Zum Inhalt

Psychische Erkrankungen und sexuelle Gesundheit im Alter sowie ihre wechselseitige Beeinflussung

  • 21.07.2025
  • Themenschwerpunkt
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Der Anteil alternder Menschen in der Bevölkerung, einschließlich der Zahl ihrer psychischen und neurologischen Störungen, wächst weltweit. Obwohl die Sexualität älterer Menschen zentral für deren Wohlbefinden ist, wird sie oft übersehen oder stigmatisiert. Psychische Erkrankungen können die sexuelle Gesundheit erheblich beeinträchtigen, während umgekehrt sexuelle Dysfunktionen als Risikofaktor für psychische Belastungen gelten.

Ziel der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den wechselseitigen Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Sexualität im Alter unter Berücksichtigung biopsychosozialer Aspekte.

Methoden

Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche zu häufigen psychiatrischen Erkrankungen im Alter und ihren Auswirkungen auf die sexuelle Gesundheit. Berücksichtigt wurden Störungsbilder, Symptome und psychopharmakologische Nebenwirkungen. Auswirkungen wurden sexueller Dysfunktionen auf die psychische Gesundheit älterer Menschen analysiert.

Ergebnisse

Psychische Erkrankungen im Alter – insbesondere Depressionen, Angststörungen und somatoforme Störungen – korrelieren stark mit sexuellen Funktionsstörungen. Antidepressiva und Antipsychotika tragen häufig zu sexueller Dysfunktion bei, was die Adhärenz zur Medikation negativ beeinflussen kann. Studien zeigen, dass sexuelle Unzufriedenheit das Risiko für depressive Symptome, Ängste und allgemeine psychische Belastungen erhöht. Soziale Integration und positive altersbezogene sexuelle Überzeugungen sind Schutzfaktoren für psychische und sexuelle Gesundheit.

Diskussion

Die Wechselwirkungen zwischen psychischer Gesundheit und Sexualität erfordern einen interdisziplinären Behandlungsansatz. Die sexuelle Gesundheit von älteren Patient*innen ist systematisch in die gerontopsychiatrische Versorgung zu integrieren.
Titel
Psychische Erkrankungen und sexuelle Gesundheit im Alter sowie ihre wechselseitige Beeinflussung
Verfasst von
Prof. Dr. Birgitta Sträter
PD Dr. Friederike Schröck
Publikationsdatum
21.07.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie / Ausgabe 5/2025
Print ISSN: 0948-6704
Elektronische ISSN: 1435-1269
DOI
https://doi.org/10.1007/s00391-025-02463-z
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.