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01.02.2016 | Ausgabe 1/2016

HeilberufeScience 1/2016

Sturzereignisse in einem Universitätsklinikum

Zeitschrift:
HeilberufeScience > Ausgabe 1/2016
Autoren:
Veit Kinne, Jörg Klewer

Zusammenfassung

Einleitung

Die jährliche Sturzinzidenz in Krankenhäusern variiert häufig und hängt von der Morbidität der behandelten Patienten ab.

Ziel der Arbeit

Um Erkenntnisse über Sturzereignisse in einem Krankenhaus der Maximalversorgung zu gewinnen, sollten die Sturzprotokolle eines Universitätsklinikums analysiert werden.

Material und Methode

In einer retrospektiven Dokumentenanalyse wurden 684 standardisierte Sturzprotokolle eines Kalenderjahrs aus 17 Fachabteilungen im Sinne einer Vollerhebung ausgewertet.

Ergebnisse

Es wurde eine Gesamtsturzrate von 1,6 Stürzen/1000 Krankenhaustage berechnet. Die Sturzrate/1000 Krankenhaustage war in der Geriatrie mit über 10,3 am höchsten. Dort war ebenfalls der höchste Sturzanteil (20,6 %) zu verzeichnen, gefolgt von der Psychiatrie und den neurologischen Fachabteilungen. Das Durchschnittsalter aller gestürzten Patienten betrug 72 Jahre. Etwas mehr als ein Drittel der untersuchten Sturzereignisse waren Mehrfachstürze. Männer stürzten (auch mehrfach) häufiger als Frauen. Die Stürze erfolgten zu 70,9 % im Patientenzimmer und zu 14,7 % im Patientenbad. Höhere Sturzinzidenzen fanden sich v. a. in den Nacht-, späten Abend- und frühen Morgenstunden sowie bei dem Schichtwechsel vom Früh- zum Spätdienst. Knapp über die Hälfte (51,2 %) der gestürzten Patienten erlitt bei dem Sturz keine Verletzung.

Schlussfolgerung

Der häufig stürzende Patient war männlich, hatte ein Durchschnittsalter von 72 Jahren und war in seiner Mobilität nicht eingeschränkt. Inadäquates Schuhwerk oder Schwindel und körperliche Schwäche waren als häufigste Risikofaktoren dokumentiert. Die Stürze ereigneten sich überwiegend im Patientenzimmer und beim Gang zur Toilette. Diese Ergebnisse können bei der Prävention von Stürzen im Krankenhaus helfen.

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