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19.09.2022 | Sars-CoV-2 | Nachrichten

Pflegewissenschaft „entscheidender Hebel" zur Pandemiebewältigung

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Um das Pflege- und Gesundheitswesen widerstandsfähiger gegen Pandemien zu machen, ist ein schneller Ausbau der Pflege- und Hebammenforschung notwendig. Dafür plädiert der vom DPR eingerichtete Expert*innenrat.

Besuch im Pflegeheim © Christophe Gateau / dpa / picture allianceWie wirksam sind die verschiedenen Maßnahmen zur Prävention und Pandemiebekämpfung in der Pflege? Evidenzbasierte Aussagen sind nur auf Basis pflegewissenschaftlicher Forschung möglich, so der Expert*innenrat Pflegewissenschaft. 

In seiner zweiten Stellungnahme fordert der „Expert*innenrat Pflegewissenschaft / Hebammenwissenschaft und Pandemie“ eine verstärkte und schnellstmögliche Förderung von Pflege- und Hebammenforschung auf fünf Themenfeldern. Dies sei notwendig, um evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen zum Umgang mit der Pandemie zu erhalten. Damit konkretisiert der  Expert*innenrat eine Forderung aus seiner ersten Stellungnahme.

Zur Stärkung der Versorgungssicherheit bei Pandemien haben die Expert*innen fünf Forschungsfelder ausgemacht. Entsprechende Projekte seien „maßgeblich unter pflege- und hebammenwissenschaftlicher Verantwortung“ zu planen und durchzuführen, heißt es. Konkret werden folgende Felder genannt:

  1. Versorgungssicherheit und Etablierung einer pflegeepidemiologischen Überwachung unter Covid-19 (Surveillance)
  2. Infektionsschutz und Schulungen
  3. Gestaltung von Versorgungsprozessen und Interventionen
  4. Erleben von und Gestaltung der Arbeitssituation
  5. Entwicklung und Etablierung neuer Versorgungsmodelle

Know-how der Pflege- und Hebammenwissenschaft aufgreifen

Einer der „entscheidendsten Hebel zur Bewältigung der Pandemie“ im Bereich der Pflege sowie zur besseren Vorbereitung auf künftige Pandemien sei der Einbezug von Pflege- und Hebammenwissenschaft, bekräftigte DPR-Präsidentin Christine Vogler am Freitag. Die Bundesregierung solle das Know-how der Pflege- und Hebammenwissenschaft aufgreifen und mit Hilfe der Analyse einen „Werkzeugkasten“ aufbauen, der die Pflege und das gesamte Gesundheitswesen widerstandsfähiger gegen Pandemien mache.

Thomas Fischer, Sprecher des Expert*innenrates, kritisierte das Fehlen „grundlegender Entscheidungsdaten“ in der deutschen Pandemiebekämpfung. Das gelte insbesondere im Bereich der vulnerablen Gruppen. Nicht ausreichend bewertet werden aus Sicht des Pflegeforschers z.B. die Wirksamkeit, Effektivität und gleichzeitig Unbedenklichkeit unterschiedlicher Schutzmaßnahmen.

Hierzu gehörten u.a. die Teststrategie, Besuchsrestriktionen, Beschränkungen von Aufnahmen, Schutzkleidung und Masken, Kohortenbildung beim Personal und Pflegebedürftigen sowie Hygienemaßnahmen in den unterschiedlichen Settings und Pflegebedürftigengruppen.

Passgenaue Schutzmaßnahmen fehlen

Der Expert*innenrat vermisst zudem Untersuchungen zu passgenauen Schutz- und Präventionsmaßnahmen und sich daraus ergebende Empfehlungen zur Pandemiebekämpfung.

Fischer betonte: 

„Die Pflege- und Hebammenwissenschaft kann die enormen Wissenslücken und die fehlende Evidenz für Entscheidungen in der pflegerischen Versorgung schließen. Sie muss jedoch hierfür finanziell gefördert werden.“

In seiner ersten Stellungnahme hatte der Expert*innenrat im Juni 2022 Empfehlungen für den weiteren Umgang mit der COVID-19-Pandemie veröffentlicht und die Richtung für einen besseren Umgang mit der erwarteten Herbstwelle im Pflege- und Hebammenwesen vorgegeben. Die Förderung der Forschung war einer der Punkte im Maßnahmenkatalog. (ne)

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