien und Tracer-Diagnosen sowie eine Machbarkeitsanalyse notwendig.

Fazit für die Praxis

Das Potenzial für telemedizinische Konsultationen durch Kindernotfallmediziner bei neurologischen Notfällen ist hoch. Bei einer überwiegenden Mehrheit an neurologischen Kindernotfällen sind keine invasiven Maßnahmen notwendig. In der Zukunft müssen reliable und in Studien überprüfte Indikatoren etabliert werden, um frühzeitig Einsätze mit einer notwendigen Vor-Ort-Anwesenheit eines Notarztes von solchen unterscheiden zu können, die mittels Telemedizin direkt oder mit einem Regelrettungsteam qualitativ weiterhin gleichwertig versorgt werden können. Der „Tele-KND“ wäre die erste Möglichkeit einer flächendeckenden Ausrollung von spezialisierter pädiatrischer Expertise.

Danksagung

Ein besonderer Dank gilt Dr. Lea Reuter für ihre unermüdliche Arbeit beim Eingeben der Daten der Einsatzprotokolle. Wir danken allen teilnehmenden Ärzten des pädiatrischen präklinischen Notfallteams für ihren Beitrag zur Datenerhebung und dafür, dass sie die Studie ermöglicht haben. Namentlich: Annetzberger, Peter, Bergmann, Florian, Brosch, Sabine, Felbinger, Thomas, Gallitz, Stephanie, Heineking, Beatrice, Heinz, Peter, Kiesewetter, Isabel, Klot-Heydenfeldt, Felicitas, Mair, Inge, Malota, Mark, Mangel, Julia, Müller, Sebastian, Potthast, Fabian, Prauss, Alexander, Renner, Dunja, Richter, Peter, Rohde, Christoph, Schenkat, Sonja, Seidel, Jürgen, Silbereisen, Clemens, Thiel, Uwe, Toerring, Antonia, Wünsche, Susanne, Zimatschek, Sebastian.

Funding

Diese Studie wurde ohne Finanzierung durchgeführt.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

V. Lieftüchter, L. Reuter, M. Olivieri, M. Coenen, M. Tacke, I. Borggräfe, F. Hey, F. Hoffmann und D. Pfeiffer geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Das Studienprotokoll wurde von der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Nr. 20-0619 zugelassen. Die Studie wurde in Übereinstimmung mit der lokalen Gesetzgebung und den institutionellen Anforderungen durchgeführt.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Telemedizin beim neurologischen Kindernotfall
Neurologische Notfälle im Rettungsdienst bei Kindern – welche Möglichkeiten bietet der Telenotarzt?
Verfasst von
Dr. med. Victoria Lieftüchter
Lea Reuter
Martin Olivieri
Michaela Coenen
Moritz Tacke
Ingo Borggräfe
Florian Hey
Florian Hoffmann
Daniel Pfeiffer
Publikationsdatum
02.03.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Notfall + Rettungsmedizin
Print ISSN: 1434-6222
Elektronische ISSN: 1436-0578
DOI
https://doi.org/10.1007/s10049-026-01700-1
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