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27.06.2016 | Originalien

Praktische Fertigkeiten von Schulkindern nach videogestütztem Reanimationstraining

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin
Autoren:
A. S. Müller, M. Comploi, J. Hötzel, L. Lintner, G. Rammlmair, C. Weiß, U. Kreimeier

Zusammenfassung

Hintergrund

Laienreanimation im Schulunterricht hat zunehmendes Gewicht bekommen, v. a. nach einer entsprechenden Empfehlung der Kultusminister-Konferenz im Juni 2014. Damit steht mittlerweile die Frage nach geeigneten Lehrmethoden und Lehrmaterial im Vordergrund. Bereits vor 5 Jahren begann in Südtirol eine Unterrichtung bei 20.000 11–13-jährigen Schülern mit dem Selbstinstruktionskit MiniAnne®. Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu erheben, inwieweit diese Schulkinder 6 Monate nach der MiniAnne®-Schulung in der Lage sind, Reanimation durchzuführen und wo nachgebessert werden sollte.

Material und Methoden

Die praktischen Fertigkeiten von 111 Schülern nach einem videobasierten Hands-On-Training wurden in einer 5‑minütigen Reanimationssituation anhand von Resusci Anne Skill Reporter erhoben.

Ergebnisse

Über 96 % der Schüler führten Laienreanimation durch. Die Herangehensweise an eine leblose Person und die hierbei erforderlichen Maßnahmen wurde von 5,7 % in korrekter Reihenfolge durchgeführt. Die korrekte Drucktiefe wurde von 1,9 % erreicht, die erreichte Drucktiefe korrelierte dabei mit Geschlecht und Gewicht. Nur 3,8 % der Schüler gelang es, die Testpuppe zu beatmen. Die No-Flow Fraction betrug 34,4 %.

Schlussfolgerung

Die Umsetzung in die Praxis gelingt nur sehr begrenzt. Es wird vorgeschlagen, das Lehrmaterial zu verbessern sowie zu vereinfachen und das praktische Üben auch in höheren Schulklassen zu wiederholen. Dies dient dazu, Routine zu entwickeln und mit dem körperlichen Wachstum der Jugendlichen den Zielvorgaben näher zu kommen. Die konkreten Empfehlungen beziehen sich zwar auf die Unterrichtung mit MiniAnne®, der Transfer der Theorie in die Praxis spielt jedoch bei Laienreanimation immer eine Rolle, sodass die Empfehlungen grundsätzlich unabhängig von der Lehrmethode sind.

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Literatur
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