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07.09.2022 | Politik | Nachrichten

Kinder mit Diabetes

Schulgesundheitspflege – auch ein Beitrag zur Inklusion

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Eine Diabeteserkrankung fordert Kindern viel ab. Vor allem im Grundschulalter sind sie mit dem Krankheitsmanagement oft überfordert. Experten plädieren daher für die bundesweite Etablierung von Schulgesundheitsfachkräften. Davon könnten nicht nur chronisch kranke Kinder profitieren.

Blutzuckermessung  © rkris / stock.adobe.comKinder mir Typ 1-Diabetes müssen auf ihre Ernährung achten, sich regelmäßig den Blutzucker messen und auch Insulin spritzen. Damit sind sie gerade im Grundschulalter oft überfordert.

Prävention und Gesundheitsförderung an Bildungseinrichtungen müssen gesundheitspolitisch vorangetrieben werden, damit chronisch Kranke und ihre Familien eine angemessene Unterstützung sowie bessere Bildungschancen erhalten. Das forderten am Dienstag die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe sowie der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Trotz erfolgreicher Pilotprojekte zum Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften in Hessen und Brandenburg vermissen die Verbände auf Bundesebene dazu ein klares Bekenntnis.  

Die Folgen spüren unter anderem Kinder mit Diabetes Typ 1, eine Diagnose, die durchschnittlich eines von 500 Kindern in Deutschland erhält. Problematisch wird es insbesondere, wenn der Schulbesuch ansteht: „Allein die Interpretation ihrer Blutzuckerwerte stellt Kinder vor große Herausforderungen: Kann ich problemlos zu Mittag essen, wenn mein Blutzucker zuvor bei 167 liegt? Welche Insulindosierung passt zu diesem Blutzuckerwert?“, erklärt DDG-Präsident Professor Andreas Neu. Mit Fragen wie diesen sei auch das Lehrpersonal überfordert und es gehöre auch nicht zu dessen Aufgaben.

Immer wieder müssten junge Patientinnen und Patienten vom Regelschulbesuch ausgeschlossen werden, weil es keine ausreichenden und flächendeckenden Maßnahmen zur Inklusion und Integration von Kindern mit der Diagnose Diabetes Typ 1 gebe, kritisiert Neu.

Reguläre Beschulung ermöglichen

Schulgesundheitsfachkräfte können auch aus Sicht des Vorstandsvorsitzenden von diabetesDE, Jens Kröger, dazu beitragen die Diskriminierung von chronisch Erkrankten zu beenden und Kindern mit Diabetes Typ 1 den Besuch einer Regelschule zu ermöglichen.

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE ist davon überzeugt, dass auch Lehrkräfte von den Schulgesundheitsfachkräften profitieren. Er macht deutlich: Es geht nicht um Einzelfälle. Laut einer Begleitstudie zum Modellprojekt „Schulgesundheitsfachkräfte“ der AWO Potsdam benötigt fast ein Viertel der Kinder eine weitergehende medizinische oder therapeutische Unterstützung.

Die Verantwortung, chronisch kranken Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, liege nicht bei den Lehrkräften. Beckmann: „Die Politik ist in der Pflicht, die dafür notwendigen Bedingungen zu schaffen und ein professionelles Schulgesundheitsmanagement mit dafür ausgebildeten Schulgesundheitsfachkräften zu etablieren und zu finanzieren.“

Alle Kinder profitieren

Dies trage nicht nur der stetig steigenden Anzahl an chronisch erkrankten Kindern Rechnung, sondern fördere das Gesundheitsbewusstsein von Kindern allgemein. Im Brandenburger Modellversuch zeigten Präventionsprojekte der Schulgesundheitsfachkräfte große Wirkung. So gaben beispielsweise gut 70 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler an, sich häufiger die Zähne zu putzen, seit die Schulgesundheitsfachkraft an der Schule tätig ist. Über die Hälfte stellte fest, sie würden sich seither mehr bewegen.

„Auch volkswirtschaftlich sind Schulgesundheitsfachkräfte eine lohnende Investition“, sind sich die Experten einig. (ne)

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