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12.01.2021 | QSNA | Nachrichten

Rührende Idee ausgezeichnet

Die Pflegeschülerin Linda Smit ist für ihre „Rührkanüle“ mit dem Queen Silvia Nursing Award ausgezeichnet worden. Ihre Idee überzeugte mit Cleverness, Einfachheit und Nutzen, so die Jury.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Queen Silvia Nursing Awards durften im Wettbewerbsjahr 2020 sowohl Pflegefachkräfte in der Ausbildung als auch examinierte Pflegende teilnehmen. Entsprechend vielfältig und ausgereift präsentierten sich die eingereichten Projekte. Die Idee der Siegerin Linda Smit setzte sich schließlich in einem stark besetzten Finale durch.

Linda Smit © Queen Silvia Nursing Award

Unter sechs FinalistInnen hat Linda Smit mit ihrer Idee überzeugt!
(Instagram: @queen_silvia_nursing_award_ger)

Zu Beginn der Pandemie erfuhr Linda Smit, dass vermehrt Antibiotika verschrieben werden, um Superinfektionen zu vermeiden. Diese Antibiotika werden als Infusion verabreicht und liegen meist in Pulverform vor. Theoretisch soll das Pulver durch langsames Schwenken gelöst werden, doch in der Praxis wird die Flasche aus Zeitgründen meist geschüttelt. Linda Smit fragte sich, ob dieser Vorgang nicht einfach durch Magnetrührer übernommen werden könnte. Denn ein Magnetrührer besitzt eine Abstellfläche, unter der sich ein Magnet im Kreis bewegt. Nun kann ein Gefäß mit einer Flüssigkeit darauf abgestellt werden. Befindet sich im Gefäß ein magnetisches Stäbchen, der sog. Rührfisch, rotiert es mit dem Magneten des Rührers und vermischt so Pulver und Flüssigkeit.

Um das Prinzip auf das Vorbereiten von Antibiotikainfusionen zu übertragen, entwickelte Smit eine spezielle Kanüle, die mit einem Handgriff einen Rührfisch ins Infusionsfläschchen fallen lassen kann. Die Pflegefachkraft leitet die Infusionsflüssigkeit durch die Kanüle ins Fläschchen mit dem Pulver, lässt vorher den Rührfisch ins Fläschchen fallen und stellt es anschließend auf den Magnetrührer.

Mehr Zeit für die Patienten

Während des Rührvorgangs, so Linda Smit, könnten sich die Pflegenden um die Patienten kümmern. Der Jury präsentierte sie einen übergroßen Prototyp aus dem 3D-Drucker. Jurorin Dagmar Scherrer von Fresenius Kabi Deutschland zeigte sich beeindruckt: „Ich finde es außerordentlich und es begeistert mich, dass eine Auszubildende eine solche Idee entwickelt hat – eine Lösung für ein schon lange währendes Ärgernis im Pflegealltag, welches täglich viel Zeit beansprucht. Eine wirklich innovative, durchdachte, aber dennoch einfache Lösung, welche vielen Pflegekräfte Zeit schenken könnte, um sich mehr den Patienten zu widmen.“

Zu Besuch bei Königin Silvia von Schweden

Am 23. Dezember 2020, dem 77. Geburtstag der Königin Silvia von Schweden, klingelte bei Linda Smit das Telefon. Der Juryvorsitzende Ulrich Zerhusen überbrachte der Pflegeschülerin die freudige Nachricht. Für die Gewinnerin eine große Überraschung: „Auch wenn ich von meiner Idee überzeugt war, hätte ich nicht gedacht, dass ich unter all den Ideen tatsächlich ausgewählt werden würde. Als ich angerufen wurde, konnte ich es zunächst gar nicht fassen.“ Kein Wunder, denn der Gewinn umfasst ein Stipendium in Form eines Geldpreises in Höhe von 6.000 Euro. Zudem hat Linda Smit die Möglichkeit, an einem individualisierten Praktikum teilzunehmen. Darüber hinaus wird sie von Königin Silvia in den Königspalast nach Stockholm eingeladen, um dort die Auszeichnung direkt von Ihrer Majestät persönlich zu erhalten. Ob die diesjährige Zeremonie stattfinden kann, ist noch unklar. Schon im vergangenen Jahr musste die Feier aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Allerdings stellten die Vertreterinnen von Swedish Care International, Sophie Lu-Axelsson und Petra Tegman, klar: Nachgeholt werden soll der Besuch bei der Königin auf jeden Fall – zusammen mit der deutschen Gewinnerin von 2019 Sarina Bach. (jb)

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