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24.03.2020 | Sars-CoV-2 | Nachrichten

Geriater fordern Krisen-Konzept für Corona-Risikogruppe

Besonders geriatrische Patienten könnten die Folgen des Corona-Virus schwer treffen. Viele benötigen im Ernstfall intensivmedizinische Betreuung sowie eine ambulante Versorgung oder Betreuung im Pflegeheim. Geriater fordern ein Krisenkonzept.

„Die Gesundheitspolitik muss Konzepte entwickeln, sodass weder ambulante geriatrische Dienste in personelle Schieflage geraten noch die Pflegeheime einen Aufnahmestopp verhängen, damit in den Kliniken schnell wieder Behandlungsbetten frei werden“, sagt Hans Jürgen Heppner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie am Helios Klinikum Schwelm.

 „Viele ältere Patienten gehören zur Corona-Risikogruppe. Sie sind auf die Unterstützung und Versorgung von ambulanten Diensten angewiesen. Aber genau diese Pflegedienste kommen durch die aktuellen Kita- und Schulschließungen, Quarantäne und zu erwartende Erkrankungen in den Reihen der Mitarbeiter an ihre Leistungsgrenze“, beobachtet Dr. Anja Kwetkat, Direktorin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena schon jetzt in ihrem Arbeitsumfeld.

Personalausfall: Konzepte für Injektionen und Wundversorgung benötigt

Der Engpass in der Pflege muss frühzeitig entzerrt werden. Kwetkat: „Lösungen dafür müssen jetzt als nächstes und nicht erst in vier Wochen erarbeiten werden, dann ist die Herausforderung in den Kliniken und bei den behandelnden Ärzten zu bewältigen.“ Insbesondere gelte dies für den Bereich der Behandlungspflege, mit beispielsweise nicht mehr sichergestellten Insulin-Injektionen oder unzureichender Wundversorgung. „Hier wird unbedingt ein Konzept benötigt, falls zu viele Mitarbeiter ausfallen“, sagt Kwetkat.

Entlassmanagement: Kliniken spüren Aufnahmestopp von Pflegeheimen

Ein zusätzliches Problem ergibt sich aus der zunehmend schwieriger werdenden Entlassplanung der Krankenhäuser. „In unserem Umfeld gibt es teils schon jetzt einen Aufnahmestopp für neue Heimbewohner, weil die Einrichtungen nicht wissen, wie es mit ihrem Personal gesundheitlich weitergeht – und mit wieviel Personal sie planen können. Andere Heime möchten zunächst einen negativen Abstrich auf Corona-Viren sehen. Neue Patienten für ambulante Pflegedienste sind kaum noch vermittelbar“, fasst Dr. Anja Kwetkat zusammen. Damit gebe es aber eine Art Rückstau für die Patienten in den Kliniken – was dazu führt, dass nicht genügend freie Betten für neue Corona-Fälle zur Verfügung stehen.

www.dggeriatrie.de

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