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29.11.2019 | Rahmenbedingungen | Nachrichten

Gesundheitsrisiken durch Klimawandel

Autor:
Meike Linnewedel

Ein Policy Brief für Deutschland stellt die Risiken des Klimawandels für den Gesundheitsbereich dar und fordert konkrete Maßnahmen. Der Deutsche Pflegerat (DPR) unterstreicht daraufhin die Verantwortung von professionell Pflegenden das öffentliche Bewusstsein dafür zu schärfen.

Klimawandel © Joana Rohr

Mit welchen Auswirkungen durch den Klimawandel ist in Deutschland tatsächlich zu rechnen? Ein vom internationalen Forschungsprojekt „The Lancet Countdown on Health and Climate Change“ erstmals für Deutschland herausgegebener Policy Brief zeichnet ein sehr konkretes Bild: Bis zum Ende des Jahrhunderts seien bei gleichbleibendem Treibhausgasausstoß bis zu 5 zusätzliche Hitzewellen in Norddeutschland und bis zu 30 in Süddeutschland zu erwarten. Folge davon seien gesundheitliche Risiken durch Hitzestress und erhöhte bodennahe Ozonkonzentration sowie eine Gefährdung durch Infektionskrankheiten durch die Ausbreitung von Zecken und Mücken.

Der Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), Franz Wagner reagierte auf das Positionspapier alarmiert: „Der Policy Brief für Deutschland macht deutlich, dass der Klimawandel auch in Deutschland ein hohes und inakzeptables Risiko für die gegenwärtige und zukünftige Gesundheit der Bevölkerung darstellt.“

Das Forschungsprojekt fordert insbesondere die Umsetzung von Hitzeplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit zu beschleunigen. Außerdem sei der beträchtliche CO2-Fußabdruck des deutschen Gesundheitssektors einzudämmen. Hierfür seien spezifische Klimaschutzpläne zu entwerfen und umzusetzen. Des Weiteren müssten die Themen Klimawandel und „Planetary Health“ in die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Gesundheitsberufe einbezogen werden, damit die Erkenntnis, dass der Klimawandel eine zunehmende Gesundheitsbedrohung darstellt, allgemein verstanden würde.

Franz Wagner betonte, dass die professionell Pflegenden in der Verantwortung stünden, das öffentliche Bewusstsein dafür zu schärfen, in welch hohem Maß die Klimakrise mit der Gesundheitsversorgung zu tun habe. Er stellte jedoch klar, dass sie diese Aufgabe nicht alleine übernehmen können. Die Bewältigung der Klimakrise mit ihren Auswirkungen auf den Gesundheits- und Pflegebereich könne nur gemeinsam mit allen Akteuren des Gesundheits- und Pflegebereichs gelingen.

Klimaschutz ist inzwischen auch als wichtiges Thema für das Gesundheitswesen erkannt worden. Auf dem Kongress Pflege 2020 in Berlin wird dem Klimaschutz in Gesundheitseinrichtungen  am 25. Januar gleich ein ganzer Programmteil gewidmet. Neben  dem Austausch mit Experten gibt es Anregungen und  konkrete Tipps zum Thema Klimaschutz.

Hier können sie den Policy Brief für Deutschland lesen.


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