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20.09.2021 | Politik | Nachrichten

Pflegestreik: DPR ruft Politik zum Handeln auf

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Seit mehr als einer Woche streiken in Berlin Pflegende bei Charité und Vivantes für Entlastung, faire Bezahlung und geregelte Arbeitsbedingungen. Der Deutsche Pflegerat (DPR) sieht in der Arbeitsniederlegung auch ein deutliches Signal an die Politik.  

„Die großen Versprechungen für mehr Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen für die Profession Pflege sind gescheitert“, stellte DPR Vize-Präsidentin Irene Mayer am Freitag fest. Das Beispiel der Berliner Kliniken zeige, dass die bisherigen Maßnahmen auf Bundes- wie auf Landesebene versagt hätten.  „Der Streik sollte als ernstzunehmende Blaupause der Politik für die kommende Legislaturperiode genommen werden“, mahnte Mayer.

Keine spürbaren Verbesserungen

Auch wenn sich die Bundespolitik jüngst für die Zwischenergebnisse der KAP gefeiert hatte, sind bei den professionell Pflegenden bisher kaum Verbesserungen angekommen. Dies führt Mayer auf die fehlende Umsetzung der PPR 2.0 zurück. Seit Januar 2020 liege der gemeinsame Vorschlag von DPR, Deutscher Krankenhausgesellschaft und Verdi als Interimslösung für eine bessere Personalausstattung im Krankenhaus auf dem Tisch des Bundesgesundheitsministers.

Mayer verwies darauf, dass auch in den von Vivantes vorgeschlagenen Bausteinen zur ´Vermeidung von Belastung in der Pflege´ die PPR 2.0 eine wichtige Rolle spielt. Demnach sollen u.a. nur so viele Patientinnen und Patienten versorgt werden, wie nach einem mit Verdi gemeinsam festgelegten Personalschlüssel versorgt werden können. 

Keine Zeit zu verlieren

„Es ist keine Zeit mehr für Diskussionen darüber, was zu tun ist. Die Fakten liegen auf der Hand“, bekräftigte die DPR-Vizepräsidentin und rief den Berliner Senat auf, umgehend zu handeln.  „Die PPR 2.0 ebenso wie eine dauerhaft gesicherte Finanzierung für das nötige Pflegepersonal im Krankenhausbereich sind Maßnahmen, die endlich zu Verbesserungen bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten führen.“ (ne)

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