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01.05.2023 | Schon gehört?

Schon gehört?

Erschienen in: Hebammen Wissen | Ausgabe 3/2023

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Reproduktive Autonomie stärken

Auf Grundlage des Koalitionsvertrages wurde die Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin berufen. Das Expertengremium soll sich mit Regulierungen für Schwangerschaftsabbrüche außerhalb des Strafgesetzbuches sowie Möglichkeiten zur Legalisierung der Eizellspende und der altruistischen Leihmutterschaft befassen. Das Gremium soll zu den genannten Themen Lösungsvorschläge erarbeiten, die gesellschaftlich konsensfähig sind. "Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, sollen nicht stigmatisiert werden", betonte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) anlässlich der Konstituierung der Kommission.

DHV will Chancen nutzen

Mit der Krankenhausreform sieht der Deutsche Hebammenverband (DHV) die Zeit gekommen, entscheidende Weichenstellungen im Sinne einer optimalen, wohnortnahen und flächendeckenden Geburtshilfe vorzunehmen. Dies bedeute eine Abkehr vom ausschließlich medizinischen Umgang mit Schwangerschaft. Ergänzend schlägt der DHV die Einführung einer eigenen Leistungsgruppe "Hebammengeleitete Geburt" vor. Das Modell biete eine Grundlage dafür, das Potenzial der physiologischen Geburtshilfe flexibel und für alle Kliniken passend auf allen Leveln auszuschöpfen, indem die interprofessionell arbeitende Geburtshilfe mit dem Facharztstandard kombiniert werde. Zusammen mit einem gut funktionierenden Verlegungskonzept und einer sinnvollen Verzahnung von ambulanten und klinischen Leistungen ließen sich so die besten Voraussetzungen für eine qualitätsgesicherte Versorgung von Frauen über den gesamten Betreuungsbogen erfüllen. "Ein Prinzip, das sich auch die Krankenhausreform zum Vorsatz machen sollte", so DHV-Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer.

Verbrennungsunfälle verhindern

Kinder unter zwei Jahren gehören zur Hochrisikogruppe bei Verbrennungen und Verbrühungen. Um Eltern so früh wie möglich für potenzielle Gefahren im Kindesalter zu sensibilisieren, entwickelte die Paulinchen - Initiative für brandverletzte Kinder einen neuen Info-Flyer. Ab sofort steht er in allen Geburtskliniken und bei Kinderärzten kostenlos zur Verfügung. Der Flyer enthält neben wichtigen Präventionsbotschaften auf Deutsch auch Tipps auf Englisch, Arabisch und Türkisch. Er wird bei der U2-Untersuchung direkt an die Eltern verteilt und kann auch online bestellt werden.

Meinung

Sabine Kroh, Hebamme, Gründerin von Call-a-midwife" in Berlin Nun ist sie weg - die Maskenpflicht im Krankenhaus. Nach drei Jahren soll nun alles wieder normal sein? Ich kann es kaum glauben. Die jungen Kolleginnen, die gerade mit der Ausbildung fertig sind, haben einen Kreißsaal ohne Masken noch nicht erlebt. Ich habe mich ja manchmal ganz gern im Frühdienst mit meinem müden Gesicht hinter der Maske versteckt. Aber auch die Besucher-Regelungen fallen und das heißt, dass es wieder mehr Trubel im Kreißsaal geben wird. Irgendwie haben wir die Ruhe der vergangenen Monate ja auch genossen.
Aber es beudeutet jetzt auch, dass wir wieder gemeinsam im Dienstzimmer sitzen und quasseln, lachen und schimpfen können - alles ohne Maske. Herrlich! Und wir können unseren Familien wieder direkt ins Gesicht schauen. Das wird einfach großartig! So, wie früher. Diese letzten drei Jahre haben uns allen wirklich viel abverlangt. Viele von uns haben nie einen Corona -Bonus erhalten oder ein simples "Danke". Wir haben trotzdem weitergemacht, den Corona kranken Kolleginnen Suppe und Blumen gebracht und ihre Dienste übernommen. Selten habe ich so einen Zusammenhalt im Team gespürt, wie in diesen drei langen Jahren. Ich wünsche mir, dass wir uns das erhalten können - ganz ohne Maske!

Notruf in Hessen alarmiert Hebammen

Hessen geht neue Wege bei der Versorgung von Hochschwangeren in Notfallsituationen: Zeichnet sich bei einem Notruf bezüglich einer anstehenden Geburt ab, dass eine schwangere Frau es nicht mehr rechtzeitig in das nächste Krankenhaus schafft, alarmiert die Rettungsstelle eine Hebamme. Lassen es Arbeitspensum und Privatleben dann zu, fährt die Hebamme los, um vor Ort zu unterstützen. Das Projekt "Hebammen vor Ort" ist vor gut einem Jahr angelaufen. Neben dem Main-Kinzig-Kreis und dem Landkreis Fulda startete auch der Vogelsbergkreis im Februar diesen Jahres ein ähnliches Projekt. Insbesondere wenn es keine Geburtenstation in nächster Nähe gibt und so mitunter längere Fahrtstrecken zur nächsten Klinik nötig sind, profitieren die Frauen in der Region. Denn kommt es bei einer Geburt zu Komplikationen, kann der Rettungsdienst schnell an seine Grenzen stoßen. In diesen Fällen stehen dank des Projektes auch Hebammen zur Betreuung der Frauen bereit. Dafür wurden Rettungswägen mit zusätzlichem Equipment ausgestattet.

Jeder sechste Mensch zeitweise unfruchtbar

Einem WHO-Bericht zufolge ist eine große Zahl von Menschen im Laufe ihres Lebens zumindest zeitweise unfruchtbar: Rund 17,5 % der Bevölkerung in gebärfähigem Alter - etwa jeder sechste Mensch weltweit - ist betroffen. Aus diesem Grund fordert die WHO eine Verbesserung des Zugangs zu Kinderwunschbehandlungen: "Der schiere Anteil der Betroffenen zeigt, dass der Zugang zu Fertilitätsbehandlungen ausgeweitet werden muss und dass dieses Thema in der Gesundheitsforschung und -politik nicht länger verdrängt werden darf, damit sichere, wirksame und erschwingliche Wege zur Elternschaft für alle, die dies wünschen, zur Verfügung stehen", so WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom.

Screenings trotz Pandemie genutzt

Die Corona-Pandemie hat nicht dafür gesorgt, dass Schwangere Screeningangebote vernachlässigen. Einer Analyse der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach, haben fast alle Schwangeren im Jahr 2020 die in den Mutterschafts-Richtlinien vorgesehenen Screenings wahrgenommen. Demnach nutzten im ersten Pandemiejahr je nach Test zwischen 85 und 96 % der Schwangeren das Angebot zur Früherkennung bestimmter Erkrankungen. Ähnlich hoch war die Teilnahmerate in den Jahren zuvor. Der Anteil von mit Hepatitis-B-infizierten Frauen sowie der Anteil Schwangerer mit einer Chlamydien-Infektion ist gesunken, leicht gestiegen hingegen ist der Anteil der Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes.

Vivantes-Kreißsäle werden digitalisiert

Der Berliner Krankenhausbetreiber Vivantes stattet seine Kliniken mit digitalen Kreißsälen aus. Die CTG-Kurven und damit auch die Herztöne des Babys während der Geburt werden in Echtzeit auf Monitoren dargestellt. Auffälligkeiten sind im "digitalen Kreißsaal" sofort und ortsunabhängig zu sehen - bislang wurden diese an Papierausdrucken der CTG-Kurven abgelesen. Auch die Geburtendokumentation samt Übertragung in die elektronische Patientenakte wird digitalisiert.
Reduzierter Arbeitsaufwand: Dass nicht mehr handschriftlich dokumentiert werden muss, steigert die Patientensicherheit, denn Übertragungsfehler oder Missverständnisse durch unleserliche Angaben gibt es nicht mehr. "So haben wir mehr Zeit für das, was wirklich wichtig ist: Unsere Schwangeren und ihre Babys", erklärt Prof. Dr. Mandy Mangler, Sprecherin des Vivantes Medical Boards für Gynäkologie und Geburtsmedizin. Das Projekt wird als Teil des Krankenhauszukunftsgesetzes von der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sowie von NextGenerationEU gefördert.
Metadaten
Titel
Schon gehört?
Publikationsdatum
01.05.2023
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Hebammen Wissen / Ausgabe 3/2023
Print ISSN: 2730-7247
Elektronische ISSN: 2730-7255
DOI
https://doi.org/10.1007/s43877-023-0769-2

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