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Positionspapier DPR fordert Umbau der Langzeitpflege

Der Deutsche Pflegerat will die Langzeitpflege grundlegend neu organisieren. In einem Positionspapier präsentiert der Pflegedachverband neun Schritte hin zu einer personen- und familienzentrierten Versorgung. Ein symptomorientiertes Weiter-so dürfe es nicht geben. 

© Cherries / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)Der DPR plädiert für eine personen- und familienorientierte Langzeitpflege. Pflegefachpersonen sollen dabei als zentrale Entscheidungsträger*innen mehr Verantwortung übernehmen.© Cherries / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)

In einem am Montag vorgelegten Positionspapier spricht sich der DPR für einen grundlegendend Umbau der Langzeitpflege aus. Die Zukunft der Langzeitpflege entscheide sich nicht an Einzelmaßnahmen, sondern an klaren Stellschrauben und tragfähigen Strukturen. Ein symptombezogenes Weiter-so reiche nicht mehr aus.

„Die Lage duldet keinen Aufschub“, erklärte DPR-Präsidentin Christine Vogler. Das Positionspapier zeige auf, wie Langzeitpflege neu gedacht und organisiert werden müsse, um auch in Zukunft zu tragen. 

Erarbeitet wurde das elfseitige Papier von der Fachkommission „Zukunft der Langzeitpflege“ des DPR. Ziel ist eine personen- und familienzentrierten Pflege für Menschen aller Altersgruppen. 
In neun Leitlinien fast das Positionspapier Maßnahmen für eine zukunftsfähige Langzeitpflege zusammen. 

  1. Umbau der Strukturen hin zu professionell fundierten, nachhaltig finanzierten und wohnortnahen Versorgungslösungen. 
  2. Stärkung von Pflegebeziehungen, Selbstwirksamkeit und Lebensqualität durch verbindliche Zeitbudgets und Anerkennung von Beziehungsarbeit. 
  3. Vernetzte und sektorenübergreifende Versorgung, die Kontinuität und individuelle Passung ermöglicht. 
  4. Neue Wohn- und Versorgungsformen, die vertraute Lebenswelten, Teilhabe und Selbstbestimmung sichern. 
  5. Prävention und Gesundheitskompetenz, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und das System zu entlasten. 
  6. Aufbau sozialer Netzwerke, die Teilhabe, Resilienz und gemeinschaftliche Verantwortung fördern. 
  7. Interprofessionelle Zusammenarbeit, die Pflegefachpersonen eine koordinierende Rolle und mehr Entscheidungskompetenz einräumt. 
  8. Bildung und Professionalisierung, insbesondere durch Akademisierung und lebenslanges Lernen. 
  9. Sinnvoller Einsatz von Technik und Digitalisierung, der Beziehungszeit stärkt statt ersetzt und gleichzeitig Datenschutz und Qualität wahrt.

Das Konzept führt Prävention, Beratung und Versorgung zusammen. Es bindet Pflegefachpersonen konsequent ein und ordnet die Langzeitpflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe neu.

Wie der DPR betont, soll das Papier als "fachliche Ergänzung zu bestehenden Reformansätzen" fungieren, wie etwa den Vorschlägen des Zukunftspakts Pflege. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel in der Pflege sowie gesellschaftliche Veränderungen erhöhten den Handlungsdruck. Langzeitpflege sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie erfordere klare politische Weichenstellungen, verlässliche Investitionen und gut abgestimmte Konzepte. „Pflege braucht Orientierung“, so DPR-Präsidentin Vogler, „unser Positionspapier zeigt, worauf es ankommt.“ (ne)

Bildnachweise
Pflegerin misst Blutdruck bei Seniorin/© Cherries / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)