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21.03.2022 | Sars-CoV-2 | Nachrichten

Anhaltende psychische Probleme nach schwerem COVID-19

verfasst von: Dr. Beate Schumacher

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Abhängig vom Verlauf einer COVID-19-Erkrankung weisen Patienten selbst 16 Monate später noch vermehrt Symptome psychischer Erkrankungen auf. 

© Juanmonino / Getty Images / iStoEine schwere COVID-Erkrankung kann langanhaltende depressive Sympome und Ängste nach sich ziehen.

Zu den möglichen Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion gehören auch psychische Probleme. Vor allem für Patienten, die wegen COVID-19 stationär behandelt wurden, ist belegt, dass sie in den folgenden sechs Monaten häufig an Ängsten und depressiven Symptomen leiden. Die Beschwerden können aber auch noch deutlich länger anhalten: In einer Studie mit fast 10.000 COVID-Patienten hatten diejenigen, die durch die Infektion mindestens eine Woche lang bettlägerig wurden, über einen Zeitraum von bis zu 16 Monaten durchgängig eine um 50–60% höhere Prävalenz von Angst- und Depressionszeichen als Nichtinfizierte.

Daten aus sechs Ländern

In die Studie waren sieben prospektive Kohorten aus sechs Ländern (Dänemark, Island, Estland, Norwegen, Schweden, Großbritannien) einbezogen worden. Von den zusammen fast 25.000 erwachsenen Teilnehmern waren 9.979 zwischen März 2020 und August 2021 an COVID-19 erkrankt. Alle Teilnehmer wurden nach Symptomen von Angst, Depression, COVID-19-assoziiertem Stress und schlechtem Schlaf gefragt. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Mittel 5,7 und maximal 16 Monate.

Angst, Depressionen, Schlafstörungen

Generell fanden sich bei COVID-Patienten öfter als bei bislang nicht infizierten Teilnehmern Anzeichen einer Depression und von schlechter Schlafqualität, die entsprechenden Prävalenzen lagen adjustiert um 18% bzw. 13% höher. COVID-assoziierter Stress und Angst hatten dagegen nicht zugenommen.

Das Auftreten psychischer Leiden war abhängig vom Schweregrad der COVID-Erkrankung: Patienten, die durch die Infektion gar nicht ins Bett gezwungen wurden, entwickelten im Vergleich zu den gesunden Kontrollen sogar seltener Depressions- und Angstsymptome – möglicherweise, weil sie danach eher zu einem etwas „normaleren“ Leben zurückkehren konnten. Umgekehrt gab es unter den COVID-Patienten, die mindestens sieben Tage bettlägerig waren, einen signifikant erhöhten Anteil mit Anzeichen von Depression (+61%), Angst (+43%) und Schlafstörungen (+41%).

Bei schwer Erkrankten leidet die Psyche länger 

Die meisten COVID-Folgen für die Psyche gingen mit wachsendem Abstand zur Infektion zurück. Das galt jedoch nicht für die Patienten mit mindestens siebentägiger Bettlägerigkeit: Bei ihnen blieben Depressions- und Angstsymptome durchgehend erhöht, die Prävalenz lag auch nach 6–16 Monaten noch um 60% bzw. 47% über der Prävalenz in der Gruppe ohne SARS-CoV-2-Infektion.

Das internationale Studienteam um Ingibjörg Magnúsdóttir von der Universität in Reykjavik sieht mehrere Faktoren, die die psychischen Langzeitfolgen nach schwerem COVID-19-Verlauf erklären könnten, insbesondere die mit der Erkrankung verbundenen Ängste, entzündliche Prozesse während der Akutphase und Long-COVID. Die Resultate ihrer Studie seien eine Aufforderung zu erhöhter Aufmerksamkeit für psychische Probleme bei schwer an COVID-19 Erkrankten, so Magnúsdóttir.

Quelle: Springer Medizin

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Literatur

Ingibjörg Magnúsdóttir et al. Acute COVID-19 severity and mental health morbidity trajectories in patient populations of six nations: an observational study. Lancet Public Health 2022; https://doi.org/10.1016/S2468-2667(22)00042-1


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