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10.11.2021 | Social Media | Nachrichten

Diskussion zum Umgang mit ungeimpften Covid-Patienten

Die Intensivstationen füllen sich vielerorts dramatisch schnell. Die meisten schwerkranken Covid-Patienten sind freiwillig ungeimpft. Das führt unter beruflich Pflegenden zu durchaus zwiespältigen Gefühlen.

Das zeigt die Reaktion unserer Social Media-Nutzer*innen auf ein Zitat von DPR-Präsidentin Christine Vogler. Gegenüber der „Heilbronner Stimme“ hatte sie dafür plädiert, mit Überzeugungsarbeit mehr Menschen zu einer Corona-Impfung zu bewegen, auch um Pflegende zu schützen.

Im Umgang mit ungeimpften COVID-Patienten warnte Vogler gleichzeitig eindringlich vor einer Schulddiskussion: „Wir sollten uns (…) vor einer Debatte hüten, dass an Corona erkrankte, ungeimpfte Menschen weniger Pflege und ärztliche Zuwendung bekommen sollten, oder für die Kosten aufkommen müssten. Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu pflegen – und nicht nach Schuld zu fragen. Das machen wir auch nicht bei Übergewichtigen oder Suchtkranken.“

Großer Zuspruch für DPR-Präsidentin

Für dieses Plädoyer erntet die DPR-Präsidentin bei unseren Nutzer*innen sowohl auf Instagram als auch auf Facebook überwältigenden Zuspruch. Die meisten Pflegenden sehen sich in ihrem beruflichen Selbstverständnis und ihrer professionellen Haltung bestätigt.

Genau das sei ethisches Handeln, unterstreicht eine Nutzerin in den Kommentaren. Bei anderen Erkrankungen würde man auch nicht urteilen und dürfe dies auch nicht: „Diese Entscheidung steht uns nicht zu. Ich bin froh und stolz darauf, jeden Menschen gleich zu behandeln, egal was er denkt, gemacht hat oder wo er herkommt.“ Eine andere bekräftigt: „Jeder Mensch hat die gleichen Rechte! Ich pflege jeden, der meine Hilfe braucht!“

Hinkender Vergleich

Unter diesen Tenor mischen sich aber auch andere Töne. Manchen Pflegenden fällt es schwer, Verständnis für ungeimpfte Covid-Patienten aufzubringen. So gibt es Stimmen, für die es in der aktuellen Situation sehr wohl einen Unterschied macht, ob Krankheitsverläufe grundsätzlich durch eine „einfache Maßnahme“ wie eine Impfung vermeidbar wären. Zudem hinke der Vergleich mit Erkrankungen, die sich jemand „nicht leichtfertig und in freiem Willen“ zugezogen habe. Eine Userin betont: „Der Vergleich ist ganz klar stigmatisierend. Ein suchtkranker Mensch ist nicht schuld an seiner Erkrankung.“ Sich nicht impfen zu lassen, sei hingegen eine sehr bewusste Entscheidung.

„Wer bewusst ein Risiko in Kauf nimmt, muss die Folgen dafür tragen“, argumentiert ein User. Pflege und medizinische Versorgung „selbstverständlich ja“, aber die Kosten hierfür müssten selbst getragen werden.

Mit dem kürzlich aktualisierten Ethikkodex  hat der International Council of Nurses (ICN) die Leitplanken für das berufliche Handeln von Pflegefachpersonen geschärft. Erstmals steht dabei auch das Thema „Globale Gesundheit“ im Fokus. Gerade in der Pandemie zeigt sich, wie wichtig es ist, den Wertekompass auf allen Ebenen der beruflichen Pflege mit Leben zu füllen. (ne)

Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit unserer Community auf Facebook und Instagram.


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