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Sexualität bei Menschen mit frontotemporaler Demenz

  • 11.07.2025
  • Themenschwerpunkt
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Die „frontotemporale Demenz“ macht ungefähr 5 % aller Demenzformen aus und setzt oft bereits in relativ jungen Lebensaltern ein. Sie stellt An- und Zugehörige vor Herausforderungen. Dieser Beitrag richtet seinen Fokus auf Veränderungen hinsichtlich der Sexualität. Bisher wurde in Studien v. a. auf neuronale Veränderungen und nur am Rande auf die veränderte Sexualität von Menschen mit FTD und damit einhergehende Schwierigkeiten für Partner*innen eingegangen. Dabei sind Sexualität und Intimität als menschliches Grundbedürfnis anzusehen – und dies auch bei Menschen mit einer demenziellen Erkrankung.

Ziel der Arbeit

Die Herausforderungen veränderter Sexualität von Menschen mit FTD in ihren Paarbeziehungen wurden erhoben, um Verhaltensweisen von Erkrankten zu identifizieren und Schlussfolgerungen für die Praxis abzuleiten.

Material und Methode

Die Studie umfasst Expert*inneninterviews (n = 8). Diese wurden mithilfe einer inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet.

Ergebnisse

In den Interviews wird deutlich, dass Menschen mit FTD eine durch die Erkrankung anders gestaltete Sexualität erleben, und zwar sowohl in Form von hyper- als auch hyposexuellem Verhalten. Beide Ausprägungen führen zu Veränderungen in Paarbeziehungen.

Diskussion

Die Ergebnisse verweisen auf die Notwendigkeit einer Entstigmatisierung von Betroffenen als per se hypersexuell und die Relevanz professioneller Begleitung für Betroffene und Organisationen. Gefordert wird ein integrativer Ansatz, in dem Schutz und Ermöglichung einer gesunden Sexualität mit FTD zusammengedacht werden.
Titel
Sexualität bei Menschen mit frontotemporaler Demenz
Verfasst von
Carina Betzing
Prof. Dr. Julia Steinfort
Prof. Dr. Birgitta Sträter
Publikationsdatum
11.07.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie / Ausgabe 5/2025
Print ISSN: 0948-6704
Elektronische ISSN: 1435-1269
DOI
https://doi.org/10.1007/s00391-025-02468-8
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