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22.02.2022 | Politik | Nachrichten

Corona-Bonus: So soll er aussehen

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Der von der Bundesregierung angekündigte neue Corona-Pflegebonus lässt noch immer auf sich warten. Jetzt werden erste Details zur Umsetzung bekannt. Ab 30. Juni soll es in der Altenpflege Geld geben.

Bonus © Sascha Steinach  ZB  picture allianceWer erhält welchen Bonus? Zumindest für die Altenpflege liegen jetzt konkrete Eckpunkte vor.

Bis zu 550 Euro sollen Beschäftigte in der Altenpflege erhalten, berichten die WAZ und andere Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie berufen sich dabei auf ein ihnen vorliegendes Eckpunktepapier aus dem Gesundheitsministerium. Darin werden die Auszahlungsmodalitäten zum Pflegebonus der Ampelkoalition konkretisiert.

Demnach will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach insgesamt eine Milliarde Euro an Pflegekräfte auszahlen, „die während der Pandemie eine herausragende Leistung erbracht haben“. Geplant sei, die Gesamtsumme zu gleichen Teilen an Beschäftigte in der Altenpflege und Beschäftigte in den Kliniken auszuzahlen.

Von der Prämie profitieren sollen u.a. Pflegekräfte, die durch die Behandlung von Covid-Patienten besonders belastet waren, sei es durch erhöhte Hygienemaßnahmen, ein erhöhtes Infektionsrisiko oder einen erhöhten Betreuungsaufwand von Infizierten.

Auszahlung in der Altenpflege ab 30. Juni

Mit der Auszahlung in der Altenpflege soll es im Sommer losgehen. Das Eckpunktepapier sieht demnach vor, dass die Arbeitgeber den Bonus ab dem 30. Juni bis spätestens zum 31. Dezember 2022 auszahlen. Die Erstattung für die Arbeitgeber erfolge über die Pflegeversicherung.

Berücksichtigt würden Beschäftigte von Pflegediensten und Pflegeheimen, die zwischen dem 1. November 2020 und dem 30. Juni 2022 für mindestens drei Monate in der Altenpflege tätig waren und am 30. Juni 2022 noch beschäftigt sind. 

Die Auszahlung soll dabei gestaffelt erfolgen: Den mit 550 Euro höchsten Betrag bekommen demnach Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung. Wer mindestens 25 Prozent seiner Arbeitszeit in der direkten Pflege und Betreuung gearbeitet hat, erhalte bis zu 370 Euro. Damit sind auch Beschäftigte aus Verwaltung, Küche und anderen Bereichen eingeschlossen.

Auch Azubis und Freiwillige sollen nicht leer ausgehen. Bis zu 330 Euro sind für Auszubildende in der Altenpflege vorgesehen, bis zu 190 Euro für sonstige Beschäftigte und bis zu 60 Euro für Helfer im Freiwilligendienst oder im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ).

Kliniken entscheiden selbst über die Zuteilung der Prämie

Die Summe für die Kliniken soll an alle Häuser gehen, die im vergangenen Jahr 2021 mehr als zehn Covid-19-Beatmungsfälle behandelt haben. Profitieren würden damit laut Eckpunktepapier 837 Krankenhäuser, die rund 95 Prozent aller Corona-Patienten versorgten.

Wer genau die Prämie erhält und in welcher Höhe, soll in den berechtigten Krankenhäusern von Trägern und Beschaftigtenvertretungen gemeinsam geklärt werden. In erster Linie ist die Prämie für Pflegekräfte in der direkten Patientenversorgung gedacht. Laut Eckpunktepapier rechnet das Gesundheitsministerium damit, dass rund 280.000 Pfleger*innen eine Prämie erhalten. Pflegekräfte in der Intensivpflege sollten dabei einen höheren Bonus erhalten als die in anderen Bereichen. Bis zu einer Höhe von 3000 Euro sollen die Corona-Prämien zudem steuer- und abgabenfrei sein. 

Pflegekammer spricht von "Trostpflaster"

In einer ersten Stellungnahme bezeichnete der Präsident der Landespflegekammer Rheinland Pfalz, Markus Mai, die Corona-Prämie in der geplanten Form immer noch als "Trostpflaster". Eine Auszahlung sei jetzt zwar für alle großen Pflegebereiche eingeplant, allerdings sei die Summe von einer Milliarde Euro nicht ausreichend. Eine Verdopplung wäre das Mindestmaß. „Mit einer Milliarde Euro werden wir das Ziel einer als ausreichend empfundenen Dimensionierung dieser eh schon strittigen Prämie weit verfehlen und erneut unzufriedene Pflegefachpersonen zurücklassen ", erklärte Mai am Dienstag. 

Immerhin gebe es jetzt eine klare Regelung für die Verteilung des Bonus in der Altenhilfe, räumte er ein. Dieser Frage müsse sich die Politik auch im Krankenhausbereich widmen. Mai machte deutlich: „Die unsägliche Schacherei auf Betriebsebene lehnen wir ab, da diese längerfristig zu einer Polarisierung innerhalb der Berufsgruppe führen wird." (ne)

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