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24.01.2018 | Recht | Nachrichten

Ein Jahr Pflegereform – eine gemischte Bilanz

Was hat die Pflegereform des vergangenen Jahres gebracht? Zwei Akteure im Gesundheitswesen bewerten die Auswirkungen völlig unterschiedlich.

Pflegereform 2017 (Symbolbild) © Janina Dierks / stock.adobe.comEin Erfolg? Die Deutsche Stiftung Patientenschutz und der Medizinische Dienst der Krankenversicherung bewerten die Pflegereform unterschiedlich.

Gut ein Jahr nach dem Start der jüngsten Pflegereform fällt die Bewertung unterschiedlich aus. "Die Pflegereform bringt deutlich weniger, als von der Bundesregierung behauptet", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, in Berlin.

Seit Anfang 2017 gilt eine neue Einstufung von Betroffenen bei der Pflegeversicherung. Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff sollen unter anderem auch Beeinträchtigungen von Wahrnehmung und Erinnerung etwa bei Demenz besser berücksichtigt werden.

Mangel an spezialisierten Anbietern

Brysch sagte unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium, zwar habe es Ende des Jahres 2017 351 000 Leistungsbezieher mehr als im Vorjahr gegeben. Doch mit 241 000 Betroffenen sei der größte Teil davon in den neuen Pflegegrad 1 eingestuft worden. "Dieser dient vor allem der Vorbeugung."

Ihnen stünden 125 Euro für hauswirtschaftliche Hilfe durch einen professionellen Anbieter zur Verfügung. An entsprechenden Anbietern mangele es. "Bei den Pflegebedürftigen in den Pflegegraden 2 bis 5 ist der Anstieg dagegen mit den Vorjahren vergleichbar." Die Zunahme betrage hier unter 4 Prozent.

MDS: Hunderttausende neu Anerkannter

Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung hatten eine positive Bilanz gezogen. "Mit der neuen Begutachtung konnten im Vergleich zu 2016 rund 304 000 Versicherte neu anerkannt werden", sagte der Geschäftsführer ihres Verbands (MDS), Peter Pick. Zum Start der Reform hatte der MDS mit rund 200.000 zusätzlichen Personen gerechnet, mittelfristig sollen es laut Regierung 500.000 sein.

Mehr Menschen hätten früheren und besseren Zugang zu den Leistungen bekommen, sagte Pick. Nun müssten bedarfsgerechte Angebote weiterentwickelt werden, ambulant und stationär, etwa in neuen Wohnformen und bei ergänzenden Unterstützungen. (dpa)

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