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01.06.2021 | Schmerz | Nachrichten

Postoperatives Schmerzmanagement verbessern

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. hat anlässlich des Aktionstages gegen den Schmerz am 1. Juni die Umsetzung eines strukturierten Akutschmerzmanagements nach Operationen gefordert. Gefragt seien dabei ärztliche und pflegerische Experten.

Schmerz © Kzenon / stock.adobe.comDas postoperative Schmerzmanagement lässt in deutschen Kliniken zu wünschen übrig – gebraucht werden auch mehr Pflegeexperten für Schmerz.

Die Akutschmerztherapie ist in deutschen Krankenhäusern nach wie vor unzureichend. „Laut dem HTA-Bericht 126 leiden 56 Prozent aller Patienten unter nicht akzeptablen Schmerzen nach einer OP, Schmerzpatienten auf konservativen Stationen werden unterversorgt, 41 Prozent der Patienten mit nicht akzeptablen Schmerzen erhalten keine schmerzstillende Behandlung“, berichtete apl. Prof. Dr. med. Winfried Meißner, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, auf der Online-Pressekonferenz. Erstmals hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) daher am 17. September 2020 beschlossen, dass Krankenhäuser und ambulant operierende Praxen ein Konzept zum Akutschmerzmanagement als Bestandteil ihres internen Qualitätsmanagements etablieren müssen. „Der Beschluss muss aber auch umgesetzt werden“, sagte Meißner. So sollen Krankenhäuser beispielsweise Akutschmerzdienste mit pflegerischen und ärztlichen Expertinnen und Experten vorhalten – derzeit ist das nur bei zwei Drittel der Kliniken der Fall.

„Auch aus unserer Sicht ist das ein Meilenstein in der Anerkennung unserer fachlichen Expertise und ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten nach einer Operation“, erklärte Sascha Bülow von der Fachgruppe „Pflegeexpert/innen Schmerz“ des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) bei der Pressekonferenz. Es komme für das postoperative Schmerzmanagement darauf an, dass Schmerzpatientinnen und -patienten schon während der pflegerischen Aufnahme identifiziert werden. „Liegen chronische Schmerzen vor, können pflegerische Expertinnen oder Experten sofort – im besten Fall präoperativ – hinzugezogen werden“, so Bülow, „so lassen sich nach einer Bewertung der Schmerzsituation individuell angepasste Maßnahmen planen.“

schmerzgesellschaft.de

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