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06.01.2022 | Sars-CoV-2 | Nachrichten

160 Beschäftigte auf einen Schlag in Quarantäne

Das Ringen um neue Quarantäneregeln ist kein Planspiel. Massive Personalausfälle im Corona-Hotspot Dithmarschen zeigen am Beispiel der Westküstenkliniken, wie dringend notwendig ein Handlungsrahmen für betroffene Krankenhäuser ist.

© picture alliance / dpa | Wolfgang RungeDas Westküstenklinikum in Brunsbüttel ist von Personalausfällen wegen Corona betroffen.

Sprunghaft gestiegene Infektionszahlen im Kreis Dithmarschen haben zu steigenden Personalausfällen in den Westküstenkliniken (WKK) Heide und Brunsbüttel geführt.

Ausgelöst durch die bislang geltenden Quarantänebestimmungen mussten dort am 5. Januar mehr als 160 Beschäftigte trotz Impfung zuhause bleiben, weil sie Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatten. Weitere 40 Mitarbeiter fehlen dem WKK, weil sie mit dem Corona-Virus infiziert sind.

Das WKK hat deshalb mit dem Gesundheitsamt des Kreises ein Vorgehen entwickelt, um Mitarbeiter vor Ablauf der bislang vorgegebenen Quarantänefrist wieder einsetzen zu können.

So kann die Quarantäne gebrochen werden

Dafür müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Der Mitarbeitende ist nicht selbst infiziert, sondern nur Kontaktperson;
  • der Kontakt liegt nicht im eigenen Haushalt;
  • frühestens am fünften Tag nach dem Kontakt wird ein PCR-Test abgenommen;
  • bei negativem Testergebnis kann das WKK für den Mitarbeiter beim Gesundheitsamt Quarantäne ersetzende Maßnahmen beantragen;
  • nach Genehmigung können die Mitarbeiter unter Vollschutz eingesetzt werden. Diese Mitarbeiter dürfen ausschließlich zur Arbeit erscheinen, müssen danach aber wieder in die häusliche Quarantäne zurück.

Stationen geschlossen, elektive Behandlungen verschoben

Die ersten sieben Mitarbeiter der Westküstenkliniken wurden nach diesem Schema bereits wieder eingesetzt, für weitere ist der Einsatz beantragt. Das WKK hatte über den Jahreswechsel bereits Stationen wegen Personalausfalls geschlossen und planbare Behandlungen verschoben.

WKK-Geschäftsführer Dr. Martin Blümke sieht derzeit keine Entspannung der Lage in Sicht. Aktuell werden dort 19 Patienten mit oder wegen einer Corona-Infektion versorgt, zwei davon intensivmedizinisch. Laut RKI hat der Kreis Dithmarschen mit 656 am 5. Januar die bundesweit höchste Sieben-Tages-Inzidenz. (di)

Quelle: Ärzte Zeitung


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