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Care4Care-Projekt Was sich in der Pflege ändern muss 

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen EU-Staaten steckt die Pflege in der Krise. Im Rahmen eines EU-Projektes haben Forschende erarbeitet, wie die Politik entgegensteuern muss. 

Das europäische Forschungsprojekt Care4Care hat ein Policy Paper veröffentlicht. Darin wird aufgeführt, welche Maßnahmen es auf nationaler und auf EU-Ebene braucht, um dem Fachkräftemangel und den belastenden Arbeitsbedingen in der Pflege entgegenzuwirken. 

Zu den Kernforderungen des Papiers gehören eine bessere Prävention und Berücksichtigung von körperlichen und psychosozialen Belastungen des Berufs, aber auch geregelte Qualifikations- und Aufstiegsmöglichkeiten. 

Akute Defizite sehen die Autor*innen des Papiers ebenfalls bei der Arbeitsmigration: „Damit sich die Hoffnung, die viele in die Migration setzen, erfüllen kann, braucht es deutlich mehr als nur ein Anwerbeprogramm“, unterstreicht die Arbeitsrechtlerin Eva Kocher, Professorin an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt Oder. Neben der Anerkennung von Qualifikationen sei es eine „Frage des Willkommens und der Integration“. So sollten Sprachkurse finanziert werden und innerhalb der Arbeitszeit belegt werden können.

Einen weiteren Fokus legen die Autor*innen des Papers auf die Gesundheitsrisiken im Pflegeberuf – von den körperlichen Anstrengungen bis zu psychosozialen Belastungen durch Stress, Gewalt und Belästigung. Als Schlüssel für bessere Arbeitsbedingungen betrachten die Forschenden die konsequente Durchsetzung der Vorgaben zu Arbeits- und Ruhezeiten. Auch die Betreuungsschlüssel seien zu regulieren und einzuhalten.

Am über drei jahre laufenden Verbundprojekt „Care4Care“ sind Forschende aus Spanien, Schweden, Polen, Italien, Frankreich und Deutschland beteiligt. Gemeinsam erarbeiten sie Lösungsvorschläge, um die Arbeitssituation von Pflegekräften in der Europäischen Union verbessern. (ne)


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Erschöpfte Pflegerin/© Courtney Haas / peopleimages.com / stock.adobe.com