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01.11.2015 | Originalien | Ausgabe 7/2015

Notfall +  Rettungsmedizin 7/2015

Präklinische transnasale Kühlung während der Reanimation in Deutschland

Ein Blick auf die PRINCE-Studie

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 7/2015
Autoren:
B. Schmid, H. Fritz, K. Fink, F. Eichwede, C. Storm, T. Elste, M. Rössler, F. Koberne, H.-J. Busch
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Fischer, Göppingen
K.-G. Kanz, München
W. Schreiber, Wien
F. Walcher, Magdeburg
B. Schmid und H. Fritz teilen sich die Erstautorenschaft.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die milde Hypothermie ist bei der Behandlung nach einer erfolgreichen Reanimation fest etabliert und in den gültigen Leitlinien empfohlen. Aufgrund aktueller Studien kam es in den letzten Monaten zu einer intensiven Diskussion über die Notwendigkeit einer Kühlbehandlung bzw. Temperaturmanagements nach erfolgreicher präklinischer Reanimation. In der europaweiten PRINCE-Studie wurde erstmals die präklinische Anwendung eines transnasalen Verfahrens zur Hirnkühlung hinsichtlich Durchführbarkeit und Sicherheit während einer Reanimation untersucht.

Material und Methoden

Wie in der PRINCE-Untersuchung beschrieben erfolgte eine Randomisierung in eine Therapiegruppe (TG), die mittels des transnasalen Verfahrens präklinisch gekühlt wurden sowie in eine Kontrollgruppe (KG), in der die Patienten erst nach Krankenhausaufnahme gekühlt wurden. Betrachtet wurden alle Patienten aus der PRINCE–Untersuchung, welche in den 6 deutschen Studienzentren eingeschlossen wurden.

Ergebnisse

Es konnten insgesamt Daten von 57 Patienten in die Analyse eingeschlossen werden. Bei 25 (43,8 %) erfolgte eine präklinische Kühlung, 32 (56,2 %) wurden in die KG eingeschlossen. Die tympanische Temperatur war in der TG bei Klinikeinlieferung mit 34,3 ± 1,1 °C signifikant niedriger im Vergleich zur KG mit 35,7 ± 0,8 °C (p = 0,001). 11 Patienten (44 %) in der TG und 17 (53 %) in der KG wurden primär erfolgreich reanimiert. Es konnten 5 (20 %) Patienten der TG aus der Klinik entlassen werden, hiervon 3 (12 %) mit gutem neurologischem Überleben. In der KG konnten 4 Patienten (12,5 %) aus der Klinik entlassen werden, 1 (3,2 %) Patient davon mit einem guten neurologischen Überleben. Patienten mit einem schockbaren Rhythmus (n = 13) konnten in der TG zu 80 % bzw. in der KG zu 50 % das Krankenhaus lebend erreichen (RR 1,60, p = 0,279). Bei diesen zeigte sich ein gutes neurologisches Überleben in 60 % in der TG respektive 12,5 % in der KG (RR 3,11, p = 0,071).

Schlussfolgerungen

Die transnasale Kühlung ermöglicht eine gezielte und effektive zerebrale Kühlung in der präklinischen Therapie, ohne dass es zu wesentlichen Beeinträchtigungen des Reanimationsablaufs kommt − verbunden mit einer möglichen Verbesserung des Überlebens ohne neurologische Defizit, speziell auch im deutschen Rettungsdienstwesen.

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• Praxisorientierte Leitthemen für die optimale Behandlung von Notfallpatienten

• Interdisziplinäre Ansätze und Konzepte

• Praxisnahe Übersichten, Fallberichte, Leitlinien und Empfehlungen

Literatur
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