Zum Inhalt

Schmerzerfassung bei Demenz – Pflegeheime testen App 

  • 01.04.2025
  • Studie
  • Nachrichten

Die Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz gestaltet sich in der Praxis schwierig. Fünf Pflegeheime testen jetzt, ob eine KI-App diesen Prozess einfacher und sicherer machen kann. 

An der Hochschule Bielefeld (HSBI) ist ein innovatives Forschungsprojekt gestartet. Unter der Leitung von Professorin Rena Amelung vom Fachbereich Gesundheit wird erstmals in Deutschland die bereits in Europa zugelassene PainChek® App zur Schmerzerfassung getestet. Dabei kooperiert die HSBI mit fünf Pflegeheimen.

Die Wissenschaftler*innen wollen herausfinden, ob das digitale Tool Schmerzen bei Patentinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Demenz wirksam und zuverlässig erfassen kann. Menschen in diesem Stadium der Demenz können ihre Schmerzen in der Regel nicht mehr adäquat verbal äußern.

App arbeitet mit KI-Unterstützung

Im Rahmen der Studie wird zunächst der aktuelle Schmerzzustand mittels der PainChek-App sowie parallel mit der BESD-Skala erfasst, einem anerkannten Instrument zur Beurteilung von Schmerzen bei Demenz. Zudem wird die Schmerzmedikation der Patienten nach dem WHO-Stufenplan evaluiert.

Die KI-gestützte App berücksichtigt zur Schmerzerfassung 42 Items, die unter anderem Mimik, Stimme, Bewegung, Verhalten und Aktivität des Patienten analysieren. Hinzu kommen benutzergeführte Funktionen. Personalisierte Schmerzprofile sollen zu besseren Pflegeergebnissen beitragen.

Das Projekt läuft laut HSBI bis Ende Dezember 2025. In australischen Pflegeeinrichtungen wird PainChek bereits routinemäßig zur Schmerzerfassung bei rund 45.000 Demenzpatienten genutzt. Auch in Großbritannien kommt das Tool bereits breit zum Einsatz. (ne)

Bildnachweise
Mimikerfassung mit der PainChek App/© PainChek