Zu wenig Pflanzliches Krankenhaus-Essen als Gesundheitsrisiko
- 28.07.2025
- Studie
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Die Mahlzeiten in Krankenhäusern und Heimen genießen nicht immer den besten Ruf. Eine Studie zeigt jetzt: Statt zur Genesung beizutragen, kann das Essen sogar die Gesundheit gefährden. Auch in ökologischer Hinsicht sind die Speisepläne vielfach bedenklich.
Die Mahlzeiten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind oft wenig gesundheitsfördernd. (Symbolbild) © gballgiggs / Stock.adobe.com
Das Essen in Krankenhäusern und Heimen ist qualitativ schlecht und birgt auf längere Sicht Gesundheitsrisiken für Bewohner und Patienten. Zu diesem Schluss kommen Forschende des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Berliner Charité und der Stanford University in einer gemeinsamen Studie.
Das Forscherteam nahm dafür die Speisepläne und Einkaufsdaten von zwei Krankenhäusern und drei Pflegeheimen in verschiedenen Regionen Deutschlands unter die Lupe.
Zu wenig essentielle Nährstoffe
Es zeigten sich große Defizite: Wie Studienautorin Lisa Pörtner vom PIK und der Charité erklärt, enthielten die Mahlzeiten zu wenig gesunde pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Weißmehlprodukte, Zucker, Salz und gesättigte Fette waren dagegen im Übermaß vertreten. „Das führt dazu, dass Ernährungsqualität und Nährstoffangebot zu gering ausfallen.“
So enthielt das Essen in allen untersuchten Einrichtungen deutlich weniger essentielle Nährstoffe wie Folsäure, Kalium und Vitamin B6 als empfohlen. In Pflegeheimen kam noch eine unzureichende Eiweißversorgung hinzu.
Weniger als ein Fünftel der Energiezufuhr erfolgte über vollwertige, pflanzliche Lebensmittel. Gleichzeitig lieferten Weißmehlprodukte mehr als 20 Prozent der Kalorien. Der Anteil von rotem Fleisch lag zwischen 10 und 17 Prozent.
Diese Zusammenstellung führe nicht nur zu einer schlechten Ernährungsqualität, sondern wirke sich negativ auf die Umwelt aus. Tierische Produkte erhöhten unter anderem die Treibhausgasemissionen, so die Studienautorin.
Co-Autorin Nathalie Lambrecht von der Stanford University folgert aus den Ergebnissen, „dass das Essen in den untersuchten Einrichtungen ein Gesundheitsrisiko darstellen kann, wenn es über längere Zeiträume konsumiert wird.“ Ungesunde Ernährung sei eine Hauptursache chronischer Erkrankungen, so die Ernährungswissenschaftlerin. In ihrer jetzigen Form trage die Verpflegung in Gesundheitseinrichtungen zudem zu Umweltzerstörung und zum Klimawandel bei.
Verpflegung muss grundlegend anders werden
Die Autorinnen kommen zu dem Schluss, dass die Verpflegung in Pflegeheimen und Krankenhäusern "grundlegend anders" werden muss, um sowohl die Gesundheit der Patienten und Bewohner als auch die des Planeten zu schützen. Politik und Gesundheitsversorger müssten die Qualität der Verpflegung priorisieren, klare Standards setzen und bestehende Datenlücken schließen. (ne)