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14.04.2021 | Onlineartikel

Auslassen nur einer Screening-Mammografie senkt Schutzwirkung

Autor:
Dr. Beate Schumacher

Frauen, die Screening-Mammografien wie geplant wahrnehmen, sind besser vor dem Tod durch Brustkrebs geschützt als Frauen, die einzelne Untersuchungen auslassen – auch dann noch, wenn sie die Diagnose Brustkrebs erhalten.

Um die durch ein Mammografie-Screening-Programm erreichbare Reduktion der Brustkrebsmortalität voll auszuschöpfen, ist die regelmäßige Teilnahme erforderlich. Schon einzelne Termine nicht wahrzunehmen, mindert den Effekt, wenngleich es immer noch besser ist, als ganz auf die Untersuchungen zu verzichten. Das zeigt eine Analyse des schwedischen Screening-Programms aus den Jahren 1992 bis 2016. In Schweden war zu dieser Zeit im Alter zwischen 40 und 55 alle 18 Monate und dann bis 69 alle 24 Monate eine Mammografie vorgesehen.

Ausgewertet wurden die prospektiv erhobenen Daten von fast 550.000 Frauen. Sie wurden in vier Gruppen unterteilt, abhängig davon, ob sie von ihren zwei letzten planmäßigen Untersuchungen beide („regelmäßige Teilnehmerin“), nur die letzte, nur die vorletzte oder keine („Nichtteilnehmerin“) wahrgenommen hatten. Bei 37.078 Frauen wurde im Beobachtungszeitraum Brustkrebs diagnostiziert, 3995 starben daran.

Häufigkeit der krebsbedingten Todesfälle fast halbiert

Verglichen mit Nichtteilnehmerinnen hatten regelmäßige Teilnehmerinnen eine um 49% niedrigere Brustkrebsmortalität. Bei Frauen, die nur die letzte oder nur die vorletzte Mammografie absolviert hatten, betrug die Reduktion dagegen nur 33% bzw. 28%. Alle Unterschiede waren statistisch bedeutsam. Die regelmäßige Teilnahme war damit auch signifikant wirksamer als das Wahrnehmen von nur einem der beiden Termine (–23% bzw. –30%). Welcher der beiden Termine wahrgenommen worden war, hatte dagegen keine relevante Auswirkung.

Von den neu diagnostizierten Brustkrebserkrankungen verliefen 2589 innerhalb von zehn Jahren tödlich. Das Risiko, die zehn Jahre nach der Diagnose nicht zu überleben, war bei den Frauen, die an beiden Untersuchungen teilgenommen hatten, um 50% niedriger als bei Nichtteilnehmerinnen. Mit einer einzelnen Untersuchung war es nur um 36% bzw. 25% reduziert. Im Vergleich zur unregelmäßigen Teilnahme war das Wahrnehmen beider Termine erneut mit einem signifikanten Vorteil verbunden (–22% bzw. –33%).

Konsequente Teilnahme für maximalen Nutzen

Die zusätzliche Adjustierung für einen möglichen Selektionsbias – z. B. könnten gesündere Frauen eher zum Screening gehen – oder eine Verfälschung durch unterschiedliche Vorlaufzeiten (Lead-Time-Bias) führte nur zu geringfügigen Änderungen der Zahlen, ohne das Gesamtbild zu verändern.

Die Studie zeige die Wichtigkeit eine konsequenten Screeningteilnahme, konstatieren die Studienautoren um Stephen Duffy von der Queen Mary University of London: „Schon das Versäumen eines einzelnen Screening-Termins führt zu einem signifikanten Anstieg des Risikos, an Brustkrebs zu sterben.“

Literatur
Bildnachweise