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03.07.2018 | Politik | Nachrichten

Alles für die Pflege

Kommentar von Wolfgang van den Bergh

Startschuss zu einer der größten Kampagnen in der Pflege, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Man könnte fast behaupten: Das haben wir alles Alexander Jorde zu verdanken. Denn hätte er nicht bei der Kanzlerin so frech die Missstände in der Pflege vor der Bundestagswahl beklagt, wären die Milliarden-Investitionen ausgeblieben, oder?

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind weitgehend formuliert. Flankiert werden sie jetzt durch eine Konzertierte Aktion, der sich gleich drei Minister verschrieben haben. Ein Flächentarifvertrag muss her, aus Helfern sollen Fachkräfte und aus Teilzeitkräften wieder Vollzeitkräfte werden.

Zudem soll Personal – WHO-Kodex-konform (!)– aus dem Ausland angeworben werden. Doch wie groß ist der Notstand in der Pflege?

Gerade hier wünschte man sich mehr Seriosität bei den Prognosen. Die einen beziffern den Personalmangel mit 50 000, die anderen mit 500 000 bis zum Jahr 2030. Fakt ist: Aktuell sind etwa 35 000 Stellen nicht besetzt.

Bis Mitte 2019 wollen die Minister erste Ergebnisse der Pflegeoffensive vorlegen. Ich fürchte, dieses Ziel ist ambitioniert. Beispiel: Die Schaffung eines Flächentarifvertrags ist sicherlich wünschenswert, aber bei der Heterogenität und der Anbietervielfalt in der Kranken- und Altenpflege kaum realisierbar.

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