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Erschienen in: Hebammen Wissen 2/2023

01.03.2023 | Schon gehört?

Schon gehört?

Erschienen in: Hebammen Wissen | Ausgabe 2/2023

Puppe hilft bei der Aufklärung von Eltern

Eine der Herausforderungen bei zu früh oder krank geborenen Kindern kann darin bestehen, dass sie häufig und lange schreien und mitunter schwer zu beruhigen sind. Damit Eltern lernen, in diesen Stresssituationen nicht überzureagieren, werden sie im Perinatalzentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden geschult. Dank der Initiative #SchüttelMichNicht der Babylotsen der Charité - Universitätsmedizin Berlin und dem German Council of Shopping Places (GCSP) kann das Uniklinikum die lebensbedrohlichen Folgen des heftigen Schüttelns von nun an mit einer gespendeten Simulationspuppe anschaulich demonstrieren.
So funktioniert es: Wird die Puppe aktiviert, beginnt sie zu schreien. Durch Schütteln wird sie wieder deaktiviert - zeitgleich leuchten dann LED-Lampen im transparenten Kopf des Modells auf und visualisieren so die durch das Schütteln entstandenen Hirnschäden wie etwa gerissene Nervenbahnen und Blutgefäße.

Flächendeckende Geburtshilfe gefordert

Seit Jahren verschärft sich der Trend, dass sowohl in Metropolen als auch im ländlichen Raum Geburtsstationen schließen und so immer weniger Kliniken die gleiche Anzahl an Geburten betreuen. Angesichts der drohenden Unterversorgung muss aus Sicht des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) der Geburtshilfe im Rahmen der Krankenhausstrukturreform ein neuer Stellenwert beigemessen werden. In einem aktuellen Positionspapier werden Möglichkeiten für eine flächendeckende Geburts- und Hebammenhilfe vorgestellt. Pläne für eine Zentralisierung der klinischen Versorgung müssten demnach zwingend mit wohnortnahen, ambulanten Versorgungsangeboten mit Hebammenhilfe einhergehen.

DIVI startet Schwangerenregister

Dokumentierte Fälle von Schwangeren auf Intensivstationen, wie es sie in anderen Ländern gibt, wurden in Deutschland bisher nicht erfasst. Um die Versorgungssituation zu verbessern, ruft die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) nun dazu auf, diese Fälle in einem neuen Online-Portal zu dokumentieren. Das Register "Schwangere und postpartale Patientinnen auf der Intensivstation - kurz DIVI-Schwangerenregister" - soll künftig valide Zahlen liefern, die bei der Entwicklung spezifischer Behandlungsleitlinien berücksichtigt werden können.

Meinung

Sabine Kroh, Hebamme, Gründerin von Call-a-midwife" in Berlin Das Jahr 2022 liegt hinter uns. Corona, Umweltkatastrophen, Krieg und wachsende Flüchtlingsströme flimmerten über die Bildschirme und bestimmten unser Leben, unsere Gespräche und unser Miteinander. Dabei scheint die Hebammenkrise hier in Deutschland bloß eine kleine Randnotiz gewesen zu sein. Die Streiks der Kolleginnen für bessere Arbeitsbedingungen, die die Frankfurter Allee in Berlin lahmlegten, schafften es jedenfalls nicht auf die Titelseiten der Tageszeitungen. Für unser Team bedeutete der Streik zunächst Stress und Sorge: Wer steht an seinem freien Tag bei Wind und Wetter mit einem selbst gebastelten Schild auf der Straße und wer arbeitet im Kreißsaal? Wer geht zu den Tarifverhandlungen und übersetzt das dort besprochene Kauderwelsch für die anderen?
Am Protesttag dann winkten uns aus den Autos auf der Straße, die wir mit unseren Tröten und Plakaten blockierten, Menschen aufmunternd zu. Eine junge Assistenzärztin unterstützte uns Hebammen: Mit viel Glitzer und noch mehr Herzblut hatte sie Plakate vorbereitet. Das Team rückte zusammen und langsam wichen Frust und Resignation gemeinschaftlicher Kraft und vorsichtigem Optimismus. Bei allen Problemen wurde klar: Wir haben eine Stimme - und wir haben Rückhalt aus der Bevölkerung.

Fetale Überwachung in der Schwangerschaft

Um die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes und die Wehentätigkeit zu messen bietet das Kardiotokogramm (CTG) eine Möglichkeit zur Überwachung. Auch eine Dopplersonographie ist ein gängiges Instrument in der Vorsorge. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) hat nun zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) und weiteren Fachgesellschaften eine S3-Leitlinie "Fetale Überwachung in der Schwangerschaft - Indikation und Methodik zur fetalen Zustandsdiagnostik im low-risk Kollektiv" erarbeitet. Mit der neuen AWMF-Leitlinie wurden erstmalig relevante Daten zur Durchführung einer Dopplersonografie oder eines CTG im Falle von Low-risk-Schwangerschaften gebündelt und eine fundierte Handlungsempfehlung daraus abgeleitet. Sie ersetzt die Leitlinien zur "Anwendung des CTG während der Schwangerschaft und Geburt" und "Dopplersonografie in der Schwangerschaft". Die Empfehlungen richten sich an Schwangere von Beginn der Lebensfähigkeit des Feten bis zur Geburt.

Wanderausstellung in Hessen

Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung hat in Zusammenarbeit mit u.a. der Hochschule Fulda und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. die Ausstellung "Hebammen in Hessen - Gestern und Heute" erarbeitet. Damit möchte sie über die Geschichte des Berufes, die Entwicklung der Ausbildung bis zum Studiengang heute, die aktuelle berufliche Situation von Landhebammen in Hessen sowie über Möglichkeiten und Hilfsangebote für Hebammen, Schwangere und Wöchnerinnen informieren. Die Ausstellung wird stetig ergänzt und steht sowohl digital zum Download als auch analog in Form von Roll-ups zur Ausleihe kostenlos zur Verfügung. Bis zum 04.06.2023 ist die Ausstellung im Marburger Haus der Romantik zu sehen

Uneinigkeit zwischen Hebammenverbänden

Derzeit sorgt ein Newsletter des Deutschen Hebammenverbands (DHV e.V.) bei einigen Hebammen für großes Unverständnis, so der Vorstand des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD e.V). Die darin angekündigte Satzungsänderung, mit der grundsätzlich keine Doppelmitgliedschaft mehr zugelassen werde, stelle laut BfHD einen nicht zu akzeptierenden Eingriff in die persönliche Freiheit der Entscheidung jeder einzelnen Hebamme dar, von welchem Hebammenverband sie sich vertreten lassen möchte. Da der DHV vor allem für die Geburtshäuser die derzeit kostengünstigste Versicherungsmöglichkeit anbiete, könne dies als Versuch des DHV gedeutet werden, keine anderen Berufsverbände neben sich zu dulden, so der BfHD e.V.

Abtreibungsparagraf abschaffen?

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) plant, den § 218 StGB, der den Abbruch einer Schwangerschaft in Deutschland unter bestimmten Umständen verbietet, aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Bayerns Familien- und Frauenministerin Ulrike Scharf (CSU) kritisiert die Pläne der Bundesfamilienministerin: "Ein Schwangerschaftsabbruch beendet Leben. [...] Eine Streichung des § 218 StGB ist mit dem verfassungsrechtlich gebotenen Schutz des ungeborenen Lebens unvereinbar und verfassungswidrig." Im Falle einer Streichung würde sie vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.
Metadaten
Titel
Schon gehört?
Publikationsdatum
01.03.2023
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Hebammen Wissen / Ausgabe 2/2023
Print ISSN: 2730-7247
Elektronische ISSN: 2730-7255
DOI
https://doi.org/10.1007/s43877-023-0747-8

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