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07.03.2019 | Politik | Nachrichten

Deutliches Gehaltsplus für Pflegekräfte

Die Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst der Länder zahlt sich für Beschäftigte in der Pflege aus. Sie verspricht nicht nur mehr Gehalt, sondern auch höhere Zuschläge und mehr Urlaub. Erfahren Sie mehr über die Verhandlungsergebnisse im Detail.

Der Tarifabschluss für den Öffentlichen Dienst der Länder zahlt sich für Pflegekräfte, Hebammen und Beschäftigte in der Psychiatrie aus. Rückwirkend zum 1. Januar 2019 wird für sie die bessere kommunale Entgelttabelle übernommen. Zusätzlich werden die Tabellenentgelte rückwirkend zum Jahresbeginn 2019 und dann noch einmal zum 1. Januar kommenden Jahres jeweils um 3,2 Prozent erhöht. Zum 1. Januar 2021 steigen sie dann noch einmal um 1,4 Prozent.

Darüber hinaus erhalten Beschäftigte in der Pflege rückwirkend zum 1. Januar 2019 nochmals 120 Euro pro Monat.

Nach Angaben von Verdi erhält eine Pflegehilfskraft über 213 Euro mehr, eine examinierte Pflegekraft auf der Intensivstation ohne Fachweiterbildung kommt auf ein Plus von bis zu 233 Euro monatlich. Hebammen und Beschäftigte in der Psychiatrie können laut Verdi durch die Übernahme der kommunalen Entgelttabelle bis zu 386 Euro mehr pro Monat verdienen.

Durchsetzen konnte die Gewerkschaft auch ihre Forderung nach zusätzlichen Urlaubstagen für ständige Wechselschichtarbeit und die Erhöhung des Zuschlags für Samstagsarbeit auf 20 Prozent. So wird der Zusatzurlaub für ständige Wechselschichtarbeit schrittweise ab 2020 bis 2022 um jeweils einen Tag erhöht. Das heißt, bis jetzt konnten höchstens sechs zusätzliche Urlaubstage erworben werden, in den nächsten drei Jahren wird diese Zahl auf bis zu neun steigen. Die Erhöhung des Stundenzuschlags für die Samstagsarbeit bedeutet nach Angaben eines Verdi-Sprechers, dass der Zuschlag von derzeit 64 Cent pro Stunde dann 1,50 Euro mehr als jetzt betragen wird.

Vor der dritten Verhandlungsrunde hatten in der vergangenen Woche bundesweit zahlreiche Beschäftigte an den Unikliniken die Arbeit niedergelegt. Der nun ausgehandelte Tarifvertrag gilt nicht für Ärzte. Für sie führt der Marburger Bund eigene Tarifgespräche.

Der Tarifabschluss gilt insgesamt für etwa eine Million Beschäftigte der Länder. Nur Hessen gehört der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) nicht an und führt eigene Tarifgespräche. Die Laufzeit ist mit 33 Monaten relativ lang. Die Kosten belaufen sich umgerechnet auf die Laufzeit laut TdL auf etwa 7,3 Milliarden Euro.

Beide Seiten zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Das ist das beste Ergebnis im Länderbereich für einen Lohnabschluss seit vielen Jahren“, kommentierte Verdi-Chef Frank Bsirske die Einigung. Der Verhandlungsführer der Länder, Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz, sagte: „Angesichts der hohen Forderungen, mit denen die Gewerkschaften angetreten sind, ist das erzielte Ergebnis ein guter Kompromiss.“ (chb)