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15.03.2018 | Politik | Nachrichten

Westerfellhaus soll Pflegebevollmächtigter werden

Andreas Westerfellhaus soll Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung werden. Das sagte der neue Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Eröffnung des Deutschen Pflegetags in Berlin.

Andreas Westerfellhaus war von 2009 bis 2017 Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR). Er ist Mitglied der Gründungskonferenz der Bundespflegekammer. Spahn lobte Westerfellhaus als jemanden, „der sich auskennt, der aus der Szene kommt, der sie kennt und weiß, was sie beschäftigt“. Bis Juni 2017 war der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann Bundes-Pflegebevollmächtigter, bevor er Sozialminister in Nordrhein-Westfalen wurde. Seither übte Ingrid Fischbach (CDU) dieses Amt aus. Die endgültige Entscheidung über die Berufung von Andreas Westerfellhaus fällt das Bundeskabinett.

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Spahn: "Können vier gute Jahre für die Pflege werden"

Einen Tag nach seiner Vereidigung skizzierte der neue Gesundheitsminister Jens Spahn die Ziele seiner Arbeit. Ein großer Schwerpunkt werde die Pflege sein, sagte er. Vor allem werde er sich für die Gewinnung von mehr Pflegekräften einsetzen. Sein Ziel sei es, die Situation der Pflege in der aktuellen Legislaturperiode spürbar zu verbessern, sagte Spahn in seiner Eröffnungsrede beim Deutschen Pflegetag.

Die Zahl der Ausbildungsplätze in der Pflege solle ausgebaut werden, sagte der CDU-Politiker. Dabei müsse man Perspektiven sowohl für Haupt- und Realschüler als auch für Abiturienten schaffen.

Geld muss bei den Patienten ankommen

Um die Attraktivität der Pflege zu erhöhen, soll die Bezahlung besser werden. Spahn strebt dabei Tariflöhne an. Dies sieht er auch als Zeichen der Wertschätzung der Berufsgruppe.

Das Thema Personalbemessung sei ebenfalls wichtig. In der Ausgestaltung der Details sieht Spahn eine große Herausforderung. Spahns Ziel: Das Geld, das in der Pflege ausgegeben wird, muss beim Patienten und der Pflege ankommen.

Spahn appellierte an alle Akteure in der Pflege: "Wenn wir die Probleme gemeinsam angehen, können es vier gute Jahre für die Pflege in Deutschland werden", sagte der 37-Jährige.

"Druck der Pflege als Rückenwind nutzen"

Franz Wagner, der Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), mahnte an, dass die Probleme der Pflege ein "Gesamtkonzept" erforderten. Ein "Masterplan Pflegeberufe" müsse "das bisherige Drehen an einzelnen Stellschrauben" ersetzen. Wagner bot die Zusammenarbeit des DPR an. Um die Umsetzung seiner Ziele zu gewährleisten, solle der Bundesminister den "Druck der Pflege als Rückenwind nutzen".

Mit Blick auf die Arbeit der Großen Koalition aus CDU, CSU und SPD sagte Wagner, der  Koalitionsvertrag habe zwar "durchaus auch Potenzial", bleibe "aber im Gegensatz zu anderen Politikfeldern leider wenig konkret".

Eine wesentliche Ursache für den Personalmangel in der Pflege ist Wagner zufolge die hohe Arbeitsbelastung: "In Deutschland versorgt eine Gesundheits- oder Krankenpflegerin in einer Tagschicht im Krankenhaus bis zu 15 Patienten, in der Schweiz sind es dagegen nur 9 oder in Norwegen sogar nur 6." Wagner: "Pflege als Beruf ist durchaus attraktiv. Eine Berufstätigkeit in der Pflege ist es derzeit sehr oft nicht." (ne/jk)

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