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2016 | Psychologie - Psychiatrie | Buch

Körperinstrument Stimme

Grundlage, psychologische Bedeutung, Störung

verfasst von: Christiane Kiese-Himmel

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

In diesem Buch erfahren Medizinpsychologen, Psychotherapeuten, Logopäden und andere an der Thematik interessierten Leser, was die Stimme als individuelles Personenmerkmal über einen Sprecher auszusagen vermag.

Die Stimme ist ein Körperinstrument, ein nonverbaler phonischer Ausdruck, ein Kontaktorgan, ein Kommunikationsmedium, ein Indikator für die Gesprächsbeziehung, ein ästhetisches Objekt. Zunächst beschreibt die Autorin die Funktionsweise der gesunden Stimme. Sie erklärt Schlüsselbegriffe, vermittelt Basiswissen zur Entwicklung der Stimmfunktion und stellt den Zusammenhang von Stimme, Gender, Alter und anderen personenbezogenen Merkmalen dar. Der Leser erfährt aus psychologischer Perspektive, wie Stimmäußerungen einen Rückschluss auf innere Zustände, insbesondere emotionale, gestatten und wie der Stimmklang von seelischen Faktoren beeinflusst wird. Die Beziehung von Psyche und Stimmstörung ist ein weiterer Aspekt, wobei besonders dem Kehlkopf als eine Prädilektionsstelle zur Manifestation von Stimmstörungen eine große Bedeutung zukommt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einführung zur Bedeutung des Phänomens „Stimme“
Zusammenfassung
„Stimme“ ist ein traditioneller Forschungsgegenstand, wobei das Augenmerk hier auf die Bedeutung von Stimme gerichtet wird. Grundsätzlich wird zwischen Sprech- und Singstimme unterschieden. In der Einführung wird der interdisziplinäre Standort des Phänomens „Stimme“ hervorgehoben, und es werden Meilensteine der Forschung auf historischem Hintergrund genannt. So wird unter Bezug auf die verbale Kommunikation, den Höreindruck, die Sprechwirkung sowie auf die technischen Errungenschaften zur Abbildung von Stimme die Bedeutung der Körperfunktion „Sprechstimme“ aufgezeigt und in diesem Zusammenhang werden auch einige Stationen der Entstehung der ärztlichen Kommunikationsmedizin gestreift.
Christiane Kiese-Himmel
2. Stimmapparat und Stimmgebung
Zusammenfassung
„Stimme“ ist entwicklungsgeschichtlich allmählich entstanden. Sie wird von Organen produziert, die ursprünglich einem ganz anderen Bedarf folgend ausgebildet wurden. So ist die ursprüngliche Aufgabe des Kehlkopfs eine Schutzfunktion (Trennung von Atem- und Speiseweg), die Stimmgebung eine Sekundärfunktion. An der Stimmgebung sind primär drei Organsysteme beteiligt: (1) Atemtrakt, (2) Kehlkopf und (3) Vokaltrakt, einschließlich dazugehöriger Muskelaktivität, physikalischer Prozesse, neuronaler Steuerung und Kontrollmechanismen. Der effektive Gebrauch von Stimme setzt eine freie und aufrechte Körperhaltung sowie richtige Atmung voraus. Ausgangspunkt zur Tonerzeugung sind die Atemmuskulatur und der Kehlkopf mit den Stimmlippen. Tonhöhe und -intensität sind wesentliche akustische Parameter einer Stimme, doch erst die Verstärkung durch die spezifischen Resonanzräume in Brust und Kopf (Rachen/Mund/Nase) moduliert den Stimmton und verleiht ihm seine individuelle Klangfarbe.
Christiane Kiese-Himmel
3. Ontogenese der Stimme in Rezeption und Produktion
Zusammenfassung
Die Stimme von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich deutlich von der von Erwachsenen. Sie ändert sich über die Lebensspanne. Kapitel 3 umreißt die stimmakustische Entwicklung des Menschen, beginnend mit der Stimme des Neugeborenen und der angeborenen Säuglingsstimme. Vorgeburtliche Hörerfahrungen (melodische Bögen) werden in die eigene vokale Produktion umgesetzt. In der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres wird die Stimme des Säuglings zunehmend zum Träger von Lautsprache. Die Entwicklung der Stimme im Kindesalter und ihre Mutation zur Erwachsenenstimme werden dargestellt. Zum Schluss wird die „Altersstimme“ beschrieben.
Christiane Kiese-Himmel
4. Phänomenologie der Stimme
Zusammenfassung
Als komplexes vokales Signal kommt der Stimme sowohl in intra- als auch in interpersonaler Hinsicht eine entscheidende Bedeutung zu. Sie ist eine reichhaltige Informationsquelle und enthüllt viel, selbst Information, die ein Mensch eher verbergen möchte. In diesem Kapitel wird beschrieben, was die Stimme als Klangmedium tatsächlich oder vermeintlich transportiert: biologische Merkmale (Lebensalter, Geschlecht, Körpergröße), nationale, regionale, soziolinguistische und psychologische Merkmale (wie Herkunft, vermutete soziale Gruppenzugehörigkeit, Kompetenz, Persönlichkeit, Emotion, Befindlichkeit), Beziehungsaussagen, kommunikative Stimmformate. Im Weiteren geht es um einzelne „Erscheinungsbilder der Stimme“, um die Wirkung von Stimmtonlagen auf den Hörer. Stimmschulung als ein probates Mittel, um die stimmliche Attraktivität und Leistungsfähigkeit im Berufs- wie auch Alltagsleben zu optimieren, wird angerissen, Voice-Coaching für den berufsbezogenen, bewussten, wirksamen Stimmgebrauch wird vorgestellt.
Christiane Kiese-Himmel
5. Stimmtraining, Stimmpflege und Stimmhygiene
Zusammenfassung
Kapitel 5 betont die Notwendigkeit, mit der Stimme pfleglich umzugehen und Eigenverantwortung für sie zu entwickeln. Personen, die ihre eigene Stimme mögen und sich mit ihr wohlfühlen, gehen auch sorgsam mit ihr um. Es werden praktische Hinweise zur Stimmpflege und -hygiene gegeben, um Stimmstörungen zu verhüten. Leichte, nicht medizinische Probleme sind durch ein gezieltes funktionales Stimmtraining auszugleichen.
Christiane Kiese-Himmel
6. Die Stimme der Krankheit

Eine kräftige, resonanzreiche, laute Stimme wird mit Gesundheit assoziiert. Daher reißt Kapitel 6 den Gedanken an, dass nicht nur das seelische, sondern auch das körperliche Befinden eines Menschen durch die Stimme übertragen wird. Die Beziehung zwischen Stimme, Stimmqualität und Gesundheitszustand bzw. gesundheitlichen Problemen wird angesprochen. Kursorisch wird darauf eingegangen, dass sich körperliche und seelische Erkrankungen in der Stimme niederschlagen können. Wie ein Patient etwas dem Arzt mitteilt, kann aufschlussreicher sein als was er mitteilt.

Christiane Kiese-Himmel
7. Die Krankheit der Stimme (Stimmstörungen)
Zusammenfassung
Die Stimme ist eine sensible Organfunktion, die besonders störanfällig ist. Temporäre Fehlfunktionen der Stimme werden von klinischen Störungen der Stimme (Dysphonien) unterschieden. Kapitel 7 widmet sich den Stimmstörungen. Deren multifaktorielle Genese wird betont, Symptomatik, Diagnostik sowie direkte und indirekte therapeutische Interventionen werden angerissen. Es wird auf die sog. „funktionelle Dysphonie“, ein komplexes biopsychosoziales Geschehen, näher eingegangen und diese unter dem Vorzeichen der „berufsbedingten Dysphonie“ vorgestellt. Personen in sprechintensiven Berufen können einer Stimmstörung vorbeugen, z. B. durch ein individuelles Stimmtraining die Belastbarkeit ihrer Stimme stärken. Aber auch im therapeutischen Kontext dürfen Vorsorge sowie Nachsorge grundsätzlich nicht vernachlässigt werden.
Christiane Kiese-Himmel
8. Die Rolle der Stimme im Psychotherapie-Setting
Zusammenfassung
Stimmdynamik spiegelt Psychodynamik. Kapitel 8 stellt die Bedeutung von „Stimme“ in Beratung und verschiedenen Therapieinterventionen heraus. In diesem Zusammenhang wird auf einzelne psychotherapeutische Schulen, Methoden, Konzepte eingegangen, um den Stellenwert von Stimme in der Beziehung von Arzt/Therapeut und Patient/Klient zu beleuchten.
Christiane Kiese-Himmel
9. Zusammenfassung und Schlusswort
Zusammenfassung
Abschließend werden einige Kernaussagen aus dem Inhalt der vorangehenden acht Kapitel getroffen.
Christiane Kiese-Himmel
Backmatter
Metadaten
Titel
Körperinstrument Stimme
verfasst von
Christiane Kiese-Himmel
Copyright-Jahr
2016
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-49648-0
Print ISBN
978-3-662-49647-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-49648-0