Forsa-Umfrage Immer mehr Menschen unzufrieden mit dem Gesundheitssystem
- 12.08.2025
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Das Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem hat deutlich nachgelassen: Im Juli 2025 waren 47 Prozent der Befragten eher unzufrieden oder unzufrieden.
Das Vertrauen in das Gesundheitsystem hat deutlich abgenommen. In einer Befragung äußerten sich 47 Prozent der Teilnehmenden unzufrieden.
Immer mehr Menschen sind unzufrieden mit dem deutschen Gesundheitssystem. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.
Für die repräsentative Erhebung wurden im Juli bundesweit mehr als 1.000 Personen befragt. Dabei zeigte sich knapp 100 Tage nach Amtsantritt der neuen Bundesregierung ein wenig optimistisches Stimmungsbild: Fast jeder zweite Befragte (47 Prozent) äußerte sich im Juli unzufrieden mit dem Gesundheitssystem. Noch im Februar des Jahres lag der Anteil mit 30 Prozent deutlich niedriger.
"Immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass sie für immer weiter steigende Beiträge keinen angemessenen Gegenwert mehr bekommen, zum Beispiel wenn sie lange auf Arzttermine warten müssen", kommentierte der Vorstandsvorsitzende der TK, Jens Baas, die Umfrageergebnisse. Seit 2021 habe sich die Unzufriedenheit mit dem System sogar verfünffacht.
TK-Chef fordert Sofort-Programm
Die Zahlen seien ein Alarmzeichen für die neue Regierung. Diese müsse dringend handeln und die Versäumnisse der Vorgängerregierung nachholen, so der TK-Chef. Notwendig sei eine schnelle finanzielle Entlastung. Im vergangenen Jahr waren die Ausgaben der Kassen so stark gestiegen, dass die Beiträge zu Jahresbeginn auf ein Rekordhoch angehoben werden mussten.
TK-Chef Jens Baas sprach sich für ein umfassendes Sofortprogramm aus. Damit sei es möglich, kurzfristig mehr als acht Milliarden Euro einzusparen und Beitragsanstiege im nächsten Jahr zu verhindern - ohne Leistungen zu kürzen. Einsparpotenzial sieht Baas insbesondere im Bereich der Arzneimittel und der Heil- und Hilfsmittel. Für 2026 rechnen die Krankenkassen derzeit mit einem Defizit von bis zu acht Milliarden Euro. (ne)