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29.11.2021 | Sars-CoV-2 | Nachrichten

Weg bereiten für Boostern durch Pflegefachpersonen

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ruft die Politik auf, den Weg für den Impfeinsatz von Pflegefachpersonen in der Pandemie frei zu machen. Vor allem in der Langzeitpflege ist rasches Handeln beim Boostern notwendig.

Das schleppende Fortschreiten der Booster-Impfungen gefährdet den Schutz besonders vulnerabler Gruppen. Dem DBfK zufolge sollten schnell pragmatische Regelungen getroffen werden, damit Pflegefachpersonen insbesondere in der Langzeitpflege in die Booster-Impfungen einbezogen werden können. Daher wiederholte am Freitag DBfK-Präsidentin Christel Bienstein ihre Forderung, auch Pflegefachpersonen das eigenständige Durchführen von Impfkampagnen zu ermöglichen.

„Wir haben mit den Pflegefachpersonen ein enormes Potenzial an qualifiziertem Personal, die darin ausgebildet sind, Injektionen vorzunehmen, Patient:innen zu beobachten und aufzuklären“, so Bienstein. Die qualifizierten Kolleg:innen in der Langzeitpflege seien dicht an den Menschen mit Pflegebedarf dran und könnten sie und auch ihre Angehörigen erreichen. Das gelte auch für die Menschen, die zu Hause gepflegt würden.

Hindernisse beseitigen

„Die Pandemie hat uns doch gelehrt, dass man pragmatische Lösungen finden muss“, so die DBfK-Präsidentin. Pflegefachpersonen, die eigenständig impfen möchten, könnten dies nach einer kurzen Schulung durch Ärzt:innen in ihren Einrichtungen und der ambulanten Pflege ohne weiteres tun. Damit es losgehen kann, müssten nur die Übertragung der heilkundlichen Aufgabe und eine Leistungsvergütung geregelt werden.

„Ich sehe nicht, dass eine Apothekerin oder ein Tierarzt einer Pflegefachperson hier vorzuziehen wäre. Im Sinne der Menschen, die jetzt schnellen Schutz vor der Pandemie brauchen, sollten wir das große Potenzial der Pflegefachpersonen nutzen.“

Booster-Impfungen in Langzeitpflege dringend notwendig

Wie wichtig deutlich mehr Tempo bei den Auffrischimpfungen ist, verdeutlicht eine aktuelle Studie des Instituts für Virologie der Universität Frankfurt unter Leitung von Prof. Sandra Ciesek. Demnach wiesen Bewohnerinnen und Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen ein halbes Jahr nach ihrer vollständigen Impfung mit dem Biontech-Impfstoff nur noch sehr niedrige bis keine Antikörpertiter gegen Sars-CoV-2 auf. Bei 90 Prozent dieser sehr betagten Menschen konnten fünf bis sieben Monate nach der letzten Impfung keine neutralisierenden Antikörper mehr gegen die Delta-Variante nachgewiesen werden. (ne)

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