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16.03.2017 | Politik | Nachrichten

Flüchtlinge: Sicherer Status als angehende Pflegekraft?

Autor:
Matthias Wallenfels

Der Süden will Flüchtlingen mit einem sicheren Titel für eine einjährige Pflegehelferausbildung begeistern.

Baden-Württembergs Integrationsminister Manfred Lucha schlägt vor, Flüchtlingen, die eine einjährige Pflegehelferausbildung machen, einen sicheren Aufenthaltsstatus zu verschaffen. Auszubildende in Helferberufen sollen während dieser Lehre und einer anschließenden Tätigkeit im Beruf und/oder bei einer späteren Weiterqualifizierung nicht abgeschoben werden können. Bislang gilt eine ähnliche Regelung nur für qualifizierte zwei- oder dreijährige Ausbildungsberufe, an die sich eine zweijährige Berufstätigkeit anschließt.

"Aus der Wirtschaft und von sozialen Trägern bekomme ich beinahe täglich die Botschaft: Es gibt freie Stellen, wir wollen gerne Geflüchtete ausbilden – aber wir brauchen eine sichere Rechtslage und klare Perspektiven, damit die Menschen ihre Ausbildung nicht mittendrin abbrechen und Deutschland verlassen müssen", sagte Lucha im Vorfeld der Integrationsministerkonferenz am 16. und 17. März 2017 in Friedrichshafen am Bodensee.

Unterstützung vom Arbeitgeberverband Pflege

Das mache weder aus Sicht der Wirtschaft noch integrationspolitisch einen Sinn. "Baden-Württemberg hat sich deshalb schon frühzeitig dafür eingesetzt, dass hier Rechtssicherheit geschaffen wird", reklamiert Lucha. Zuspruch für sein Ansinnen bekommt der grüne Minister vom Arbeitgeberverband Pflege. Das helfe der Altenpflege und diene der schnellen Integration.

"Endlich mal ein unbürokratischer Vorstoß, den man rundherum nur begrüßen kann. Für viele geeignete Flüchtlinge könnte das ein großer Anreiz sein, schnell in einen zukunftssicheren Beruf in der Altenpflege einzusteigen. Das wäre ein Baustein im Kampf gegen den stark wachsenden Personalbedarf. Und es wäre eine praxisnahe Hilfe beim drängenden Thema Integration von Flüchtlingen," verdeutlichte Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege, am Mittwoch nach Bekanntwerden des Lucha-Vorstoßes.

Der Verband weist mit Nachdruck darauf hin, dass Personal in der Altenpflege bundesweit Mangelware sei. Zwar stiegen die Ausbildungszahlen seit Jahren, doch werde das nicht reichen, der steigenden Zahl von Pflegebedürftigen Herr zu werden. Der Verband hoffe, dass Luchas übrige Länderkollegen den Plan aus dem Ländle positiv bescheiden.