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28.11.2017 | Rahmenbedingungen | Nachrichten

Pflegemarkt: Wachstum und harter Wettbewerb

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Der Demografiewandel begünstigt Pflegeheimbetreiber, der Fachkräftemangel beutelt sie. Da ist die richtige Strategie gefragt, so eine Analyse.

Fachkraeftemangel in der Pflege (Symbolbild) © Jochen Tack / AOK-MediendienstFachkräftemangel in der Pflege. Die richtige Strategie ist gefragt. (Symbolbild)

Bis 2030 wird der deutsche Pflegemarkt auf ein Volumen von bis zu 85 Milliarden Euro wachsen. Zu dieser Prognose kommt die Unternehmensberatung Roland Berger in ihrer neuen Studie "Wachstumsmotor Pflege", für die sie die zentralen Einflussfaktoren des Pflegemarkts analysiert hat. Gegenwärtig komme der Markt auf rund 50 Milliarden Euro Umsatz – und sei damit bereits nach den Krankenhäusern und der ambulanten ärztlichen Versorgung das drittgrößte Segment im bundesdeutschen Gesundheitswesen. Wesentlicher Treiber dieses Wachstums sei der Demografiewandel: Die Zahl der Pflegebedürftigen könnte von zuletzt 2,9 Millionen bis 2030 voraussichtlich auf 3,5 Millionen steigen, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden errechnet hat.

Prävention reduziert Pflegebedarf

"Andererseits gehen wir auch von Trends aus, die den Pflegemarkt bremsen werden", erläutert Oliver Rong, Partner bei Roland Berger und Leiter der Healthcare Practice in Deutschland, Österreich und der Schweiz, einschränkend. Die verstärkten Präventionsbemühungen sowie der medizinisch-technische Fortschritt würden zudem dafür sorgen, dass immer mehr Menschen länger gesund bleiben. Dadurch reduziere sich der pflegerische Aufwand am Lebensende, ergänzt er.

Doch dieses Wachstum schafft neben Chancen auch Herausforderungen für die Betreiber von Pflegeeinrichtungen. "Der Wettbewerb sowohl um Personal als auch um Marktanteile wird zunehmen", prophezeit Rong. "Um darin bestehen zu können, brauchen diese Einrichtungen eine klare Strategie", mahnt er deren Betreiber.

Aus Sicht der Berater sind fünf Faktoren für eine erfolgreiche Strategie essenziell – integrierte Geschäftsmodelle, Digitalisierung, Employer Branding, Qualitätsmanagement (QM) und Kostenvorteile. Integrierte Geschäftsmodelle böten demnach neue Wachstumsoptionen.

Wettbewerbsfähigkeit im Blick

So könnten Betreiber stationärer Pflegeeinrichtungen unter einem Dach sowohl selbstständiges Wohnen als auch Pflege anbieten, um den Menschen den fließenden Übergang zwischen Versorgungsformen zu ermöglichen. Digitalisierte Prozesse wie Medikamentenmanagement- und Alarmsysteme, Dienstplansoftware oder digitale Patientenakten verbesserten Qualität und Effizienz sowie die Kommunikation mit Angehörigen.

Die Attraktivität als Arbeitgeber sei angesichts des Fachkräftemangels unverzichtbar. Ein optimiertes QM verbessere die Wettbewerbsfähigkeit. Wichtig sei individuelle Fehler früh zu erkennen und zu korrigieren; auch die Servicequalität sollte regelmäßig geprüft werden. Einkaufsgemeinschaften, die gemeinsame IT-Nutzung sowie Flexibilität durch gemeinsame Personalpools und Rotationssysteme könnten helfen, Kosten zu sparen. (maw)

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