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08.07.2017 | Politik | Nachrichten

Fehlende Pflege für Pflegende

Die jüngsten Zahlen zum Gesundheitszustand der Pflegekräfte alarmieren auch die Berufsverbände. So fordert der DBfK erneut dazu auf, die Arbeitsbedingungen in der Branche endlich spürbar zu verbessern.

© sudok1 / Fotolia

Keineswegs überrascht zeigt sich der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) angesichts der Zahlen des BKK Gesundheitsatlas 2017 über das Erkrankungsgeschehen bei Pflegeberufen: „Jeder weiß es seit langem, geändert hat sich bisher nichts“, so Johanna Knüppel, Sprecherin des Verbands, gestern in Berlin. Seit Jahren würden die Zahlen der Krankenkassen steigende und im Branchenvergleich hohe Krankheitsausfälle bei Angehörigen der Pflegeberufe ausweisen. „Die Erklärung dafür liegt auf der Hand: Anhaltende Überlastung und das kontinuierliche Missverhältnis zwischen Arbeitsanfall und Personalressource haben ihre Spuren hinterlassen“, erklärt Knüppel weiter.

Pflegerinnen und Pfleger flüchten aus ihrem Beruf

Das führe nicht nur zu hohen Ausfallquoten in den Betrieben, sondern auch zu früher Erwerbsunfähigkeit, Flucht aus dem Beruf oder in die Teilzeit und ein weiter sinkendes Image der Pflegeberufe. All das verschärfe den ohnehin dramatischen Pflegefachkräftemangel: „Wer die Zukunft seines Unternehmens und das Pflegefachkräftepotential sichern will, muss in Mitarbeiterbindung und Mitarbeitergesundheit investieren. Das heißt zuallererst, spürbar gute Rahmen- und Arbeitsbedingungen zu schaffen!“

Vor dem Hintergrund des drängenden Handlungsbedarfs wiederholt der DBfK seine Forderungen nach einer verbindlichen Personalbemessung, die sich am Pflegebedarf der Patienten und Bewohner ausrichtet. Gegebenenfalls müssten Betten stillgelegt werden. Auch verlässliche Dienstpläne für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Personalausfallkonzepte, Einhaltung von Arbeitsschutzrichtlinien, Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und der konsequente Einsatz geeigneter Hilfsmittel hält der Verband für unverzichtbar.

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