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04.12.2019 | Rahmenbedingungen | Nachrichten

Intensivpflege: Vier-Punkte-Plan gegen Personalnotstand

Der Personalnotstand in der Intensivpflege ist nach wie vor dramatisch. Bettensperrungen sind an der Tagesordnung. Intensiv- und Notfallmediziner präsentieren jetzt einen Vier-Punkte-Plan, um die Situation zu verbessern.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sieht weiter dringenden Handlungsbedarf in der Intensivpflege. Mit den bisherigen Regelungen habe sich die Qualität der Versorgung deutschlandweit verschlechtert. Auch die Berufszufriedenheit der Pflegenden im Intensivbereich sei weiter gesunken. „Die seit Jahresbeginn geltende Regelung für ein Mindestmaß an Personal reicht nicht aus, um den Bedarf in Deutschland zu decken“, kritisierte Thomas van den Hooven, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Münster und DIVI-Präsidiumsmitglied anlässlich des heute startenden DIVI-Kongresses in Hamburg. „Wir müssen jetzt verstärkt Teilzeitkräfte und Berufsaussteiger zurückgewinnen!“

Die DIVI hat daher vier zentrale Vorschläge erarbeitet:

  • In einem ersten Schritt sollen die Arbeitsbedingungen durch eine deutlich bessere Personalausstattung verbessert werden. Das schließt auch den verstärkten Einsatz von Dokumentationsassistenten, Transportdienstleistern o.ä. ein, die die Intensivpflegenden entlasten sollen.
  • Darüber hinaus soll eine strukturierte Weiterentwicklung etabliert werden. „Keiner arbeitet gerne in einem Beruf, in dem er sich nicht weiterentwickeln kann“, so van den Hooven. Moderne Pflege brauche einen unterschiedlichen akademischen Ausbildungsgrad von Pflegenden.
  • Als dritte Maßnahme soll ein Instrument zur differenzierten Leistungserfassung und Erhebung der Arbeitsbelastung eingesetzt werden, das den Anforderungen der Intensivpflege genügt. 
  • Der vierte Vorschlag sieht kurzfristige Sofortmaßnahmen vor, mit denen die Attraktivität des Berufsbildes Intensivpflege direkt gesteigert werden kann, z.B. im Hinblick auf die Bezahlung und die Dienstplangestaltung.

„Eine bessere Bezahlung muss in die Wege geleitet werden und zudem brauchen Pflegende eine verlässliche Dienstplangestaltung“, betonte DIVI-Geschäftsführer Professor Andreas Markewitz. Er sieht den Handlungsbedarf jetzt auf Seiten der Politik: „Die Fakten liegen alle auf dem Tisch“. (ne)

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