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11.06.2021 | Rahmenbedingungen | Nachrichten

Pflegeberufe – kaum Einfluss auf Arbeitszeit

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Hohe Anforderungen, wenig Ressourcen – diese Faktoren prägen die Arbeitsbedingungen in der Pflege. Der Einfluss auf die Arbeitszeit ist in der Branche zudem besonders gering, stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fest.

Auf Basis der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2019 hat die Bundesanstalt arbeitszeitliche Anforderungen in der Alten- und Krankenpflege mit denen in anderen Berufen verglichen und jetzt die Ergebnisse veröffentlicht: Danach arbeiten Pflegekräfte durchschnittlich häufiger zu "atypischen Zeiten" und haben weniger Möglichkeiten, ihre Arbeitszeit flexibel zu gestalten als Beschäftigte in anderen Berufen.

So arbeiten 57 % der Beschäftigten in der Altenpflege und 59% der Beschäftigten in der Krankenpflege regelmäßig vor 7 Uhr oder nach 19 Uhr. In anderen Berufen beträgt die Quote nur 19 %. Zudem befinden sich Pflegende deutlich häufiger auf „Abruf“. In der Altenpflege liegt die Rufbereitschaft bei 20 % und damit sogar um 5 Prozentpunkte höher als in der Krankenpflege. Bei anderen Berufen liegt sie lediglich bei 6 % Prozent. Wochenendarbeit ist in Pflegeberufen ebenfalls deutlich verbreiteter.

Ausnahmeregelungen, die eine Verkürzung der Mindestruhezeit von 11 Stunden ermöglichen, werden in der Pflegebranche zudem offenbar häufig genutzt: Jede zweite Krankenpflegekraft und etwa jede vierte Altenpflegekraft muss mindestens einmal im Monat eine verkürzte Ruhezeit in Kauf nehmen.

Pausenzeiten oft nicht beeinflussbar

Wie die BauA berichtet, ist auch der Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitszeit bei Kranken- und Altenpflegekräften vergleichweise gering: Mehr als die Hälfte aller Krankenpflegekräfte und fast zwei Drittel der Altenpflegekräfte gaben an, kaum Einfluss auf den Zeitpunkt ihrer Pausen nehmen zu können.

Aus Sicht der BauA fehlt Pflegenden damit eine wichtige Ressource, um die hohen körperlichen und psychischen Anforderungen im Beruf zu bewältigen. Verlässliche Arbeitszeiten und Rücksichtnahme auf persönliche Belange bei der Schichtplangestaltung könnten hier Entlastung bringen. (ne)

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