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07.07.2022 | Studie | Nachrichten

Studie: Pandemie belastet Pflegebedürftige stark

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Die Daten von 500 Pflegebedürftigen, Leistungserbringern und Angehörigen in Bayern zeigen: Kontaktbeschränkungen und weggefallene Unterstützungsangebote während der Pandemie haben die psychische Belastung für Betroffene und ihre Angehörigen deutlich erhöht.

© alex.pin / stock.adobe.comUnterstützung bei der Pflege zu Hause. In der Pandemie-Hochzeit waren Angebote wie Tagespflege oder Ergotherapie nur bedingt möglich. Eine zusätzliche Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.

Einsam und überfordert: Die Pandemie hat bei Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen deutliche Spuren hinterlassen, so ein erstes Zwischenergebnis der BaCom-Studie (Bayerischer ambulanter COVID-19 Monitor), das am Sonntag veröffentlicht wurde. „Die ersten Ergebnisse der Studie verdeutlichen nachdrücklich: Die Pandemie war und ist eine starke psychische Belastung für Pflegebedürftige wie auch für pflegende Angehörige“, so Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek.

Während pflegende Angehörige besonders gefordert waren, weil Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten wie Tageseinrichtungen, Kurzzeitpflege oder Ergotherapie ausfielen, machte den Pflegebedürftigen selbst vor allem die Einsamkeit zu schaffen. „Das Gefühl des Alleinseins hat bei Pflegebedürftigen mit und ohne COVID-Erkrankung im Vergleich zu vor der Pandemie deutlich zugenommen“, berichtete Studienleiter Professor Jochen Gensichen, Direktor am Institut für Allgemeinmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Teilhabe nur übers Telefon funktioniert nicht

Es seien die unterbrochenen Prozesse in den Familien, die die Pflegebedürftigen besonders beeinträchtigten, erläuterte er. „Die vertrauten Beziehungen ändern sich, wenn sie nur noch über das Telefon gelebt werden können. Wichtige beratende Aufgaben einer Großelternschaft können nicht mehr übernommen werden und reduzieren die Teilhabe am Familienleben.“

Aber auch jene, deren pflegebedürftige Angehörige in stationären Einrichtungen versorgt werden, zeigen ein erhöhtes Angst- und Stressaufkommen. Die Kontaktbeschränkungen hätten ihre Sorgen um die Pflegebedürftigen nochmals verstärkt, sagte Gesundheitsminister Holetschek.

Die BaCoM-Studie war 2021 unter Federführung des Klinikums der LMU gestartet worden, um die psychischen, physischen und sozialen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie bei Pflegebedürftigen und Angehörigen in der ambulanten und stationären Langzeitpflege in Bayern interdisziplinär zu untersuchen. Bis zu 1500 Bürger mit Unterstützungsbedarf bei Alltagsaktivitäten (zum Beispiel Haushalt, Medikation, Mobilität) oder Pflegestufe I bis V aus häuslicher oder stationärer Pflege mit positivem COVID-19 PCR-Test sollen zu den körperlichen und psychischen Folgen ihrer Erkrankung befragt und untersucht werden. Auch Hausärztinnen und Hausärzte werden im Rahmen der Studie befragt. Das Bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium fördert die Studie mit 3,4 Millionen Euro.

Bislang 500 Teilnehmer

Neben dem LMU Klinikum München sind die Katholische Stiftungshochschule München sowie die Universitätskliniken in Würzburg und Erlangen an dem Projekt beteiligt. Im ersten Jahr haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums und der LMU fast 500 Pflegebedürftige, Leistungserbringer und Angehörige beteiligt. Nun würden für den weiteren Verlauf der Studie, die insgesamt drei Jahre dauern soll, zusätzliche Teilnehmer gesucht.

Teilnehmende Hausärztinnen und Hausärzte erhalten eingangs eine kurze Einführung zum Ablauf der Studie, anschließend klären sie die Patienten oder ihre gesetzlichen Vertreter über die Studie auf, holen die Einverständniserklärung ein und übersenden den ausgefüllten Fragebogen des Patienten sowie die Aufklärungs- und Einwilligungsunterlagen zur Studie, Gesamtaufwand etwa 30 Minuten. (reh, mic)

Weitere Infos unter: www.bacomstudie.de/

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