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Schweizer ringen um bessere Ausbildungsbedingungen

Sollen die Kantone zur Unterstützung der Ausbildung von Pflegefachpersonen verpflichtet werden? Darüber diskutieren die nationalrätliche Gesundheitskommission und der Ständerat in der Schweiz. Engagiert dabei: die eidgenössische Volksinitiative "Für eine starke Pflege".

Die nationalrätliche Gesundheitskommission der Schweiz will die Abstriche, die der Ständerat am indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative (Volksinitiative "Für eine starke Pflege") gemacht hat, nicht akzeptieren. Sie hält an der Verpflichtung der Kantone zur Unterstützung der Ausbildung von Pflegefachpersonen fest. Entsprechend äußert sich das Sekretariat der Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N). Pflegefachpersonen sollen zudem bestimmte Leistungen direkt bei den Krankenkassen abrechnen können, ohne dass dafür eine „Vereinbarung“ mit den Kassen notwendig ist.

Auch Arbeitsbedingungen müssen besser werden 

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen SBK zeigt sich einerseits erfreut über den Vorstoß, vermisst jedoch weiterreichende Maßnahmen: „Die nationalrätliche Gesundheitskommission nimmt den Pflegepersonalmangel offensichtlich ernst und will rasch die gesetzlichen Grundlagen schaffen, um dagegen anzugehen“, konstatierte SBK-Geschäftsführerin Yvonne Ribi. Bedauerlich sei jedoch, dass im indirekten Gegenvorschlag weiterhin keine Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und einer bedarfsgerechten Personalausstattung integriert sind.

„Die Wirkung der Ausbildungsoffensive ist fraglich, wenn keine unterstützenden Massnahmen zur Erhöhung der Qualität, der Patientensicherheit und der Berufsverweildauer getroffen werden,“, sagt Ribi weiter. „Die Pflegeberufe erhalten gerade jetzt während der Corona-Pandemie eine hohe Aufmerksamkeit. Sie zeigt deutlich, dass für eine funktionierende Gesundheitsversorgung genügend qualifizierte Pflegepersonen zentral sind, und das in Spitälern, Pflegeheimen, Psychiatrien oder im ambulanten Bereich. Die Erwartungen an das Parlament, die bestehende Vorlage nachzubessern, sind hoch. Wir erwarten vom Ständerat, dass er mindestens auf den Vorschlag des Nationalrats einschwenkt.“

In der Schweiz macht sich seit 2017 die Volksinitiative "Für eine starke Pflege" stark dafür, dass ausreichend Pflegefachpersonen ausgebildet werden. Zu ihren Forderungen gehört, dass die Aus- und Weiterbildung staatlich unterstützt, der Ausbildungslohn (HF/FH) erhöht und Weiterbildung definiert und gefördert wird. Weiterhin tritt die Pflegeinitiative für Maßnahmen ein, die die Pflegequalität sicherstellen sollen und Pflegende länger im Beruf verbleiben lässt. (SK)

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Schweiz/© Fotolia_S. Kaulitzki