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02.11.2022 | Psychoonkologie | Online-Artikel

UKD: „Peer-Mentoren“ als Unterstützung für Krebspatienten

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Die Diagnose Krebs konfrontiert Betroffene mit unzähligen Fragen und Ängsten. An der Uniklinik Düsseldorf (UKD) werden sie künftig mit einem besonderen Konzept unterstützt. Neben so genannten Onko-Lotsen sollen ihnen auch ehemalige Krebspatienten als „Peer-Mentoren“ zur Seite stehen.

Konzipiert hat das laut Uniklinik deutschlandweit einzigartige Projekt Annette Hopp vom Klinischen Institut für psychosomatische Medizin und Psychotherapie der UKD. „Ab dem Punkt der Diagnose lastet auf vielen Betroffenen eine unglaubliche Last“, weiß die Psychologin. Die Menschen sorgten sich nicht nur um sich selbst und ihre Heilungschancen, sondern auch um ihre Liebsten. Viele Menschen hätten das Gefühl, vor lauter Informationen, wichtige Punkte nicht mitzubekommen. „Hier unterstützen unsere Lotsinnen und Lotsen“, so Hopp. Diese begleiten die Patient*innen durch die gesamte Behandlung. Als Schnittstelle koordinieren sie für jeden Betroffenen auf dessen Bedürfnisse angepasste Unterstützungsangebote. Alle Lotsinnen und Lotsen sind ausgebildete psychosoziale Fachkräfte.

Begegnung auf Augenhöhe

Die Arbeit der Profis soll jetzt durch ehemalige Krebspatient*innen ergänzt werden, die als „Peer-Mentoren“ fungieren. „Viele Sorgen und Fragen von Krebsbetroffenen können am besten Menschen verstehen, die selber einmal in der gleichen Situation waren, mit den Ängsten und Unsicherheiten kämpfen mussten und die Krankheit schlussendlich besiegt haben“, erklärt Dr. André Karger, Stellvertretender Leiter des Klinischen Instituts und Leiter des Bereichs Psychoonkologie am UKD. Aufgrund der eigenen Krankheitserfahrung hätten die Peer-Mentoren einen emotionalen Zugang zu den Patientinnen und Patienten und wüssten besser als andere um deren Sorgen und Nöte.

Als verlässliche Partner auf Augenhöhe können die Mentoren mit aktuell Betroffenen über Probleme sprechen, Tipps weitergeben oder sie auch zu Terminen begleiten. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, erhalten sie laut Karger eine intensive Qualifizierung. Zudem werden die Mentoren dauerhaft von den Fachkräften des Instituts koordiniert und begleitet, damit die ehrenamtliche Arbeit nicht zu belastend wird.

Geplant ist, dass die Treffen zwischen den Betroffenen und den Peer-Mentoren zunächst auf dem Klinikgelände stattfinden. Später können sie bei Bedarf auch telefonisch oder via Videokonferenz erfolgen. So sollen auch Menschen, die sich aktuell nicht fit genug fühlen, von dem Angebot profitieren. Die ersten Peers werden derzeit ausgebildet, ab Januar soll es dann richtig losgehen.  (ne)


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