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04.03.2019 | Rahmenbedingungen | Nachrichten

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst: Pflege profitiert deutlich

In der Nacht zum Sonntag haben Arbeitgeber und Gewerkschaften im öffentlichen Dienst der Länder einen neuen Tarifvertrag beschlossen. In drei Schritten gibt es acht Prozent mehr Lohn für Landesbedienstete. Pflegende erhalten zusätzlich ein weiteres Gehalts-Plus.

Nach tagelangen Verhandlungen haben sich beide Verhandlungsseiten auf eine mehrstufige Gehaltserhöhung in Höhe von insgesamt acht Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 33 Monaten geeinigt. Rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres wird es für Landesbedienstete eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent mit mindestens 100 Euro geben. Im Januar 2020 kommen weitere 3,2 Prozent und zum 1. Januar 2021 noch einmal 1,4 Prozent hinzu. Der Mindestanstieg soll insgesamt bei 240 Euro liegen. Auch die Ausbildungsvergütungen steigen insgesamt um 100 Euro in zwei Schritten.

Darüber hinaus bringt die Tarifeinigung besondere Verbesserungen für Pflegekräfte in den von den Verhandlungen betroffenen Universitätskliniken.  Ab dem 1. Januar 2020 wechseln sie in die bessere Entgelttabelle der Kommunen. Zudem erhalten Pflegekräfte ein Plus von 120 Euro monatlich.

Die Gewerkschaften werten den Tarifabschluss als „spektakulären Erfolg“. „Das ist das beste Ergebnis im Länderbereich für einen Lohnabschluss seit vielen Jahren“, erklärte Verdi-Chef Frank Bsirske in Potsdam. Er könne die Attraktivität der öffentlichen Arbeitgeber nachhaltig stärken sowohl für Berufsanfänger als auch für qualifizierte Fachkräfte.

Signal der Anerkennung

In einer Mitteilung begrüßte der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) heute die erzielte Tarifeinigung und wertete sie als „überfälliges Signal der Anerkennung“ für die professionelle Pflege.  Gleichzeitig verwies der Verband aber darauf, dass die sozialen Berufe im Hinblick auf das Gehaltsniveau noch immer viel aufzuholen hätten: „In etlichen Industriebranchen sind vergleichbare Tarifabschlüsse in den letzten Jahren deutlich höher ausgefallen“, sagte DBfK-Präsidentin Professor Christel Bienstein. Die Zugeständnisse der Arbeitgeberseite seien in erster Linie dem immensen Fachkräftemangel in der Pflege geschuldet. Dreh- und Angelpunkt bleiben aus Sicht von Bienstein weiterhin die Arbeitsbedingungen in der Pflege sowie die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf.

Bienstein erwartet von Arbeitgebern außerhalb des öffentlichen Dienstes, dass sie bei ihren Gehältern für Pflegende jetzt schnellstens nachziehen und sich „mindestens an dem neuen Tarifabschluss orientieren.“ Angesichts des Lohnrückstands der Frauenberufe dürfe „gern auch noch etwas draufgelegt werden.“ (ne)

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