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01.07.2017 | Nachrichten

Selbstpflege: Wege zu mehr innerer Stärke

Psychische Belastungen, Schichtdienst, Personalmangel – der Arbeitsalltag in der Pflege fordert und überfordert. Umso wichtiger sind Strategien für einen besseren Umgang mit Stress.

Im beruflichen Dauerstress kommt der wertschätzende Umgang mit sich selbst oft zu kurz, weiß Diplompflegewirtin Sabine Kalkhoff  aus Hamburg. Als Leiterin eines Alten- und Pflegeheims kennt sie die Arbeitssituation in der Pflege genau und weiß wie gefährdet die Mitarbeiter sind auszubrennen. Durch einen positiven Führungsstil könnten Vorgesetzte viel zur Förderung des Gesundheitsverhaltens am Arbeitsplatz beitragen. Doch die Verantwortung für das Wohlergehen der Mitarbeiter sieht sie nicht allein in der Chefetage: „Ganzheitliches Gesundheitsmanagement bezieht alle Ebenen der Organisation ein, von der Führungsebene bis zur Praxis“.

„Die Mitarbeiter sind selbst daran interessiert, einen besseren Umgang mit den täglichen Belastungen zu finden“, erklärt Kalkhoff im PflegeKolleg Sich selbst pflegen und stellt die Mindfulness-Based-Stress-Reduction (MBSR) vor. Viele Kliniken bieten ihren Mitarbeitern dieses „Achtsamkeitstraining“  zur Stressreduktion an. Achtsamkeit hilft aber auch, automatisch ablaufende Gedanken- und Verhaltensmuster bei sich zu erkennen und zu hinterfragen. Nur wer sich seiner eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Gefühle bewusst sei, könne sich achtsam und unterstützend um andere kümmern. „Wertschätzung sich selbst gegenüber ermöglicht Wertschätzung anderen gegenüber“, ist Kalkhoff überzeugt.

Resilienz – auch eine Frage der Haltung

© marcogarrincha / Getty Images / iStock

Auch Gesundheitswissenschaftler und Resilienztrainer Siegfried Huhn betont, wie wichtig es für Pflegende ist, das eigene Verhalten stärker zu reflektieren: „Pflegende neigen dazu, sich schnell für andere verantwortlich zu fühlen, zeigen aber Unverständnis, wenn sie nicht Gleiches zurückbekommen“. Verantwortungsvolle Menschen würden die eigenen Grenzen und Bedürfnisse kennen und sich entsprechend mitteilen.

„Die psychische Widerstandsfähigkeit  – auch Resilienz genannt  – kann man trainieren, erklärt  Huhn und stellt wirksame Übungen vor. Die Fähigkeit zu einer guten Stressbewältigung sei eine der Hauptkomponenten eines resilienten Lebensstils. Daher können Pflegende viel von Kollegen lernen, die auch im größten Stress einen kühlen Kopf bewahren: „Optimismus, Akzeptanz und Lösungsorientierung sind drei Grundhaltungen, die Menschen mit großer psychischer Widerstandskraft auszeichnen“. (ne)

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