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03.12.2021 | Politik | Nachrichten

Brandenburger Landtag: Vom Plenum zurück ans Pflegebett?

Ronny Kretschmer ist ausgebildeter Krankenpfleger und Landtagsabgeordneter in Brandenburg. Weil die Not in Kliniken groß ist, erwägt er, in den alten Beruf zurückzukehren.

Ronny Kretschmer  © Soeren Stache / picture alliancDer Linken-Abgeordnete Ronny Kretschmer spricht im Landtag in Potsdam.

Weil Brandenburgs Kliniken überlaufen, denkt ein Landtagsabgeordneter der Linken über eine Rückkehr in seinen alten Beruf nach. „Wenn die Not so groß ist, dass Reserven benötigt werden, stehe ich persönlich bereit, wieder Dienst zu tun“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Linken, Ronny Kretschmer.

Der Politiker aus Neuruppin ist ausgebildeter Krankenpfleger und war lange Mitglied des Betriebsrats der Ruppiner Kliniken in Neuruppin. Selbst hält er sich für gut einsetzbar, sagt Kretschmer: „In meiner Ausbildung habe ich alle Stationen durchlaufen, anschließend war ich dann vor allem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig.“

Register von Freiwilligen gibt es immer noch nicht

Mit den Ruppiner Kliniken steht der Politiker der Linken in nahezu täglichem Kontakt. Bislang aber ging es dabei nicht um eine Übernahme von Schichten in den Krankenhäusern. Kretschmer ist vielmehr auch Aufsichtsratsvorsitzender der Pro-Klinik-Holding in Neuruppin, die die Krankenhäuser, die auch Lehrkrankenhäuser der Medizinischen Hochschule Brandenburg sind, betreibt.

Vor Journalisten erneuerte Kretschmer seine Forderung vom Anfang der Pandemie, ein landesweites Register für Freiwillige zu schaffen, die bereit sind, Krankenhäuser im Notfall zu unterstützen. „Dieses Register existiert heute noch nicht“, sagte Kretschmer. „Die Kliniken vor Ort haben sich Listen angelegt.“

Linkenvorsitzende inkognito als Arzthelferin tätig

Die Idee von Kretschmer ist im Übrigen nicht neu. Schon in der ersten Welle der Pandemie war die Landesvorsitzende der Linken, Anja Mayer, die ausgebildete Arzthelferin ist, inkognito in der Notaufnahme des Potsdamer St. Joseph-Krankenhauses beschäftigt. Erst als ein Fernsehteam des „rbb“ dort drehte, und die Politikerin im Hintergrund im Kittel durch das Bild lief, wurde ihre Aushilfstätigkeit bekannt.

Und auch der Gesundheitspolitiker der CDU-Landtagsfraktion, Professor Michael Schierack, beteiligte sich bereits selbst an der Pandemiebekämpfung: Der Facharzt für Orthopädie übernahm mehrfach Schichten im Cottbuser Impfzentrum. (lass)

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