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2019 | Psychologie - Psychiatrie | Buch | 1. Auflage

Funktionsorientierte Logopädie

Der Einfluss von Haltung und Bewegung auf Schlucken, Sprechen und Sprache

herausgegeben von: Susanne Codoni, Irene Spirgi-Gantert, Jeannette A. von Jackowski

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

Haltung und Bewegung beeinflussen den gesamten Körper – auch das orofaziale System und die verbale Kommunikation. Die funktionsorientierte Logopädie zeigt diesen Einfluss erstmals systematisch auf und leitet Konsequenzen für eine erfolgversprechende Therapie ab.

Das multidisziplinäre Autorenteam stellt für Logopäden in Aus- oder Weiterbildung die funktionellen Zusammenhänge zwischen orofazialem und muskuloskelettalem System dar, z.B. Anatomie und Physiologie, Einblicke in die Orale Chirurgie und Erläuterungen zu orofazialen, pharyngolaryngealen und muskuloskelettalen Funktionen, insbesondere Haltung und Bewegung.

Im Praxisteil finden Sie u.a. Themen zu Körperorientierter Sprachtherapie k-o-s-t®, Functional Kinetics FBL Klein- Vogelbach, Funktionsorientierter myofascialer Therapie (FOFT).

Lernen Sie mit der funktionsorientierten Logopädie ein Musterbeispiel gelebter Interdisziplinarität kennen und verhelfen Sie Ihren Patienten zu einem nachhaltigen Behandlungserfolg!

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Gesicht und Identität
Zusammenfassung
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen verstehen sich als Spezialisten eines Organs der besonderen Art: des menschlichen Gesichts. Sie kennen seine anatomischen Besonderheiten, sie wissen um die vielfältigen Funktionen wie Kauen, Sprechen, Schlucken oder Atmen, die hier auf kleinstem Raum gemeinsam agieren. Sie wissen um die Folgen von Funktionsstörungen und gesichtsverändernden Eingriffen für die Persönlichkeit, das Ich-Gefühl der Patienten. Das Gesicht ist für den Menschen von existenzieller Bedeutung. Mit seiner Gestalt, seiner Mimik und sprachlichen Ausdrucksfähigkeit repräsentiert es nicht nur die individuelle Persönlichkeit, die Reaktionen anderer auf sein Gesicht beeinflussen auch die soziale Identität des Menschen. Als Spiegel der Identität ist das menschliche Antlitz Vermittler wesentlicher Aspekte zwischenmenschlichen Zusammenlebens. Wer sich mit chirurgischen Veränderungen des Gesichts beschäftigt, muss sich also auch den damit verbundenen Folgen stellen. Dieses Kapitel gibt dem Leser einen Einblick in die Welt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
Hans Florian Zeilhofer
2. Ein interdisziplinärer Fokus auf funktionelle Störungen
Zusammenfassung
Logopädische Störungsbilder mit Beteiligung des orofazialen Systems sind ein häufiges Erscheinungsbild. Im Zentrum stehen Zunge, Mund, Mundhöhle, Zähne, damit verbundene Sinnesfunktionen und Wahrnehmungssysteme – intime Zonen beim jungen und älteren Menschen. Dahinter wiederum stehen – altersunabhängig – Menschen mit ihren Persönlichkeiten, ihren Empfindlichkeiten und Ängsten, ihren Stärken und Schwächen, ihren Bedürfnissen und ihrer Identität. Im Fokus stehen die anatomisch-physiologischen und funktionellen Zusammenhänge der medizinischen und therapeutischen Partnerdisziplinen, die sich zusammen mit dem weiten Feld der Logopädie rund um das orofaziale System gruppieren.
Susanne Codoni, Irene Spirgi-Gantert
3. Anatomische und physiologische Grundlagen
Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird die Entstehung des Gesichts im Zusammenhang mit der physiologischen, zeitweisen Krümmung des Embryos erklärt. Für die Differenzierung der Gewebe wird die Folge von Wechselwirkungen zwischen Signalmolekülen, physiologischen Abläufen und mechanischen Eigenschaften beschrieben. Die Bildung des Gaumens und die Vorgänge bei der Entstehung von Lippen-, Kiefer-, Gaumen- und Segelspalten werden besonders beschrieben. Bei der Beschreibung des subkranialen Bewegungsapparates liegt der Schwerpunkt auf den Aspekten, die für die Aufrechterhaltung der Körperstatik und der Atmung von Bedeutung sind. Dem Kehlkopf wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Am Kopf wird die Muskulatur besonders ausführlich beschrieben, ebenso der intraorale Raum, wie er für die Laut- und Stimmbildung von Bedeutung ist. Am Ende des Kapitels wird auf den Schädel und auf dessen Wachstum eingegangen.
Ralf J. Radlanski
4. Orale Chirurgie
Zusammenfassung
Die Oralchirurgie ist aus Zahnmedizin und Chirurgie hervorgegangen. Oft stellt ein interdisziplinär arbeitender Oralchirurg die Brücke zwischen einer zahnärztlichen Behandlung und Rücküberweisung an den privaten Zahnarzt, Hausarzt, an Fachkollegen aus Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Kieferorthopädie, HNO, Dermatologie, plastischer Chirurgie u. v. m. her.
Jeannette A. von Jackowski
5. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird vor allem auf die interdisziplinären Themen wie Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, pränatale Beratung, die Behandlung eines Ankyloglosson, Kiefergelenksoperationen, Erkrankungen der Kieferknochen bis zu Kiefergelenkserkrankungen und kraniomandibulärer Dysfunktion bis hin zu neoplastischen Veränderungen im Kopf-Halsbereich eingegangen. Dieses Kapitel soll ein Konnex sein, um interdisziplinär beteiligten Fachkolleginnen und -kollegen wie z. B. Logopädinnen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Dentalassistentinnen, Osteopathen, Chiropraktikern, Krankenpflegern und Heilpädagogen Themen näherzubringen, die ein thematisches Bindeglied zwischen Patient und dem eigentlichen Beginn einer nichtchirurgischen Therapie sein sollen. Es wird auf die chirurgische Sichtweise eingegangen, um den mitbehandelnden Therapeuten, welche mit einem Patienten vor oder/und nach im folgenden Kapitel erwähnten Eingriffen in Kontakt kommen, näherzubringen, was warum wie chirurgisch durchgeführt wird.
Jeannette A. von Jackowski
6. Funktionskieferorthopädie – Stellenwert im interdisziplinären Konzept
Zusammenfassung
In der Kieferorthopädie, die sich mit dem Erkennen, Verhüten und Behandeln von Zahn- und Kieferfehlstellungen befasst, bietet die Funktionskieferorthopädie (FKO) ein Konzept, das funktionelle, skelettale und dento-alveoläre Behandlungsaufgaben bei Patienten im Wachstumsalter bewältigt. Der Charakter der Malokklusion, den es mittels akribischer Diagnostik zu erfassen gilt, bestimmt Indikation bzw. Kontraindikation der FKO. Evidenzbasierte Studien geben Leitlinien zur Wachstumsprognose, die das Einsatzgebiet der FKO bestimmen. Dabei führen die FKO-Geräte unter gezielter Zuhilfenahme der gesamten orofazialen Muskulatur zur Harmonisierung im stomatognathen System. Aktivator, Bionator und HANSA-Geräte bedienen sich alle der funktionellen Stimulation, zeigen jedoch gerätespezifische Unterschiede in der Wirkungsweise wie der klinischen Handhabung. Die Effizienz wird an einer Kasuistik veranschaulicht.
Asbjoern Hasund, Anita Karoglan, Karin Habersack
7. Ein phoniatrischer Beitrag zu orofazialen und pharyngolaryngealen Funktionen
Zusammenfassung
Im interdisziplinären Kontext gehen HNO-Heilkunde und Phoniatrie/Pädaudiologie den Weg von einer anatomisch determinierten Sicht zur funktionell orientierten Vorgehensweise. Mit den oberen Atem- und Speisewegen wie den ihnen innewohnenden 5 Sinnesorganen (Geruchssinn, Geschmackssinn, Tastorgane einschließlich Wärme- bzw. Kälteempfindung, Gehör- und Gleichgewichtsorgan) befasst, wissen sie, wie orofaziale und pharyngolaryngeale Funktionen das Leben absichern und Kommunikation, Interaktion und Sozialisation des Einzelnen gewährleisten. Im Input und Output: Sie sichern die Erhaltung des Individuums wie der Art. Partnerwahl bedarf eigentlich aller dieser Sinnesorgane. Die Leistungsvielfalt von Atmung und Schluckakt mit Problemlösung Husten wird vorgestellt, die Stimme in allen Modalitäten einschließlich des Gesangs und sogar das Lachen werden in den Lebensalters- bzw. Entwicklungsstufen, in gesunden und kranken Tagen untersucht.
Gertraud Stelzig
8. Das Konzept der körperorientierten Sprachtherapie (k-o-s-t)® nach S. Codoni
Zusammenfassung
Das Kapitel hat das Ziel, das Konzept der körperorientierten Sprachtherapie k-o-s-t® nach S. Codoni in seiner Entstehung, Entwicklung, Theorie und praktischen Durchführbarkeit darzustellen und die Brücke von medizinischen Ursprüngen zu Sprache und Sprechen zu schlagen. Das grundlegende Ziel von k-o-s-t® ist es, das Wohlbefinden und die gesundheitlichen Voraussetzungen des Patienten zu fördern. Ein vielschichtiges, komplexes Netzwerk: Der Blick ist primär gerichtet auf ganzkörperliche Zusammenhänge, enger werdende fachübergreifende Zusammenarbeit mit Partnerdisziplinen in Diagnostik und Therapie, aktives Einbeziehen von Patienten und Eltern ins Geschehen, das Einbeziehen effizienter Hilfsmittel, beleuchtet die sich verändernde Rolle des Therapeuten, achtet auf Qualitätssicherung und trägt zur Verkürzung der Therapiezeit und damit Kostensenkung bei.
Susanne Codoni
9. k-o-s-t® Stimulationen – „Schritt für Schritt“ und in der Behandlung im orofazialen System
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die Stimulationen Schritt für Schritt mit der vertieften Gesichtsarbeit und Narbenbehandlungen mit k-o-s-t®, Störungsbilder und Anwendungsmöglichkeiten sowie mögliche Hilfsmittel beschrieben. Das Grundprogramm des Basler Lällekonzeptes der myofunktionellen Therapie wird mit Anwendungsbeispielen in Verbindung mit k-o-s-t® Stimulationen dargestellt. Alle Arbeitsblätter des Grundprogrammes des Basler Lällekonzeptes sind im Download abgelegt. Das Kapitel richtet sich an Ärzte in der oralen und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Logopäden, Physiotherapeuten, Zahntechniker und Fachleute aus der Pflege.
Susanne Codoni
10. Funktionsorientierte Faszientherapie (FOFT)
Myofaszien im Kontext einer Dysfunktion des Körperabschnitts Kopf
Zusammenfassung
Der konventionelle therapeutische Umgang mit einer Dysfunktion des Körperabschnitts Kopf (HWS-Kopf) setzt den Schwerpunkt auf die Analyse der lokalen Pathomechanismen und berücksichtigt dabei kaum den Beitrag des faszialen Gewebes. Dieses Kapitel erläutert die aktuellen Erkenntnisse über das fasziale System. Die Beschreibung der anatomischen Gegebenheiten sowie der biomechanischen Eigenschaften des Fasziensystems begründet den Paradigmenwechsel von der isolierten Betrachtung der Muskulatur zu einer globalen myofaszialen Einheit. Das Wissen um die Interaktion der beitragenden Faktoren und deren Einfluss auf die Funktionsweise der Faszien als verbindende Struktur demonstriert die Notwendigkeit der globalen Betrachtung. Die Kontinuität innerhalb der oberflächlichen dorsalen myofaszialen Kette erklärt die funktionelle Interaktion am Beispiel der Körpersegmente Kopf und Füße. Die Funktion steht im Vordergrund des klinischen Denkprozesses und des therapeutischen Handelns.
Salah Bacha
11. FBL Klein-Vogelbach Functional Kinetics
Bewegung beobachten, analysieren und instruieren
Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird das Konzept FBL Klein-Vogelbach Functional Kinetics vorgestellt, welches sich seit mehr als 50 Jahren in der Physiotherapie bewährt hat. Es werden die wichtigsten Kriterien für die Beobachtung von Haltung und Bewegung dargestellt und 9 Übungen beschrieben, mit denen auf einfache Art und Weise rasch eine physiologische Körperhaltung hergestellt werden kann, was eine der Voraussetzungen für viele logopädische Maßnahmen bildet.
Irene Spirgi-Gantert, Gaby Henzmann-Mathys
12. FAITH-kids
Functional Analysis and Individual Training for Hypotonic Kids – Funktionelle Analyse und individuelles Training für hypotone Kinder
Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird das FAITH-kids Programm vorgestellt. Es dient primär der effizienten Analyse und Therapie des Bewegungssystems hypotoner Kinder, die meistens mit einer Mischung aus logopädischen, myofunktionellen oder kieferorthopädischen Problemen und Schwächen bzw. Defiziten im gesamten Bewegungssystem in die Therapie überwiesen werden. Untersuchung, Auswertung und Interpretation möglicher Befunde werden vorgestellt und anhand von Beispielen aus der Praxis illustriert. In der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Logopädie, myofunktioneller Therapie, Kieferorthopädie und Kieferchirurgie schafft das FAITH-kids Programm sehr häufig eine verbesserte körperliche Ausgangslage zur Aufarbeitung der orofazialen Probleme.
Jens Hentschel
13. Fallbeispiel
Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird die interdisziplinäre Herangehensweise anhand eines Fallbeispiels einer Klarinettistin, die vom Zahnarzt in die interdisziplinäre Sprechstunde überwiesen wurde, dargestellt. Ein ausführlicher Befund vom Kieferorthopäden, Neurologen, der Logopädin und Physiotherapeutin sowie die Beschreibung der geplanten Maßnahmen veranschaulichen die Komplexität der Behandlungen im orofazialen Bereich.
Ralf J. Radlanski, Susanne Codoni, Irene Spirgi-Gantert
Backmatter
Metadaten
Titel
Funktionsorientierte Logopädie
herausgegeben von
Susanne Codoni
Irene Spirgi-Gantert
Jeannette A. von Jackowski
Copyright-Jahr
2019
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-57332-7
Print ISBN
978-3-662-57331-0
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-57332-7