Berufsidentität stärken Neue ICN-Definitionen auf Deutsch
- 08.10.2025
- Rahmenbedingungen
- Nachrichten
Der International Council of Nurses (ICN) hat anlässlich ihres diesjährigen Kongresses „Nurse“ und „Nursing“ neu erklärt. Nun ist die ICN-Definition in deutscher Sprache erschienen. Beteiligt waren die drei deutschsprachigen Mitgliedsverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Vera Lux, Präsidentin des DBfK, einer der drei beteiligten Verbände bei der Erstellung der deutschen Fassung. © Karin Kaiser / MHH
„Die Definitionen beschreiben umfassend das Spektrum dessen, was professionelle Pflege heute leisten kann“, sagt Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), einer der drei beteiligten Verbände. „Damit geben wir beruflich Pflegenden eine Hilfestellung an die Hand, um ihre Rolle reflektieren und selbstbewusst ausüben zu können. Darum geht es im Kern: um eine Selbstbeschreibung, aber auch Selbstermächtigung.“
Die Versorgungsrealität, in der beruflich Pflegende wirken, hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Diese Veränderungen greift die Neudefinition auf und liefert damit auch eine Blaupause für die Politik, wie das Potenzial der beruflichen Pflege für die Versorgung genutzt werden kann. Gleichzeitig machen die ausführlichen Beschreibungen auch der Öffentlichkeit deutlich, welchen Beitrag Pflegefachpersonen in der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung leisten und welche Werte sie dabei leiten. Für die Pflegefachausbildung sind die Definitionen einen Referenzpunkt, neben den bestehenden Rahmenlehrplänen und Curricula.
Pflegeaufgaben voll anerkennen
„Wir als DBfK hoffen sehr, dass mit der Neudefinition das volle Spektrum pflegerischer Kompetenz von den politisch Verantwortlichen, aber auch von der breiten Öffentlichkeit und Gesellschaft erkannt wird“, betont Vera Lux. „Das könnte die Umsetzung in die heutige Versorgungsrealität in Deutschland befördern, auch vor dem Hintergrund, dass eine umfassende Reform der Versorgungsstrukturen in unserem Gesundheitssystem zwingend geboten ist und professionelle Pflege als relevanter Leistungserbringer anerkannt wird. Dazu braucht es eine inklusive Aufgabenverteilung unter den Gesundheitsprofessionen und mehr Autonomie für Pflegefachpersonen.“ Das Handbuch dafür liege jetzt vor.