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Kompass für die Profession ICN definiert Pflege neu 

Der International Council of Nurses (ICN) hat die Rolle und die Aufgaben von Pflegefachpersonen und der Profession Pflege neu definiert. Ziel ist es, ein zukunftsfähiges Selbstverständnis der Profession zu etablieren.

© Peopleimages / Getty Images / iSWas macht den Pflegeberuf aus? Der ICN hat das pflegerische Selbstverständnis neu definiert. 

Der ICN hat auf seiner Weltversammlung in Helsinki eine überarbeitete Definition der Begriffe „Pflege“ und „Pflegefachperson“ präsentiert. Mehr als 20 Jahre seit der letzten Aktualisierung schafft der ICN damit einen globalen Kompass, der Wesen und Potenzial der Pflege neu begreift und definiert. 

Laut ICN haben sich die Rolle und die Aufgaben von Pflegefachpersonen und der Pflege in den vergangenen Jahren stark gewandelt und verändern sich weiter. Es sei daher an der Zeit für Definitionen, die die aktuelle Praxis widerspiegeln und die Pflege zukunftsfähig machen. 

Was ist Pflege?

Die Definition beschreibt „Pflege“ als 

  • eigenständige Profession, die Menschen in allen Lebensphasen begleitet, Gesundheitskompetenz stärkt, Krankheiten vorbeugt, Sicherheit gewährleistet und Leiden lindert. 
  • Sie ist aktiv in Gesundheitssysteme sowie gesellschaftliche Prozesse eingebunden. 
  • Pflege ist damit auch Führungsaufgabe, Bildungsauftrag, politische Gestaltungskraft und Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit.

Pflegefachpersonen agieren laut Definition sowohl autonom als auch im interprofessionellen Team. Ihr Handeln ist geprägt von wissenschaftlicher Fundierung, Professionalität, Empathie, kultureller Sensibilität und Verantwortung – für Einzelne wie für Gemeinschaften.

Grundlage für mehr Sichtbarkeit, Einfluss und Entwicklungsmöglichkeiten 

Das neue pflegerische Selbstverständnis ist das Ergebnis eines einjährigen, weltweit angelegten Prozesses. Laut ICN waren hunderte Pflegefachpersonen aus Wissenschaft, Praxis, Ausbildung und Organisationen waren daran beteiligt. Auch der DBfK war als Repräsentant der deutschen Pflege eng in den Prozess eingebunden.

Der DBfK begrüßt die neuen Definitionen nachdrücklich. Der ICN schaffe damit nicht nur Klarheit für Berufsausübung, Ausbildung und Regulierung. „Diese Definitionen sind ein starkes berufspolitisches Signal. Sie haben das Potenzial, ein international geteiltes Selbstverständnis der Profession zu befördern – als Grundlage für Sichtbarkeit, Einfluss und Entwicklungsmöglichkeiten der professionellen Pflege weltweit“, so DBfK-Präsidentin Vera Lux. Gleichzeitig seien sie für jede einzelne Pflegefachperson eine Orientierung – als Leitfaden für die eigene Entwicklung und als Ausdruck des Anspruchs, den Pflegende an ihre Arbeit stellen. (ne)

Bildnachweise
Selbstbewusste Pflegekräfte /© Peopleimages / Getty Images / iS