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07.02.2019 | Rahmenbedingungen | Nachrichten

Pflegekräfte streiken landesweit

In Irland eskaliert ein seit längerem schwelender Streik des Krankenpflegepersonals.

In Irland streiken rund 37.000 Krankenschwestern, -pfleger und Hebammen, allein am Dienstag wurden landesweit mehr als 50.000 Konsultationen gestrichen.

Laut der Organisation Irish Nurses and Midwives Organisation (INMO), die die beruflichen Interessen des Krankenpflegepersonals in der Republik vertritt, wird inzwischen in 240 Kliniken, Gemeinschaftspraxen, Gesundheitszentren und anderen Einrichtungen des irischen Gesundheitswesens gestreikt. Es geht um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Die Krankenschwestern, -pfleger und Hebammen hatten bereits vergangene Woche für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt. Doch da waren nur 25.000 Patienten direkt betroffen und es wurde an lediglich 82 Kliniken und anderen Einrichtungen gestreikt.

Die Tatsache, dass in dieser Woche anders als in der Vorwoche auch Einrichtungen wie Altenheime mit bestreikt werden, deutet nach Einschätzung gesundheitspolitischer Beobachter auf eine weitere Eskalation des Streiks hin.

Die INMO gab am Dienstag bekannt, dass weitere landesweite Streiks folgen werden. Allein zwischen dem 12. Februar und dem 21. Februar soll landesweit an fünf Tagen die Arbeit niedergelegt werden.

Das Pflegepersonal verlangt bessere Bezahlung sowie mehr Anstrengungen der irischen Politiker, die allgemeinen Arbeitsbedingungen für Krankenpflegepersonal in der Republik zu verbessern.

Besonders geht es den Streikenden darum, dafür zu sorgen, dass qualifizierte Pflegekräfte nicht so häufig wie derzeit entweder den Beruf wechseln oder ganz aufgeben. Lohnerhöhungen werden von der Regierung kategorisch abgelehnt.

Die Dubliner Regierung zeigt sich noch unnachgiebig. Zwar versprach der irische Regierungschef und Arzt Leo Varadkar am Dienstag, die Regierung werde nicht wie jüngst bei einem Streik der Lehrer Löhne der Streikenden einbehalten. Doch eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht. (ast)

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