Rettungsdienstbezogene Studiengänge in Deutschland
Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Perspektiven
- Open Access
- 28.05.2025
- Originalien
Zusammenfassung
Hintergrund und Fragestellung
Das System der außerklinischen Notfallversorgung in Deutschland ist wachsenden Anforderungen ausgesetzt. Die Notfallrettung als Teil dieses Systems wird in zunehmendem Maß für die Versorgung niedrigschwelliger Notfallsituationen herangezogen, die auch als „Low-code-Einsätze“ bezeichnet werden [1]. Insbesondere in Gebieten mit geringer Einwohnerdichte kompensiert der Rettungsdienst die punktuell verringerten ambulanten Hilfsangebote, vor allem im ärztlichen Bereitschaftsdienst [5, 27]. Gleichzeitig haben die medizinischen Handlungsoptionen durch Methoden wie die nichtinvasive Ventilation (NIV), den Einsatz von Ultraschalldiagnostik oder die Einführung von Fahrzeugen zum Transport unter intensivmedizinischen Bedingungen zugenommen [6, 20]. Der Grad der Einführung und die Effektivität von Qualitätsmanagementsystemen auf Ebene der Rettungsdienstträger ist deutschlandweit sehr heterogen und im Hinblick auf die vorstehend skizzierte Entwicklung oftmals als unzureichend anzusehen. Übergeordnete Institutionen auf Ebene der Bundesländer nach dem Vorbild der „Stelle zur trägerübergreifenden Qualitätssicherung Baden-Württemberg“ (SQRBW) sind vielerorts erst in der Entstehung, an anderen Stellen noch nicht einmal in Planung [18].
Ein Ziel der Einführung des Berufsbilds „Notfallsanitäter“ durch das Notfallsanitäter-Gesetz (NotSanG) war es, den oben skizzierten wachsenden Anforderungen zu begegnen und die Professionalisierung der außerklinischen Notfallversorgung in Deutschland voranzutreiben [3]. Mit Inkrafttreten dieses Gesetzes wurde auch geregelt, dass Lehrkräfte an Fachschulen für den Rettungsdienst zukünftig über eine akademische Qualifikation verfügen müssen, mindestens in Form eines Bachelor-Abschlusses. Damit wurde zumindest ein erster Weg für die Akademisierung des Rettungsfachpersonals eröffnet. Gleichzeitig wurden innerhalb der letzten Jahre zahlreiche weitere Studiengänge akkreditiert, die auf Themen des Rettungsdienstmanagements, des Rettungsingenieurwesens und der Gefahrenabwehr bzw. des Katastrophenschutzes fokussieren. Diese Entwicklung entspricht den anhaltenden Forderungen des Wissenschaftsrats nach einer (Teil‑)Akademisierung von Gesundheitsfachberufen [25, 26]. Darüber hinaus besteht bei einem Teil der Mitarbeitenden der Wunsch nach einer medizinisch-fachlichen Weiterqualifizierung in Analogie zu international anerkannten Berufsbildern wie dem eines Advanced Paramedic Practitioner in England [12]. Die aus dieser komplexen Thematik abgeleiteten Forschungsfragen dieser Arbeit lauten:
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Welche Optionen zur Akademisierung stehen dem Rettungsfachpersonal in Deutschland zur Verfügung?
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Inwiefern unterschieden sich diese Studienangebote inhaltlich und formal?
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Auf welcher Rechtsgrundlage beruhen diese Angebote?
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Welche Potenziale existieren im Hinblick auf die Weiterentwicklung rettungsdienstbezogener Studiengänge in Deutschland?
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Studiendesign und Untersuchungsmethoden
Die Ermittlung der derzeit in Deutschland angebotenen Studiengänge mit Rettungsdienstbezug erfolgte mittels einer ersten Online-Recherche vom 11. bis 15. Dezember 2023. Dabei wurden auf studiengangbezogenen Portalen wie studieren.de und studienwahl.de zunächst Basisinformationen wie der Name des Studiengangs und der Name der anbietenden Institution erfasst. Weiterführende Informationen wie der zu erreichende Studienabschluss, die Studienorganisation (Teilzeit vs. Vollzeit; in Präsenz vs. online oder hybrid), die Regelstudienzeit und die zu erzielenden Credit Points wurden auf den Webseiten der jeweiligen Hochschulen ermittelt und in Form einer Excel-Tabelle erfasst. Fehlende oder unklare Daten wurden im Rahmen von Telefoninterviews mit den betreffenden Hochschulen punktuell ergänzt bzw. per E‑Mail erfragt. Die Ergebnisse wurden im Hinblick auf die unterschiedlichen Studiengänge Rettungsdienstmanagement, Medizinpädagogik mit Schwerpunkt Rettungsdienst, Paramedic, Katastrophenschutz/Gefahrenabwehr sowie Rettungsingenieurwesen geclustert. Grundlage für diese Clusterung war eine inhaltsanalytische Auswertung der jeweiligen Modulhandbücher. Eine vergleichende statistische Analyse war aufgrund der gewählten Parameter nicht durchführbar. Eine vollständige Überprüfung und Überarbeitung des Datensatzes im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen wurde im Dezember 2024 durchgeführt.
Ergebnisse
Art der Studiengänge
Die Datenrecherche ergab eine Gesamtzahl von n = 39 in Deutschland verfügbaren Studiengängen mit Rettungsdienstbezug. Dabei waren die Bereiche Rettungsdienstmanagement (n = 10, 25,6 %) und Katastrophenschutz/Gefahrenabwehr (n = 13, 33,3 %) am häufigsten vertreten. Außerdem konnten acht Studiengänge (20,5 %) für Medizinpädagogik mit direktem Bezug zum Rettungsdienst und fünf (12,8 %) aus dem Bereich Rettungsingenieurwesen identifiziert werden. Drei Angebote (7,7 %) qualifizierten für das in Deutschland bislang nicht etablierte Berufsbild eines „Paramedic“. Vier Studiengänge sind doppelt aufgeführt, da sie je nach gewähltem Studienschwerpunkt unterschiedliche Abschlüsse ermöglichen. Die Recherche umfasst sowohl Bachelor- als auch Master-Studiengänge. Dabei wurde der zum Sommersemester 2025 geplante Start eines Master-Studiengangs „Notfall- und Krisenmanagement“ ermittelt.
Studienorganisation
28 der 39 Studiengänge (71,8 %) wurden in Teilzeit durchgeführt, nur sieben (17,9 %) in Vollzeit; bei vier Studiengängen (10,3 %) bestand eine Wahlmöglichkeit.
Der weitaus überwiegende Teil (n = 28, 71,8 %) wurde als reines Präsenzstudium angeboten, daneben waren elf Hybridformate (28,2 %) aus Präsenz- und Fernstudium zu ermitteln.
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Höchste akademische Qualifikation
Die Mehrzahl der Studiengänge (n = 27, 69,2 %) führte zum Erwerb eines Bachelor-Grads. Der Anteil der Master-Studiengänge lag im Gesamtkollektiv bei 30,8 % (n = 12), die meisten davon (n = 7) im Bereich Katastrophenschutz/Gefahrenabwehr.
Trägerschaft
Träger der Akademisierung für das Rettungsfachpersonal waren in 22 Fällen (56,4 %) private Hochschulen, die übrigen 17 Einrichtungen (43,6 %) befanden sich in staatlicher Trägerschaft. Für die privaten Angebote waren monatliche Studiengebühren in Höhe von € 278 bis 599 (Mittelwert € 452) zu zahlen. Einige Hochschulen räumten Rabatte von in der Regel 10 % auf die Studiengebühr ein, z. B. für Angehörige einer Hilfsorganisation oder Geschwisterkinder.
Zulassungsvoraussetzungen
Die Zulassungsvoraussetzungen für Bachelor-Studiengänge umfassten in den meisten Fällen (n = 24, 88,9 %) eine abgeschlossene dreijährige Berufsausbildung, häufig zum Notfallsanitäter, zum Teil in Kombination mit einer (Fach‑)Hochschulzugangsberechtigung.
Die Zulassung zu fünf der sechs Master-Studiengänge setzte obligat einen Bachelor-Abschluss in einem artverwandten Fachgebiet voraus.
Eine detaillierte Übersicht über die Ergebnisse findet sich in Supplement-Tab. 1.
Diskussion
Die nachfolgende kritische Würdigung unserer Ergebnisse orientiert sich an den oben vorgestellten Clustern Medizinpädagogik mit Schwerpunkt Rettungsdienst, Rettungsdienstmanagement, Paramedic, Katastrophenschutz/Gefahrenabwehr und Rettungsingenieurwesen.
Klare Berufsperspektive für Medizinpädagogen
Wie einleitend dargestellt, ist der Erwerb einer akademischen Qualifikation für Lehrkräfte an Berufsfachschulen des Rettungsdiensts gemäß § 6 (2) NotSanG verpflichtend. Diese bundesgesetzliche Vorgaben wurden durch die für den Bildungsbereich verantwortlichen Bundesländer spezifiziert und in Landesrecht umgesetzt. So hat das Bundesland Niedersachsen ein abgeschlossenes pädagogisches Hochschulstudium als Voraussetzung für die Tätigkeit als Lehrkraft zur Ausbildung von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern definiert [21]. Dadurch haben Studierende mit rettungsdienstlicher Qualifikation, ebenso wie andere Fachberufe, eine klare Berufsperspektive als Lehrkräfte an Schulen des Gesundheitswesens [10, 24]. Darüber hinaus sind auch andere Einsatzmöglichkeiten denkbar, z. B. als Praxisanleiter in leitender Funktion oder in den Hochschulen selbst. Allerdings zeigte sich auch hier, dass der Weg zur gesetzlich vorgeschriebenen Akademisierung in der Mehrzahl der Fälle über ein Studium an einer privaten Hochschule führt und dieses berufsbegleitend in Teilzeit zu absolvieren ist. Das bedeutet, dass staatliche Hochschulen bei der pädagogischen Qualifizierung von Lehrkräften im Rettungsdienst unterrepräsentiert sind. Dieses Engagement zu erhöhen, sollte als Beitrag zur Zukunftssicherung der Notfallversorgung im allgemeinen Interesse sein [14].
Managementstudiengänge zahlenmäßig vorn
Studiengänge mit dem Schwerpunkt auf einer Qualifikation im Rettungsdienstmanagement waren mit n = 10 am zweithäufigsten vertreten. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die meisten von diesen in Teilzeit zu absolvieren waren und wiederum nur drei von staatlichen Hochschulen angeboten wurden. Aus diesen Ergebnissen lässt sich ablesen, dass auch die Qualifizierung für eine staatliche Aufgabe wie das Rettungsdienstmanagement bis heute mehrheitlich von privaten Hochschulen geleistet wird. Die Studierenden haben ihre Qualifizierung berufsbegleitend zu erbringen, was im Hinblick auf den Erhalt des Praxisbezugs zwar förderlich ist, die Betreffenden aber einer beruflichen Doppelbelastung aussetzt. Ein Aussetzen oder auch nur die zeitliche Reduzierung ihrer Praxistätigkeit im Rettungsdienst ist für die große Mehrheit der Studierenden nicht möglich, weil den fehlenden Einnahmen bis zum Abschluss dann Ausgaben für Studiengebühren in fünfstelliger Höhe gegenüberstehen. Zudem fallen, zumindest in Präsenzphasen, erhebliche Reisekosten an. Diese Gesamtkonstellation könnte Interessierte von der Aufnahme eines rettungsdienstbasierten Studiums abschrecken. Das ist umso kritischer zu bewerten, als die im Rettungsdienst bislang sehr begrenzten Entwicklungsperspektiven dazu führen, dass talentierte Mitarbeitende diesen Bereich verlassen oder grundsätzlich an diesem Berufsbild Interessierte gar nicht erst darin tätig werden [17].
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Zudem besteht mittelfristig das Risiko, dass die Professionalisierung im Rettungsdienst durch das Fehlen ausreichend qualifizierter Führungskräfte auf Ebene der Aufgabenträger, der Leistungserbringer und auch der Länderministerien behindert wird [13, 16]. Dass viele angehende Notfallsanitäter die Absicht haben, den Rettungsdienst nicht erst nach einigen Jahren Berufstätigkeit, sondern bereits unmittelbar im Anschluss an das Ausbildungsende zu verlassen, muss diesbezüglich als absolutes Alarmzeichen bewertet werden [9].
Insgesamt ist es wünschenswert, wenn nicht unerlässlich, dass sich staatliche Hochschulen die Qualifizierung für diese hoheitliche Aufgabe in Zukunft vermehrt zu eigen machen, d. h., ihr Angebot an entsprechenden Studiengängen erhöhen. Dadurch werden Aufgaben des modernen Rettungsdienstmanagements wie Organisationsentwicklung, Personalführung und Bedarfsanalysen in Kooperation mit den übrigen Stakeholdern professionalisiert und Perspektiven für die berufliche Weiterentwicklung von Rettungsfachpersonal geschaffen [15]. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Tätigkeit als Lehrkraft an Fachschulen an eine Pflicht zur Akademisierung gebunden ist, der Aufgabenbereich des Rettungsdienstmanagements – beispielsweise eine Tätigkeit als Leiter einer Rettungswache oder eines Rettungsdiensts – einen derartigen Studienabschluss jedoch nicht vorsieht. Solche Angebote sollten auch einen Master-Abschluss ermöglichen, um Karrierewege in den höheren technischen Verwaltungsdienst, den feuerwehrtechnischen Dienst oder die Wissenschaft zu eröffnen. Die Bearbeitung relevanter Fragestellungen aus den Bereichen Rettungsdienst und Notfallversorgung, z. B. im Rahmen von Promotionsarbeiten zum „Dr. rer. medic.“, könnten zur Evaluation und Weiterentwicklung der zugrunde liegenden Konzepte beitragen. Dazu passt die nach Abschluss der Datenerhebung erfolgte Einführung eines Bachelor-Studiengangs „Rettungswissenschaften“ an einer privaten Hochschule, der im Detail zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bewertet werden kann, zumal Detailinformationen über diesen Studiengang nicht frei im Internet verfügbar sind.
Paramedic-Studiengänge: Zukünftig wichtiger?
Die 9. Stellungnahme einer Regierungskommission vom September 2023 hat die Diskussion über die Einführung eines akademisch für die Durchführung notfallmedizinischer Maßnahmen qualifizierten Berufsbilds nach englischem Vorbild neu entfacht [22, 23]. Dem unverändert offenen Ergebnis dieser Diskussion haben mehrere private Anbieter vorgegriffen, indem sie entsprechende Studienangebote geschaffen haben. Selbst wenn die politische Entscheidung zugunsten der Einführung eines Berufsbilds vergleichbar dem eines „Advanced Paramedic Practitioner“ (APP) nach englischem Vorbild fallen sollte, ist gegenwärtig noch unklar, welche zusätzlichen Aufgaben diese akademischen Fachkräfte im Vergleich mit dreijährig ausgebildeten Notfallsanitätern wahrnehmen sollen. Ebenso unklar ist, wie ein derart qualifiziertes Rettungsfachpersonal vergütet bzw. tariflich eingruppiert werden müsste. Insofern kann auch nicht vorhergesagt werden, ob die derzeit angebotenen Abschlüsse die Betreffenden tatsächlich adäquat qualifizieren. Es ist zunehmend feststellbar, dass die derzeit verfügbaren Einsatzmittel in der Notfallrettung dem sich verändernden Einsatzspektrum nicht mehr vollständig gerecht werden [4]. Eine der politisch geforderten Maßnahmen, um diesen geänderten Anforderungen zu begegnen, ist die Vernetzung der Leitstellen des Rettungsdiensts und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV). Für eine bedarfsgerechte Versorgung sollten den Leitstellen, zusätzlich zu den etablierten Rettungsmitteln, differenzierte Alarmierungsoptionen wie Notfallkrankentransportwagen (N-KTW), Gemeindenotfallsanitäter (GNotSan) oder Akuteinsatzfahrzeuge (AEF) zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang könnte auch der Einsatz zukünftig auszubildender APP erfolgen. Kürzlich etablierte Gesundheitsberufe wie der Physician Assistant könnten hierbei als Vorbild dienen [19]. Unbedingt zu beachten ist, dass aus der Einführung neuer Qualifikationsstufen keinerlei Abstriche an der Qualität und Sicherheit der Notfallversorgung resultieren. In diesem Zusammenhang sind auf Ebene der Aufgabenträger Verfahren für ein Routine-Monitoring und -Feedback der Prozessqualität vergleichbar zu den erweiterten Versorgungsmaßnahmen für Notfallsanitäter zu etablieren [8].
Master-Studiengänge vorwiegend im Katastrophenschutz
Im Gegensatz zu den Bereichen Rettungsdienstmanagement und Paramedic stehen im Katastrophenschutz und der Gefahrenabwehr mehrere Master-Studiengänge für eine weitergehende Qualifizierung zur Verfügung. Ein Master-Abschluss in diesen Fächern eröffnet Karrierewege im höheren verwaltungs- oder feuerwehrtechnischen Dienst. Dadurch profitieren diese Arbeitsbereiche von aktuellem fachlichem Input und die Absolventen von einer konkreten beruflichen Perspektive. Das gilt umso mehr in Anbetracht der wachsenden Risiken innerhalb und außerhalb Deutschlands [2].
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Quo vadis, Rettungsingenieurwesen?
In diesen Studiengängen wird v. a. auf Kenntnisse aus der Mathematik, der Physik sowie der Statik und Dynamik fokussiert. Absolventen qualifizieren sich auf diese Weise insbesondere für Tätigkeiten im Bereich des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes oder auch in Ingenieurbüros. Medizinische, managementbezogene und psychosoziale Aspekte des Rettungsdiensts werden zwar thematisiert, scheinen jedoch von eher nachrangiger Bedeutung zu sein. An einer staatlichen Hochschule in Hamburg wurden im Sommersemester 2024 letztmalig Studierende zum entsprechenden Bachelor-Studiengang zugelassen [11]. Ob von diesem Einzelfall auf die langfristige Perspektive dieser Studienrichtung in Deutschland geschlossen werden kann, ist derzeit nicht zu beantworten. An einer Hochschule in Köln werden rettungsingenieurwissenschaftliche Studiengänge weiterhin angeboten.
Limitationen
Die Richtigkeit unserer Angaben unterliegt z. B. im Hinblick auf Vollständigkeit den Grenzen der hier gewählten Methodik und erfasst trotz der wiederholten Datenrecherche kurzfristig erfolgte Einstellungen oder Neugründungen rettungsdienstbezogener Studiengänge möglicherweise nicht vollständig.
Einige Studiengänge, die ebenfalls eine akademische Weiterqualifizierungsperspektive für Rettungsfachkräfte bieten können, wurden in die vorliegende Arbeit ganz bewusst nicht einbezogen, weil kein unmittelbarer Bezug zum Rettungsdienst erkennbar gewesen ist. Es handelt sich aber dennoch um Studiengänge im Themenspektrum von Sicherheit und Gefahrenabwehr, die an dieser Stelle daher nicht gänzlich unerwähnt bleiben sollen. Eine umfangreiche Auflistung mit Ergebnissen zu einer thematisch sehr viel weiter gefassten Recherche wurde bereits vor einigen Jahren erstellt. Die darin enthaltenen Angaben sind inzwischen jedoch zumindest teilweise veraltet [7].
Außerdem wurden nur Studiengänge mit zumindest anteiligem Präsenzunterricht berücksichtigt, weil eine vollständig digitale Durchführung unseres Erachtens den Anforderungen an die Qualifizierung für das Umfeld einer modernen interprofessionellen Notfallversorgung nur eingeschränkt gerecht wird. Zudem konnten medizinpädagogische Studiengänge ohne expliziten Rettungsdienstbezug hier nicht einbezogen werden, weil jeweils nicht eindeutig feststellbar war, ob bzw. in welchem Ausmaß diese von Rettungsfachkräften zum Erwerb ihrer pädagogischen Qualifikation genutzt werden können.
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Fazit für die Praxis
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Dem Rettungsfachpersonal in Deutschland stehen unterschiedliche Optionen für eine Akademisierung zur Verfügung.
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Diese unterscheiden sich im Hinblick auf die inhaltliche Ausrichtung und die Trägerschaft der Bildungseinrichtungen.
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Lediglich die medizinpädagogische Qualifizierung ist derzeit gesetzlich verbindlich geregelt.
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Absolventen von Managementstudiengängen haben häufig keine sichere Berufsperspektive, die ihren hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand kompensiert.
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Noch unklarer ist der Stellenwert der Hochschulausbildung zum Paramedic.
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Die Karriereperspektive „Akademisierung“ ist für einen relevanten Anteil des Rettungsfachpersonals ein attraktiver Weg zur beruflichen Weiterentwicklung, obwohl die derzeitigen Studienbedingungen nicht ideal sind.
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Die Akademisierung der berufspraktischen, administrativen und pädagogischen Berufsbilder im Rettungsdienst kann zur langfristigen Sicherstellung und Weiterentwicklung der Notfallversorgung beitragen.
Mitglieder der Studierenden der Kohorte Rescue Management Wintersemester 2023/24
Sebastian Beckmann-Knoop; Saskia Beeck; Inan Coban; Anne Czerniejewski; Victor Durek; Torben Fehrs; Janina Henschke; Tammo Heyduck; Thorsten Krampe; Lasse Krühl; Paul Kurz; Benedict Oldenburg; Sebastian Paeslack; Jeremias Päplow; Melf Peters; Finn Rühmann; Lena Schäfer; Stefanie Schulz; Can Sommerfeld; Lukas Vaeßen; Birk Wagner
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt
Die Autoren sind Dozenten (H. Marung und H. Karutz) bzw. Studierende im Studiengang Rescue Management, B.Sc. an der MSH Medical School Hamburg.
Ethikvotum: aufgrund der gewählten Methodik (ausschließlich Internetrecherche ohne Personenbezug) nicht erforderlich.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.
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