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03.05.2022 | Rahmenbedingungen | Nachrichten

Studie: 300.000 Pflegefachkräfte durch Berufsrückkehr möglich

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Mindestens 300.000 Vollzeit-Pflegefachkräfte stünden laut einer Studie in Deutschland durch Rückkehr in den Beruf oder Aufstockung der Arbeitszeit zusätzlich zur Verfügung – sofern sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege deutlich verbessern. 

Pflegekraft © Thomas Northcut / Getty Images / ThinkstockWenn die Arbeitsbedingungen stimmen, können sich viele Berufsaussteiger*innen die Rückkehr in den Pflegeberuf vorstellen. 

300.000 Pflegefachkräfte in Vollzeit bei sehr vorsichtiger Kalkulation, in einem optimistischen Szenario sogar bis zu 660.000 Vollzeitkräfte, würden hochgerechnet für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. So lautet das Ergebnis einer bundesweiten Befragung von rund 12.700 Berufsaussteiger*innen und Pflegefachkräften, die in Teilzeit arbeiten.

Durchgeführt wurde die Studie „Ich pflege wieder, wenn …“ im Herbst 2021 als Kooperation der Arbeitnehmerkammern Bremen und Saarland sowie des Instituts Arbeit und Technik (IAT). Die Hans-Böckler-Stiftung hat die Studie gefördert. 

Im Rahmen der Studie wurden mehrere Modellrechnungen aufgestellt, die eine Arbeitszeitaufstockung von Teilzeit-Pflegefachkräften ermittelt haben. Untersucht wurde ebenfalls die Motivation für alle ehemals Beschäftigten in der Pflege, die den Beruf in den vergangenen Jahren verlassen haben und sich eine Rückkehr vorstellen können. Von den befragten Pflegefachkräften gab die Hälfte der Teilzeitbeschäftigten an, dass sie ihre Arbeitszeit im Durchschnitt um 10 Stunden pro Woche aufstocken würden. 60 Prozent der ausgestiegenen Pflegekräfte können sich eine Rückkehr in den Beruf bei einer Arbeitszeit von 30 Wochenstunden vorstellen.

"Fachkräfte kommen nicht von allein zurück"

„Das ist eine sehr gute Nachricht für die Pflege – doch diese Fachkräfte kommen nicht von allein zurück“, betont Elke Heyduck von der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Nur bei fundamentalen Änderungen der Rahmenbedingungen würden Pflegekräfte in ihren gelernten Beruf zurückkehren. Die wichtigsten genannten Bedingungen für einen Wiedereinstieg oder eine Stundenerhöhung sind: mehr Zeit für eine qualitativ hochwertige Pflege durch eine bedarfsgerechte Personalbemessung, verbindliche Dienstpläne, vereinfachte Dokumentation, angemessene Bezahlung, das Anerkennen von Fort- und Weiterbildungen sowie ein wertschätzender und respektvoller Umgang von Vorgesetzten und Kollegen. Weiter wird eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe gegenüber der Ärzteschaft als wichtiger Punkt angesehen. Eine Forderung nach einem bundesweiten Rückkehrprogramm für ausgestiegene Pflegefachkräfte ist eine von mehreren Schlussfolgerungen dieser Studie.

Politik muss handeln

Für DBfK-Präsidentin Christel Bienstein sind die Studienergebnisse wenig überraschend und belegen, was der Berufsverband bereits seit Jahren sagt: „Wir brauchen spürbare Verbesserungen in der Personalausstattung, eine bedarfsgerechte Personalbemessung, faire Gehälter und attraktive Karrierewege. Sonst lässt sich die Pflegekrise nicht lösen.“

Für die neue Bundesregierung werde es Zeit, die Pflegepolitik anzugehen. „Die Einführung der PPR 2.0 ist dafür der erste notwendige Schritt, damit die Kolleg:innen die Pflege leisten können, die die Menschen benötigen.“

Die Gewerkschaft Verdi erkennt eine "enorme Bereitschaft, in die Pflegeberufe zurückzukehren bzw. Teilzeitverträge aufzustocken", wenn die Bedingungen stimmen. „Es gibt keinen Mangel an qualifizierten Pflegepersonen, sondern einen Mangel an Beschäftigten, die unter den derzeitigen Bedingungen bereit sind, in der Pflege zu arbeiten“, erklärte Sylvia Bühler vom Verdi-Bundesvorstand. Der Teufelskreis aus schlechter Personalausstattung und fehlenden Fachkräften müsse unverzüglich mit bedarfsgerechten Personalvorgaben und besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege durchbrochen werden. (bb)

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